WhatsApp: Kriminelle kapern Konten über fingierte Abstimmungsanfragen - DER SPIEGEL
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Betrug per Messenger So kapern Kriminelle WhatsApp-Konten und nehmen deren Kontakte aus

Mit fingierten Abstimmungen verschaffen sich Betrüger Zugriff auf WhatsApp-Accounts. Wie die Masche funktioniert, warum sie so gefährlich ist und wie Sie sich schützen.
Logo der WhatsApp-App auf einem Smartphone
Logo der WhatsApp-App auf einem Smartphone

Logo der WhatsApp-App auf einem Smartphone

Foto: Thomas Trutschel / IMAGO

Die Polizeidirektion Zwickau warnt vor einer neuen Betrugsmasche in WhatsApp. Demnach übernehmen Angreifer WhatsApp-Konten, um anschließend die in den Konten gespeicherten Kontakte der Opfer um Geld zu bitten. Seit Mitte August seien allein im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion zwölf Betrugsdelikte, die nach diesem Schema abgelaufen sind, bekannt geworden. Die Täter erbeuteten dabei jeweils zwischen 500 und 615 Euro.

So läuft der Betrug im Detail ab: Man erhält eine Nachricht, in der man darum gebeten wird, an einer Abstimmung oder Umfrage für Sportler teilzunehmen oder jemanden bei einer Abstimmung zu unterstützen. Um teilzunehmen, soll ein Link aufgerufen und ein QR-Code gescannt werden. Wenn man allen Anweisungen der Täter folgt und Warnhinweise ignoriert, verknüpft man auf diese Weise unfreiwillig seinen Account mit einem Gerät der Betrüger.

Die Möglichkeit, per QR-Code ein neues Gerät mit dem eigenen Account zu verbinden, ist von WhatsApp etwa dafür vorgesehen, den Webbrowser auf dem PC oder ein Tablet mit dem Messenger zu verbinden. Man sollte sie aber natürlich nur nutzen, wenn man sie selbst angestoßen hat.

Wenn’s um Geld geht: nachfragen!

Haben die Täter über das auf diese Weise verknüpfte Gerät Zugriff auf den Account des Opfers, können sie dessen Kontakte in dessen Namen anschreiben. Unter verschiedenen Vorwänden bitten sie diese Personen anschließend um Geld. Für die Empfänger erscheinen die Nachrichten besonders glaubwürdig, weil sie vom legitimen Eigentümer des WhatsApp-Kontos zu kommen scheinen.

Deshalb rät die Polizei dringend, immer über einen anderen Kommunikationskanal Rücksprache zu halten, wenn über Apps oder per E-Mail unerwartete Geldforderungen kommen – selbst wenn diese Forderungen von Familie, Freunden oder Bekannten zu stammen scheinen.

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Wurde das eigene WhatsApp-Konto übernommen, sollte man das fremde Gerät in den Einstellungen von WhatsApp entkoppeln und seine Kontakte schnellstmöglich über einen anderen Kommunikationsweg warnen, damit die Betrüger mit ihrer Masche keine Chance haben.

Wer Opfer einer solchen Kontenübernahme oder eines Zahlungsbetrugs geworden ist, sollte der Polizei zufolge zunächst alle Nachrichten und Telefonnummern der Betrüger beziehungsweise die Zahlungsdaten und Belege sichern. Im Zweifel kann man Screenshots davon machen. Ist das erledigt, sollte man umgehend die Polizei informieren.

Schützen Sie sich mit diesen Vorsichtsmaßnahmen

  • Scannen Sie keine unbekannten QR-Codes, klicken Sie keine Links an, ohne deren Herkunft und Zweck zweifelsfrei überprüft zu haben.

  • Bestätigen Sie unter keinen Umständen in WhatsApp die Verknüpfung eines unbekannten Geräts mit Ihrem WhatsApp-Konto.

  • Geben Sie niemals Verifizierungs- oder Sicherheitscodes an andere weiter.

  • Prüfen Sie im Einstellungsmenü von WhatsApp regelmäßig, welche Geräte mit Ihrem Account verknüpft sind. Ist Ihnen eine der aufgelisteten Verknüpfungen suspekt oder Sie kennen das angegebene Gerät nicht, löschen Sie diese. Dabei sollten Sie immer auf Nummer sicher gehen. Eine versehentlich gelöschte Verknüpfung mit einem eigenen Gerät lässt sich schnell wiederherstellen.

mak/dpa