80 Millionen Pixel-Bäume: Google forstet auf - DER SPIEGEL
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Google Earth 6: Virtuelle Bewaldung

80 Millionen Pixel-Bäume Google forstet auf

Mehr Realität, mehr Historisches und vor allem: mehr Bäume. Der US-Konzern Google hat eine neue Version seines virtuellen Atlas Earth veröffentlicht und virtuell bepflanzt. Dutzende unterschiedlicher Pflanzenarten wuchern über den Pixel-Planeten - doch die bekommt nicht jeder zu sehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Google

Street View

Solche Eile kennt man von eigentlich nicht. Kaum zweieinhalb Monate nach der fünften Version von Google Earth hat der US-Konzern am Dienstag bereits deren Nachfolger veröffentlicht. Google Earth 6 ist dem Firmenblog  zufolge um eine Integration des gerade erst in Deutschland gestarteten , um 3-D-Modelle von Bäumen und um viele neue alte, weil historische, Luftbilder erweitert worden. Vor allem den Bäumen hat Google dabei einige Aufmerksamkeit gewidmet. Immerhin 80 Millionen der digitalen Abbilder grün belaubter Sauerstoffproduzenten haben die Techniker auf ihrem Modell des Planeten Erde verteilt.

Das mag sich nach viel anhören, ist es nach aber nicht. Google nennt explizit die Städte Athen, Berlin, Chicago, New York, San Francisco und Tokio als bereits bepflanzt. Auf welche Städte und Ländereien die vielen Bäume sonst noch verteilt wurden, muss man weitgehend selbst herausfinden, sofern man denn Bäume zu sehen bekommt.

Denn darüber, dass sie womöglich gar keine Bäume zu sehen bekommen, sollten sich deutsche Nutzer nicht wundern. Aus irgendeinem wundersamen Grund ist die Option zum Einschalten der Bewaldung  im deutschen Google Earth nicht immer vorhanden . Die einzige Möglichkeit, die Botanik doch zu sehen zu bekommen, besteht darin, die Software auf englische Sprache umzuschalten. Wie das geht, versucht Google auf einer Hilfe-Seite  zu erklären. Zumindest die Erklärung für Mac-User ist dort allerdings fehlerhaft. (Sie müssen in den Systemeinstellungen auf Sprache & Text klicken und dort die Reihenfolge der Sprachen ändern und Englisch an die erste Stelle ziehen.)

Hat man seine Software auf diese oder eine der von Google beschriebenen Arten umgeschaltet, erscheinen tatsächlich Wälder, Bäume, Büsche dort dreidimensional, wo bisher nur flache Fotos zu sehen waren. In Kombination mit 3-D-Gebäuden, die in einigen Städten zu sehen sind, kann man sich damit einen erstaunlich realistischen Eindruck von der Gegend machen, in der man gerade virtuell wandert. Ein paar Erkundungsreisen können einen Eindruck davon vermitteln, wie Google Earth mit Bäumen denn eigentlich aussieht.

Zusätzlich hat Google seinen Straßenbilderdienst Street View jetzt auch von Google Earth aus erreichbar gemacht. Das gelbe Street-View-Männchen, der Pegman, hat dafür einen Platz in der Software bekommen und kann, wie aus Google Maps gewohnt, auf Straßen plaziert werden, um in den Street-View-Modus zu wechseln. Dass Google überdies auch den Zugang zu den historischen Luftbildaufnahmen in Google Earth vereinfacht hat und man jetzt deutlicher darauf hingewiesen wird, dass solche Bilder für das gerade betrachtete Gebiet vorliegen, dürfte vor allem einem Grund haben: Das Angebot wurde bisher wohl nicht sonderlich intensiv genutzt.

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Alles in allem legt Google mit der Version 6 von Google Earth ein wenig aufregendes Update vor, das um einige nette Funktionen erweitert wurde, dem aber wirklich beeindruckende Neuheiten fehlen. So schön die Integration von Bäumen sein mag, revolutionär ist das nicht. Schon gar nicht, wenn man die Software auf einer nicht ganz taufrischen Hardware installiert. Unser Test-Notebook mit 2,16 GHz Intel-Prozessor jedenfalls wurde von dem vielen 3-D-Spielkram schwer gefordert, pustete laut atmend heiße Luft aus dem Gehäuse und schien manchmal ganz zum Stillstand gekommen zu sein.

Aber das wird Google sicher noch verbessern können. Schließlich ist Google Earth auch in seiner sechsten Inkarnation immer noch eine Beta-Version.