Teletext-Apps: Der Videotext kommt aufs Smartphone - DER SPIEGEL
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Neue App: Der Videotext lebt

Teletext-Apps Videotext boomt - jetzt auch auf dem Handy

Der Videotext hat Röhrenfernseher und Disketten längst überlebt. Fans halten ihm die Treue und können ihn neuerdings auf dem Smartphone lesen. Eine neue App kommt in schönster Pixeloptik daher.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es gibt Menschen, die haben die Teletext-Taste ihrer Fernbedienung noch nie gedrückt. Und es gibt andere, die noch ganz genau im Kopf haben, auf welchen Seiten die Programminfos stehen, wo die Bundesligatabelle zu finden ist, sitzen aber mittlerweile mit dem Smartphone in der Hand vor dem Fernseher. Die Teletext-Startseite 100 wählen sie nur manchmal, einfach, um sich zu vergewissern, dass es ihn noch gibt, den Videotext.

Und es gibt ihn noch. Es geht ihm sogar sehr gut. Laut ARD nutzen ihn täglich 8,4 Millionen Menschen . Die Nutzerzahlen sind so hoch, dass sogar in den Ausbau der Verbreitungswege investiert wird: Vergangene Woche hat der Österreichische Rundfunk (ORF) eine App für seinen Teletext veröffentlicht. Bisher war der ORF-Text online nur über den Browser verfügbar und wurde dort monatlich 1,6 Millionen Mal aufgerufen.

Nostalgische Optik mit moderner Navigation

Das Angebot einer App ist nicht völlig neu, nur kam es bisher nicht vom Sender selbst, sondern von anderen Entwicklern. Alleine für den Teletext ORF finden sich auf Anhieb drei Apps im App-Store.

Mit dem neuen Angebot des Senders können die aber alle nicht mithalten: Das liefert zur nostalgischen Pixel-Optik nämlich die Auswahl zwischen den Teletexten von vier verschiedenen ORF-Sendern, sowie eine übersichtliche Navigation. Auf die Schlagzeilen kann man klicken und die Seiten laden viel schneller als beim TV-Original. Wer also auch unterwegs nicht auf den Videotext verzichten möchte, braucht diese App. Sie ist kostenlos für iOS und Android verfügbar, in-App-Käufe gibt es keine.

Auch den Teletext des deutschen Fernsehens kann man zumindest teilweise per App auf dem Smartphone lesen. Für den ARD-Text gibt es eine ähnliche App wie die des ORF. Sie ist kostenlos für Android und iOS verfügbar, kommt aber ohne die nostalgische Pixel-Optik daher. Der ARD-Text liest sich fast wie eine normale sehr kompakte Nachrichten-Seite. Nur die Seitenzahlen hinter den Schlagzeilen, die auf den jeweiligen Text verweisen, verraten, dass es sich um Videotext handelt.Vi

Den Videotext einiger anderer Sender kann man mit Drittanbieter-Apps auf das Smartphone holen. Zum Beispiel mit der App "Teletext - Videotext TXT" für iOS. Sie kostet 99 Cent und bietet neben dem Teletext von ARD, ZDF und den meisten dritten Programmen auch einige Privatsender, wie ProSieben, RTL und Sport1. Hier lassen sich dann auch die dunklen Ecken des Mediums Videotext finden: Dating-Seiten und Sex-Hotlines, natürlich mit pixeligen Bildern knapp bekleideter Frauen.

Die App hat auch den Teletext einiger ausländischer Sender, etwa aus der Türkei, Spanien und den Niederlanden im Programm. Allerdings funktioniert sie nicht einwandfrei. Sie lässt sich erst nach einem Neustart des Smartphones öffnen und ist auch dann nur umständlich zu bedienen. Außerdem verschwinden die Werbebanner, die Privatsender über ihren Nachrichten platzieren, anders als beim TV-Original, nicht nach kurzer Zeit.

Dennoch kann man sagen: Der Teletext scheint den Sprung in die digitale Welt besser zu schaffen als das Fernsehen selbst. Wer möchte, kann unterwegs zumindest leichter live Fernsehen lesen als live Fernsehen schauen.


ORF TELETEXT und ARD Text sind kostenlos für iOS und Android verfügbar. Die App Teletext - Videotext TXT gibt es für 99 Cent im App Store.

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