Apple, der HomePod, iOS 11 und AR: Laut und durchschaubar - DER SPIEGEL
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Apple-Entwicklerkonferenz: Das sind die spannendsten Neuheiten

Foto: Justin Sullivan / AFP

Apple-Entwicklerkonferenz Laut und durchschaubar

Auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple viel Erwartbares vorgestellt. Doch der Konzern hat auch ein paar Überraschungen gezeigt und vor allem seinen großen Plan für die kommenden Jahre offenbart.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Apple will sich neu aufstellen, so viel ist nach der Keynote vom Mittwoch klar. Auf der Suche nach neuen Erlösquellen hat sich der Konzern zwei neue Kerngebiete ausgesucht: vernetzte Musik und Augmented Reality. Im Grunde sind beides alte Themen, doch mit der geballten Kraft seiner Marktmacht, seiner Geldreserven und seiner Entwicklungslabors will der Konzern sie sich zu eigen machen.

Auf der einen Seite steht der vernetzte Lautsprecher HomePod. Der Name ist kein Zufall. Bei Apple hofft man, mit ihm einen Nachfolger für den iPod zu haben. Dass er mit Siris künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet ist, ist wichtig. Zum einen wird die Bedienung dadurch sehr einfach und ohne Handbuch möglich. Zum anderen kann man dem HomePod über Siris Stimme und Charakter einen unverwechselbaren Apple-Touch geben.

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Apple-Entwicklerkonferenz: Das sind die spannendsten Neuheiten

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Wer nun denkt, Apple würde mit dem HomePod gegen Amazon Echo und Google Home antreten, täuscht sich. Während die beiden genannten Geräte vor allem als KI-Vehikel dienen und nebenbei Musik abspielen können, haben sich Apples Entwickler beim HomePod auf die Klangqualität fokussiert. Mit seinem iPhone-Prozessor und sechs Mikrofonen kontrolliert der Lautsprecher kontinuierlich seinen Klang, passt sich nahezu in Echtzeit veränderten Gegebenheiten in der Umgebung an.

Damit ist er in erster Linie eine Konkurrenz zu den vernetzten Lautsprechern von Sonos, die eine ähnliche Funktion namens Trueplay bieten. Die kalibriert die Lautsprecher aber nur einmalig auf den Raum. Sobald man Möbel verschiebt oder sich viele Menschen versammeln, ist es mit der Anpassung vorbei.

Babysteps

Zumindest im ersten Schritt sind die übrigen Fähigkeiten des HomePod, die über die Musikwiedergabe hinausgehen, beschränkt. Er kann Kalendereinträge erstellen, ein paar Sprachen übersetzen, den Wetterbericht wiedergeben und noch ein paar Sachen. Im Vergleich zum Amazon Echo ist das nichts.

HomePod-Prototyp

HomePod-Prototyp

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Doch es würde wohl niemanden wundern, wenn der Konzern das Gerät im kommenden Jahr für Entwickler öffnen würde, die dann eigene Apps oder Anpassungen in eigene Internetdienste dafür entwickeln könnten. Typisch Apple eben: ein neues Gerät erst einmal im Markt etablieren und dann für Dritte öffnen.

Ganz ähnlich dürfte der Plan für Augmented Reality (AR), die "überlagerte Realität", aussehen. Im ersten Schritt gibt Apple Entwicklern jetzt die Werkzeuge an die Hand, um AR-Apps für iPads und iPhones zu entwickeln. Für die Programmierer wird sich das lohnen. Mit dem Update auf iOS 11 werden im Herbst schlagartig Millionen Apple-Nutzer ein AR-fähiges Betriebssystem auf ihre Geräte laden.

Es entsteht ein gewaltiger Markt. Dass auch Entwickler dieses Potenzial sehen, zeigt das Beispiel Peter Jackson. Der "Herr der Ringe"-Regisseur lässt in seinem Software-Studio bereits ein Spiel für Apples AR-Technik entwickeln, das bei einer ersten Vorführung sehr beeindruckend aussah.

Ein Fuß in der Tür

Nun mag man sich wundern: Warum bringt Apple dann nicht gleich eine passende AR-Brille heraus. Mit einem solchen Gerät wären AR-Erlebnisse sicher noch viel beeindruckender als auf dem Bildschirm eines Mobilrechners. Aber zum einen dürfte Technik für solche Brillen noch nicht so weit sein, dass man damit wirklich hochauflösende Grafiken in das Blickfeld des Nutzers einblenden könnte.

Zum anderen wird Apple auch diesen Markt zunächst einfach nur vorbereiten wollen. Erst wenn die kritische Masse an AR-Apps und -Spielen im Markt vorhanden ist, kann es sich lohnen, dafür eine entsprechende AR-Brille anzubieten. Denn die hat dann ja nur den einen Nutzen - AR-Anwendungen darzustellen - und wird sicher nicht ganz billig sein.

Sowohl die AR-Technologie als auch der vernetzte HomePod-Lautsprecher sind für den Konzern so etwas wie Türöffner. Sie öffnen die Türen zu zwei neuen Märkten nur einen Spalt weit. Erst wenn Apple seinen Fuß fest in diesen Spalt vorgeschoben hat, wird der Konzern sich daranmachen, die Tür für sich weit aufzustoßen. Das wird ein paar Jahre dauern.