Passwörter speichern im Adressbuch: Keine gute Idee - DER SPIEGEL
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Datenschutz-Lektion mit Donald Trump Darum gehören Passwörter und PIN-Codes nicht ins Adressbuch

"Wired" findet, seine Leser sollten keine PIN-Codes oder Kreditkartennummern im Smartphone-Adressbuch speichern. Was soll man sagen, außer: Die Kollegen haben recht. Warum, zeigt eine App von Donald Trump.
Passwörter im Android-Kontakte-App: Keine gute Idee
Passwörter im Android-Kontakte-App: Keine gute Idee

Passwörter im Android-Kontakte-App: Keine gute Idee

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Donalds Trump und seine Republikaner-Kampagne haben seit Kurzem eine eigene App . "America First" heißt sie, man kann sie kostenlos für iOS und Android herunterladen. Eine große Nachricht ist das nicht, schließlich hat auch Hillary Clinton ihr eigenes, mehr oder weniger spannendes Handyprogramm.

Interessant ist "America First" trotzdem. Die App ist guter Anlass, nachzudenken, wie viel Mühe man sich beim Schutz privater Daten gibt. Denn manchmal reicht eine unbedachte Online-Registrierung, schon sind sensible Daten in fremder Hand: eigene Kontaktdaten, aber auch die von Freunden und Bekannten. Und hat man sein Onlinebanking-Passwort am falschen Ort gespeichert, ist vielleicht sogar das im Umlauf.

Startet man die neue Trump-App, fordert sie eine Registrierung. Dabei bittet sie den Nutzer, ihr Zugriff auf seine Kontakte zu geben. Warum sie das will, lässt sich in den Privatsphäre-Richtlinien des Programms nachlesen. Es gehe um ein möglichst gutes Nutzungserlebnis, heißt es dort, dazu findet sich der Hinweis: "Wir dürfen in regelmäßigen Abständen auf deine Kontaktliste und/oder auf das Adressbuch deines Mobilgeräts zugreifen. Du gibst uns hierbei deine ausdrückliche Zustimmung, auf deine Kontaktliste und/oder dein Adressbuch zuzugreifen."

Auszug aus den Richtlinien zu "America First"

Auszug aus den Richtlinien zu "America First"

Die Trump-App ist nur ein Beispiel von vielen

Diese Passage bedeutet: Wer Donald Trumps App seine Telefonnummer und Zugriff auf seine Kontakte gibt, gibt ihr vermutlich auch einen Einblick in die Daten seiner Freunde. Und "America First" ist nur eine von vielen Apps, die sich einen solchen Zugriff auf die Kontakte wünscht. Die Software ist sehr an Daten interessiert, macht aber auch nichts, was vor ihr nicht schon andere Apps probiert hätten. Interesse am Zugriff auf die Kontakte des Adressbuchs hat zum Beispiel auch WhatsApp: Ohne Erlaubnis dafür lassen sich einige Funktionen der App nicht nutzen .

Das Magazin "Wired"  hat die Privatsphäre-Richtlinien von "America First" zum Anlass genommen, seine Leser noch einmal zu warnen: "Bitte, speichert keine privaten Daten in eurem Adressbuch ." Ein Hinweis, der nicht oft genug gegeben werden kann. Denn zumindest Daten wie das Onlinebanking-Passwort, die EC-Karten-PIN oder das E-Mail-Passwort sollten nichts zwischen den Telefonnummern von Kontakten und Freunden zu suchen haben.

Niemals sollte man Kontaktlisten zum Speichern sensibler Informationen nutzen, warnt "Wired". Informationen im Adressbuch seien im Klartext gespeichert, sprich: überhaupt nicht dagegen geschützt, dass sie jemand Fremdes lesen kann. "Es ist ein Adressbuch, Leute, kein magischer Garten, der von Drachen patrouilliert wird."

Tarnungen machen es kompliziert

Es sei zwar bedenkenswert, dass Telefonnummern, E-Mail-Adressen und echte Adressen selbst auch wertvolle Daten sind", schreibt "Wired", die Daten seien aber oft öffentlich abrufbar. "Geheimnisse dagegen brauchen speziellere Vorsichtsmaßnahmen." So sei es etwa sinnvoller, die Notizfunktion eines Passwortmanagers zu nutzen, oder die wichtigen Daten passwortgeschützt auf dem Gerät abzulegen.

Auch vor Tricks wie dem Tarnen etwa von Kreditkartennummern als Telefonnummern rät der Artikel ab: So etwas würde mit wenigen Daten vielleicht funktionieren, mit mehr Daten aber schnell den Nutzer selbst verwirren.

Und selbst Firmen wie Apple würden davor warnen, etwa in der Adressbuch-App allzu wichtige Daten zu speichern: "Das Adressbuch dürfte nicht der angemessene Ort sein, vertrauliche Informationen wie Kreditkartendaten zu speichern", heißt es tatsächlich auf einer Apple-Webseite . Die Entwickler werden schon wissen, warum sie das so explizit erwähnen.

mbö