2560 x 1600 Pixel auf sechs Zoll: Toshibas Doppel-HD-Display
2560 x 1600 Pixel Toshiba kündigt Doppel-HD-Display für Tablets an
Gerade erst hat Samsung für Furore gesorgt. Das Display des neuen Smartphones Galaxy Nexus zeigt 1280 x 720 Pixel auf einer Bildschirmdiagonale von nur 4,65 Zoll an. Das sind mehr Pixel als jedes andere Handy oder irgendein gängiges Tablet wiedergeben kann. Die Auflösung des ersten Handys mit Android 4.0 entspricht auch dem 720p-Standard, der sogenannten kleinen HD-Auflösung. Derzeit wird das als Meilenstein angesehen, als eines der Killerfeatures des neuen Handys gepriesen. Gegenüber dem, was Toshiba nun angekündigt hat, wirkt es mickrig.
Der Elektronikkonzern Toshiba hat nun einen Bildschirm angekündigt, der 2560 x 1600 Bildpunkte bei 6,1 Zoll Diagonale auflösen soll. Die Ankündigung ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Eine derart hohe Auflösung war bisher riesigen PC-Monitoren vorbehalten. Nur wenige Hersteller bieten Bildschirme im 27- oder 30-Zoll-Fomat mit der WQXGA (Wide Quad eXtended Graphics Array) abgekürzten Auflösung an. Vor allem bei zur Bild- und Videobearbeitung sind solche Monster-Monitore populär, weil man auch einem solchen Bildschirm ein Full-HD-Videobild anzeigen kann und trotzdem noch reichlich Platz für die Bedienelemente des Bearbeitungsprogramms bleibt.
Vor allem aber ist Toshibas neues Display interessant, weil es die Pixeldichte drastisch erhöht, indem es so viele Bildpunkte auf so geringer Fläche zusammenbringt. Die Pixeldichte beträgt 498 Pixel pro Zoll (PPI), also weit mehr als beispielsweise Apples iPhone 4 und 4S mit ihren Retina-Displays aufbringen, deren Pixeldichte sich auf 336 PPI berechnet. Zum Vergleich: Sonys PSP Go hat eine Pixeldichte von 145 PPI, Nokias N8-Handy eine von 209 PPI und ein 42-Zoll Full-HD-Fernseher gar nur 52 PPI .
Viel hilft viel
Je höher die Pixeldichte ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man auch aus geringer Entfernung keine Einzelpixel mehr ausmachen kann. Apple bezeichnet den von LG gelieferten Bildschirm des iPhone 4 und 4S deshalb als Retina-Display, weil seine Pixeldichte höher sei als die Auflösung des menschlichen Auges. Eine Aussage, die unter Experten umstritten ist. Bei den 498 PPI des neuen Toshiba-Displays dürfte es allerdings tatsächlich ausgesprochen schwer werden, noch Bildpunkte zu erkennen. Das Ergebnis: eine absolut glatte Bildfläche, auf der Buchstaben wie gedruckt und Farbverläufe natürlich aussehen. Und man könnte 3D-Bilder und -Filme mit brillenloser 3D-Technik anzeigen, ohne dabei Abstriche bei deren Qualität machen zu müssen. Denn nach der technisch bedingten Halbierung der Auflösung bei dieser Technik bliebe immer noch ein Full-HD-Bild, nur eben in 3D.
Toshiba will das neue Display zum ersten Mal auf der Fachmesse FPD International 2011 in Yokohama ausstellen. Es ist unklar, wie lange es dann noch dauern wird, bis man derartige Bildschirme tatsächlich in Geräten finden wird. Manchmal kann so etwas sehr schnell gehen. Ein Display, wie es jetzt im Galaxy Nexus eingebaut wird, hat Toshiba beispielsweise gerade erst in diesem Sommer vorgestellt.
Welcher Chip schafft das?
Bis solche Bildschirme in Tablets verbaut werden, müssen noch einige Bedingungen erfüllt sein. Würde zum Beispiel Apple einen solchen Bildschirm in einem neuen iPad verwenden wollen, müsste sichergestellt sein, dass Toshiba entsprechend hohe Stückzahlen in gleichbleibender Qualität und zu einem Preis produzieren kann, wie es sich das kalifornische Unternehmen wünscht.
Außerdem dürfte der verwendete Grafikchip eine ausschlaggebende Rolle spielen. Der müsste viermal so viele Pixel bewegen können wie ein aktueller Tablet-Chip, wenn er HD-Videos per HDMI auf einen Fernseher ausgibt. Mehr Strom als ein aktueller Chip dürfte er dabei trotz der Mehrarbeit nicht verbrauchen.
Keine leichte Aufgabe, aber eine lösbare. Wann es so weit sein wird, ist allerdings unklar. Toshiba jedenfalls macht keine Angaben dazu, wann das neue Super-HD-Display in Serie gehen wird.