Tor Browser jetzt offiziell für Android verfügbar - DER SPIEGEL
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Anonymisierungs-App Den Tor-Browser gibt es jetzt auch für Android

Jahrelang war der Zugang zum Tor-Netzwerk auf Android-Geräten nur über einen Umweg möglich. Nun gibt es die bekannteste Software für anonymes Browsen erstmals als offizielle, eigenständige App.
Foto: Tor Project
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Die Ankündigung klingt ein kleines bisschen feierlich: "Es ist offiziell: Der Tor-Browser läuft stabil auf Android", schreibt das Tor-Projekt in seinem Blog . Die bekannteste Anonymisierungssoftware der Welt hat damit endlich eine offizielle App auf dem am weitesten verbreiteten Mobil-Betriebssystem der Welt. Acht Monate Arbeit haben die Entwickler in das Projekt gesteckt.

Der Tor-Browser erfüllt im Wesentlichen zwei Funktionen (siehe Kasten): Er leitet - vereinfacht gesagt - jede Anfrage an das Netz über mehrere zufällig ausgewählte Server um und verschleiert so die wahre IP-Adresse des Nutzers. So wird beispielsweise unkenntlich gemacht, welche Webseiten man von wo aus aufruft. Bei der Umgehung von Zensur oder zum anonymen Recherchieren kann das sehr nützlich sein. Außerdem ermöglicht der Browser den Zugriff auf Websites innerhalb des Tor-Netzwerks, die auf .onion enden.

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Seit Dienstag steht die kostenlose App Tor Browser im Play Store von Google  zum Download bereit. Mindestvoraussetzung zur Installation ist Android 4.1 alias "Jelly Bean" aus dem Jahr 2012. Beim ersten Ausprobieren zeigte sich, dass sie recht einfach zu bedienen ist und stabil läuft, aber - wie für Tor-Verbindungen üblich - Websites langsamer lädt als normale Browser.

"In einigen Teilen der Welt ist mobiles Browsen die üblicherweise einzige Art, wie sich Menschen im Internet bewegen. In einigen dieser Gegenden gibt es heftige Überwachung und Online-Zensur, also haben wir es zur Priorität gemacht, diese Menschen zu erreichen", heißt es im Tor-Blog. Zwar gebe es in der App einige Funktionen aus der Desktop-Version von Tor noch nicht, aber die Entwickler sind "zuversichtlich, dass der Tor-Browser für Android grundsätzlich denselben Schutz bietet wie der Desktop-Browser".

Der Weg zur stabilen App verlief über mehrere Zwischenstationen: Lange Zeit brauchten Android-Nutzer zwei Apps, um ins Tor-Netzwerk zu gelangen - Orbot und Orweb. Sie wurden vom Guardian Project  (das nichts mit der britischen Zeitung "The Guardian" zu tun hat) entwickelt. Orbot stellte die Verbindung zum Netzwerk her, Orweb war der dazu passende Browser. Er wurde später von Orfox abgelöst. Im September 2018 stellten die Tor-Entwickler eine Alpha-Version  ihrer App bereit, die wiederum Orfox ersetzte. Die nun veröffentlichte stabile App ist die Weiterentwicklung dieser Alpha-Version und kommt ohne Orbot aus.

Mit iOS geht das nicht

Gleichzeitig mit der Android-Version veröffentlichten die Entwickler auch die neue Version 8.5 des Desktop-Browsers für Windows, macOS und Linux , der auf Mozillas Firefox ESR (Extended Support Release) basiert.

Mozilla wiederum hat vor einigen Wochen ein Forschungsstipendium für die bessere Integration von Tor in Firefox  ausgelobt. Das Ziel ist ein Modus, der "Super Private Browsing" heißen soll. 25.000 Dollar will Mozilla zu entsprechenden Forschungsprojekten beisteuern. Der einzige Browser, der bereits einen integrierten Tor-Modus hat, ist Brave. (Lesen Sie hier unsere Tipps zu alternativen Browsern.)

Für iOS gibt es keine offizielle Tor-Browser-App, weil Apple in seinem Betriebssystem einige Restriktionen  eingebaut hat, die nicht oder nur stark eingeschränkt mit einigen Tor-Funktionen kompatibel sind. Das Tor Project empfiehlt einzig die App "Onion Browser"  von Entwickler Mike Tigas. Sie basiert nicht auf Firefox, sondern auf der Safari-Engine WebKit.