Kopierte Uhr-App auf iPad: Apple einigt sich mit SBB - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Bahnhofsuhr: Schweizer Designklassiker als App

Foto: Gaetan Bally Christoph Dernbach/ dpa

Kopierte Uhr Apple einigt sich mit Schweizer Bahngesellschaft

Ein bisschen Schweiz in jedem iPad: Das Aussehen der Uhr seines mobilen Betriebssystems hat Apple bei einem prominenten Vorbild abgeguckt - ohne um Erlaubnis zu fragen. Nun darf der Konzern die Bahnhofsuhr ganz offiziell verwenden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Apple darf das Design der Schweizer Bahnhofsuhren weiter auf seinen iPads und iPhones verwenden. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Konzern haben eine Lizenzvereinbarung getroffen, teilten die SBB mit . Über die Höhe der Gebühr machte das Bahnunternehmen keine Angaben.

Im aktuellen Mobil-Betriebssystem iOS 6 verwendet Apple ein digitales Abbild der Uhr. Um Erlaubnis hatte der Konzern nicht gefragt. Die SBB verlangte daraufhin als Inhaberin der Rechte eine finanzielle Abgeltung. Damals teilten die SBB mit, sie seien stolz, dass das Design "für 80 Millionen iPads" ausgewählt worden sei.

Die vom Schweizer Ingenieur Hans Hilfiker im Jahr 1944 entworfene Bahnhofsuhr gilt als Designklassiker, der unter anderem in den Sammlungen des Museum of Modern Art in New York und des Design Museum in London zu finden ist. Ziffern sind darauf nicht zu finden. 1953 ergänzte Hilfiker die Uhr um den charakteristischen roten Sekundenzeiger. Er erinnert an eine Schaffnerkelle.

Der Uhrenhersteller Mondaine, der seit 1986 die Lizenz zur Produktion von auf dem Designklassiker basierenden Uhren für den Massenmarkt innehat, ist eigenen Angaben zufolge nicht in die Vereinbarung eingebunden. "Als exklusiver Lizenznehmer sind wir überrascht, vom Lizenzabkommen zwischen der SBB und Apple zu hören," sagte Ronnie Bernheim, Mitbesitzer der Firma. Er wollte aber nicht sagen, ob er weitere Maßnahmen ergreifen will.

ore/AFP/dpa/Reuters