Passwort-Probleme bei Twitter So schützen Sie Ihren Account besser
Mann vor Twitter-Logos
Foto: Leon Neal/ Getty ImagesTwitter hatte ein Passwortproblem - und zwar eines, das Nutzer des Dienstes durchaus beunruhigen darf. Der Firma zufolge hat ein Fehler in der eigenen Software dazu geführt, dass Passwörter unverschlüsselt in einem internen Verzeichnis gespeichert wurden. "Es tut uns sehr leid, dass das passiert ist", heißt es auf einer Erklärseite zum Thema.
Twitter rät nun allen rund 330 Millionen Nutzern, ihr Passwort zu ändern - und das nicht nur bei Twitter, sondern zur Sicherheit auch bei allen anderen Diensten, bei denen sie es möglicherweise auch noch verwenden.
Für Unternehmen wie Twitter ist es Branchenstandard, Passwörter verschlüsselt beziehungsweise verschleiert zu speichern. Der Fehler in der Twitter-Software führte aber offenbar dazu, dass Passwörter bereits vor Abschluss der Tarnung ohne Schutzmechanismus, also im Klartext, in dem Verzeichnis dokumentiert wurden. Twitter gibt an, den Fehler selbst entdeckt zu haben, er sei inzwischen behoben worden. Wie viele und wessen Passwörter betroffen waren, ist aber nicht bekannt.
We recently discovered a bug where account passwords were being written to an internal log before completing a masking/hashing process. We’ve fixed, see no indication of breach or misuse, and believe it’s important for us to be open about this internal defect. https://t.co/BJezo7Gk00
— jack (@jack) May 3, 2018
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In seiner Stellungnahme betont Twitter zudem, dass das Unternehmen keinen Hackerangriff von außen und keinen Missbrauch der Daten festgestellt habe. Nichtsdestotrotz sollten Nutzer dem Ratschlag des Unternehmens, ihr Passwort zu ändern, Folge leisten - und sie sollten noch einen Tipp umsetzen, den Twitter auf der Erklärseite zum Problem auch selbst gibt : die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
Wie das bei Twitter geht, erklären wir in dieser Fotostrecke:
Zwei-Faktor-Authentifizierung: So geht es bei Twitter
Passwort-Pannen sind so halb so schlimm
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, die es auch bei Anbietern wie Facebook oder Google gibt, ermöglicht es Nutzern, ihren Account nicht nur mit dem Passwort, sondern zusätzlich mit einem zweiten Faktor zu schützen. Bei Twitter ist das standardmäßig die eigene Telefonnummer, das heißt: Wer die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzt, muss beim Einloggen in Twitter über die Eingabe eines Codes, der per SMS aufs eigene Handy kommt, noch einmal bestätigen, dass er es wirklich ist.
In den eigenen Account einloggen kann sich also nur, wer das eigene Passwort kennt und Zugriff auf das eigene Handy beziehungsweise dessen SMS hat. Und auf Wunsch lassen sich bei Twitter auch andere Methoden als die SMS zur Zusatz-Authentifizierung auswählen, darunter etwa der Weg über die App Google Authenticator .
Welchen Ablauf man im Detail auch bevorzugt, die Zwei-Faktor-Authentifizierung macht Nutzer auf jeden Fall unabhängiger von Passwort-Pannen seitens des Anbieters, wie jetzt im Falle von Twitter. Denn selbst wenn jetzt jemand das eigene Passwort kennen würde, wäre das für ihn so nur die halbe Miete.
Grundsätzlich sollten Sie übrigens trotz der Gefahr, dass der Anbieter Ihr Passwort unzureichend schützt, ein starkes Passwort wählen. Je simpler und kürzer ihr Passwort nämlich ist, desto größer ist die Gefahr, dass es etwa Hacker durch schlichtes Ausprobieren erraten. Hier finden Sie daher auch noch eine Fotostrecke mit Ratschlägen zum Thema Passwort-Wahl. Der möglicherweise wichtigste Tipp daraus lautet: Nutzen Sie bloß nicht überall dasselbe Kennwort, sondern wählen Sie für jeden Dienst ein eigenes.
Computersicherheit: So erstellen Sie ein sicheres Passwort