Google-Projekt: So gut erkennt Autodraw unsere Kritzeleien
Malprogramm Autodraw Google weiß, was Sie zeichnen wollen
Ein Megafon? Ein Föhn? Eine Torte? Wenn man genau hinschaut, kann man zumindest erahnen, was das krakelige Dreieck und der deformierte Kreis darstellen sollen. Das neue Malprogramm Autodraw von Google arbeitet ähnlich. Es kramt in seinem virtuellen Gedächtnis und erkennt die Kritzelei sofort: Das soll wohl ein Fisch sein. Die Software schlägt dann auch gleich vor, die krakelige Zeichnung durch eine perfekte Skizze zu ersetzen.
Die neue Software, die im Browser läuft, hat Google am Mittwoch online gestellt. Sie soll zeigen, wie weit der Konzern bei der Erforschung künstlicher Intelligenz (KI) mittlerweile ist.
Autodraw-Software demonstriert spielerisch, welche Objekte die KI anhand gelernter Muster in den Zeichnungen der Nutzer erkennen kann. Dafür haben Google-Mitarbeiter die KI mit zahlreichen Fotos trainiert. Die grundlegende Idee: Je mehr Tannen, Birken und Buchen die Software gesehen hat, desto eher erkennt sie einen Baum.
Google-Projekt: So gut erkennt Autodraw unsere Kritzeleien
Rein oberflächlich betrachtet ist Autodraw ist sehr simples Zeichenprogramm, das man auf dem Rechner, auf Smartphones und Tablets kostenlos ausprobieren kann. Die KI erkannte unsere Zeichnungen von Fischen, Flaschen und Fußbällen in unserem Test fast immer richtig. Ein paar schnelle Striche genügen, schon tauchen oben am Bildschirmrand Vorschläge auf, die allesamt besser aussehen als die eigene Skizze. Mit einem Klick tauscht man sein Gekritzel gegen Googles Zeichnung aus.
Beim Osterei muss die Software passen
Doch man merkt, dass die KI noch üben muss. Auf Ostern ist das Zeichenprogramm beispielsweise nicht wirklich vorbereitet. Wer einen Hasen mit einem Kreis für den Kopf und zwei großen Ohren zeichnet, bekommt nur kuriose Vorschläge. Googles Maschine will in der Skizze eine Ratte, eine Büroklammer oder eine Erdnuss erkennen. Erst, wenn man auch noch Schnauze und Tasthärchen malt, erkennt die KI, dass es sich um einen Hasen handeln soll.
Bei der recht einfachen Zeichnung eines Hühnereis sieht es ähnlich aus. Statt ein besser gezeichnetes Ei vorzuschlagen, erscheinen Nasen, Birnen, Zähne und Erdbeeren. Keine Spur von Ostereiern.
Mit #autodraw kann man Montagsmaler gegen Google spielen: Fische erkennt die Software sofort, Hasen nur mit Mühe, Ostereier gar nicht. pic.twitter.com/ir0fj33HBs
— Jörg Breithut (@joergbreithut) April 13, 2017
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Auch Google weiß, dass die Software noch Lücken hat. Zwar verfügt sie schon über sehr viele Cliparts, die Künstler dem Konzern zur Verfügung gestellt haben. Doch Google bittet um weitere Zeichnungen, um seine Datenbank zu erweitern. Wer eine Skizze für Autodraw hochlädt, muss sich jedoch bewusst seine, dass er die Nutzungsrechte an dem Bild an Google abtritt.