Yahoo kauft Summly 30-Millionen-Deal wirft Fragen auf
Es war ein spektakulärer Kauf, der in dieser Woche wohl manchen Jungunternehmer hat träumen lassen: Für satte 30 Millionen Dollar kaufte Yahoo dem gerade einmal 17-jährigen Nick D'Aloisio die Firma Summly ab. Er hatte die kleine Firma im Jahr 2011 gegründet, im zarten Alter von 15 Jahren. Im Angebot hat die Firma eine Nachrichten-App, die journalistische Texte so zusammenkürzt, dass sie genau auf den Smartphone-Bildschirm passen. Der Clou dabei: Trotz der automatischen Kürzung blieben die Texte verständlich und gut lesbar.
Der Kauf sorgte für Furore, lässt aber auch manche in der Branche stutzen. Unter anderem, weil die Technologie hinter der intelligenten Kürzung offenbar gar nicht von dem Jugendlichen stammt. Emin Gün Sirer, Professor an der Cornell University, weist in seinem Blog explizit darauf hin, dass die Kerntechnologie für Summly vom Forschungsinstitut SRI International stammt, das auch die Technologie hinter Siri entwickelt und an Apple verkauft habe. Auf der Firmen-Website von Summly selbst heißt es : "SRI International hat, mit der Hilfe des Teams von Summly, die Zusammenfassungstechnologie hinter Summly entwickelt", und weiter: "Ihnen gehört ein kleiner Anteil an der Firma und sie helfen uns, den Algorithmus weiterzuentwickeln."
Yahoo kauft sich Coolness
Nicht nur deshalb macht der Millionen-Deal zum Beispiel den "Business Insider " skeptisch: Die Summly-App habe noch nie viele Nutzer gehabt und keine großen Einnahmen eingebracht, heißt es in einem kritischen Artikel , außerdem stelle Yahoo sie ja ein. Zwar sei das Unternehmen nach eigenen Angaben am Talent von D'Aloisio selbst interessiert. Aber der, so der "Business Insider", lebe in London, müsse erst einmal seinen Schulabschluss machen und habe sich auch nur für 18 Monate bei dem Konzern verpflichtet. Vor allem aber sei er eben erst 17: "Wir glauben nicht, dass er erwachsene Yahoo-Ingenieure und -Designer führen und inspirieren kann", heißt es in dem Artikel.
Yahoo übernimmt Teenager-Start-up: 30 Millionen Dollar für Summly
Deshalb wird munter spekuliert, was denn der tatsächliche Grund für den spektakulären Kauf sein könnte: Zum Beispiel wolle man sich vielleicht mit ein paar einflussreichen Investoren und Unterstützern von Summly gut stellen - etwa für spätere Start-up-Käufe. Oder Yahoo war einfach scharf auf das große Presse-Echo, das der Konzern dafür bekam, einen Teenager zum Millionär gemacht zu haben. Vielleicht ist es aber auch viel mehr so, wie es die "Wired " ausgedrückt hat, als sie über den Summly-Kauf berichtete: Der Konzern kaufe sich von dem jungen Mann einfach ein bisschen Coolness. Dafür sind, zumindest im Silicon Valley, 30 Millionen Dollar kein schlechter Preis.