Gestalter-Ratgeber: Elf Kreativ-Tricks fürs eigene Geschichtsfotobuch - DER SPIEGEL
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Gestalter-Ratgeber Elf Kreativ-Tricks fürs eigene Geschichtsfotobuch

Ein illustrierter Blick in die Vergangenheit - verewigen Sie Ihre historischen Bilder in einem Fotobuch und lassen Sie damit Geschichte lebendig werden. Am Beispiel einer Dorfchronik zeigt das Fachmagazin "Docma" elf Ideen, die ein Fotobuch mit historischem Material aufhübschen können.
Von Eva Ruhland
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Alte Fotos sind viel zu schade, um im Schuhkarton oder im vergilbten Fotoalbum zu versauern - als Bestandteil einer historischen Dokumentation in Form eines Fotobuchs verhelfen Sie betagten Aufnahmen zu neuem Leben und setzen sie in einen neuen Zusammenhang. Bei Ihrer historischen Exkursion sind Sie nicht mehr nur auf Zeitzeugen angewiesen. Im Internet finden Sie vielfältige Informationen, Google Earth liefert Kartenmaterial. Sie müssen das ganze Material nur noch mit einer Layoutsoftware zusammenfügen.

Dass Sie Materialien aus Internetquellen nur für den eigenen, privaten Gebrauch nutzen dürfen, muss man kaum erwähnen: Alle Bilder, Texte und natürlich auch Kartenmaterial und Satellitenfotos, die Sie im Internet finden, sind urheberrechtlich geschützt. Wer ganz sicher gehen will, greift auf Material, das unter der Creative-Commons-Lizenz  veröffentlicht wurde, im Rahmen der dafür definierten Freigaben zurück (Anmerkung der Red.).

Als Thema für Ihr historisches Fotobuch eignen sich neben einer Stadt- oder Dorfchronik natürlich auch die Geschichte Ihrer Familie, die Historie eines Vereins oder etwa die Vergangenheit Ihres liebsten Urlaubsorts.

Sammeln und Scannen

Wenn die gewünschten Aufnahmen als Papierabzüge vorliegen, steht zunächst einmal das Scannen der Vorlagen an. Vergilbte und/oder ausgefranste Bildränder sollten Sie im Bildbearbeitungsprogramm nicht wegschneiden - solche Ränder verstärken den historischen Eindruck der Fotosammlung und verleihen den Buchseiten das "gewisse Etwas". Sollten Sie nicht über einen Scanner verfügen oder fehlt Ihnen schlicht die Zeit zum Einscannen der Vorlagen, nutzen Sie einen Scanservice. Professionelle Dienstleister veranschlagen pro Abzug/Dia/Negativ je nach Qualität zwischen 20 und 50 Cent pro Bild.

Für die illustrierte Dorfchronik im nachfolgenden Beispiel haben wir den CEWE-Fotoeditor verwendet. Auf den Assistenten haben wir aus Gründen der freieren Gestaltungsmöglichkeiten verzichtet.

Satellitenbilder, Gegenüberstellungen, großzügige Doppelseiten - elf Gestaltungs-Ideen für ein Fotobuch.

Ein Blick aus der Höhe

Foto: Docma/ Google Earth

Wann immer es in einem Fotobuch für den privaten Gebrauch um ein geografisches Thema geht, bietet sich zur Illustration eine Satellitenaufnahme aus dem reichhaltigen Fundus von Google Earth  an. Nach der Installation geben Sie in das Suchfeld links oben den Namen des gesuchten Ortes ein - hier "Rüddingshausen". Am Ziel angekommen, blenden Sie den Ortsnamen durch Entfernen des Häkchens im Listenfeld links oben aus und fertigen einen Screenshot an, den Sie in Photoshop als neues Bild einfügen (Strg-/Befehlstaste-V).

Titelbild vorbereiten

Foto: Docma/ Google Earth

In Photoshop schneiden Sie den Bildschirmschnappschuss so zu, dass er eine Umschlagseite füllt. Eine Version belassen Sie in den ursprünglichen Farben, während Sie die Kopie für die Rückseite über "Bild > Anpassungen > Farbton/Sättigung" bearbeiten und dort die "Helligkeit" erhöhen. Dann verwandeln Sie das Bild mit "Bild > Schwarzweiß" bei aktivierter Checkbox "Farbton" mit den Werten 42° für "Helligkeit" und 20% "Sättigung" in eine dezente Hintergrundgrafik mit Sepiatönung.

Die Einbandgestaltung

Foto: Docma/ Google Earth

Im Fotobucheditor wählen Sie in der Ordner- übersicht "Bilder > Lokal" das Verzeichnis, in dem sich die vorbereiteten Satellitenaufnahmen befinden. Führen Sie einen Rechtsklick auf das vollfarbige Bild aus und klicken Sie im Kontextmenü auf "Bild als Hintergrund rechts". Die dezente Sepiaversion machen Sie zum "Bild als Hintergrund links". Dann ziehen Sie mit dem Werkzeug "Neuer Text" einen Textrahmen im oberen Drittel der rechten Seite auf und geben Ihren Buchtitel und -untertitel ein. Für das Wort "Damals" haben wir eine alte Frakturschrift gewählt, während eine serifenlose Schrift das "Heute" besser illustriert.

Gegenüberstellung von alt und neu

Foto: Docma/ Google Earth

In den meisten Fotoarchiven finden sich ähnliche Szenen aus Vergangenheit und Gegenwart - diese lassen sich ideal für eine kontrastreiche Gegenüberstellung auf der Titelseite oder auch für die Innenseiten des Fotobuchs verwenden. Hier wird links unten ein Umzug des Gesangsvereins aus den 30er Jahren dargestellt, während rechts eine Blaskapelle aus unseren Tagen ihren Weg durch das Dorf bahnt.

Unregelmäßige Bildränder können Sie in Photoshop vor einen transparenten Hintergrund stellen und das Bild im PNG-Format speichern - der Fotobucheditor kann die Transparenz von PNG-Dateien korrekt interpretieren.

Klappentext

Foto: Docma/ Google Earth

Für die Bebilderung der Rückseite verwenden Sie eine Layoutvorlage. Klicken Sie links auf die Registerkarte "Layout", gefolgt von "Seitenlayout", und ziehen Sie die Vorlage mit vier Bildern am rechten Rand über Ihre Rückseite des Bucheinbands. Dann wechseln Sie zurück zur Registerkarte "Bilder" und ziehen vier bezeichnende Aufnahmen in die vorgefertigten Rahmen. Anschließend klicken Sie einen der Bildrahmen an und in der Werkzeugleiste das Icon "Rahmen und Schatten bearbeiten" (Symbol mit vier roten Punkten und einer Zange). Geben Sie eine "Breite" von "20" vor und wählen Sie als "Farbe" Weiß. Indem Sie die Checkbox "Alle Bilder auf dieser Seite" aktivieren, erhalten nun alle vier Abbildungen einen einheitlichen, weißen Rahmen.

Gegenüberstellung mit historischem Layout

Foto: Docma

Eine Gegenüberstellung alter und neuer Bilder funktioniert sowohl direkt (wie auf dem Titelbild) als auch indirekt über mehrere Doppelseiten. Für die Bildstrecke "Menschen Damals" - die Überschrift wieder in der passenden Frakturschrift formatiert - wurde eine historische Aufnahme im Querformat mit der Funktion "Bild als Hintergrund auf beiden Seiten" für die Doppelseite definiert. Die drei Fotos im unteren Drittel wurden klassisch symmetrisch angeordnet, um der ganzen Doppelseite einen "historischen Look" zu verleihen. Für den erklärenden Text rechts oben wurde zugunsten der Lesbarkeit auf die Frakturschrift verzichtet.

Die Gestaltung den Motiven anpassen

Foto: Docma

Gleich nach der "historischen" Doppelseite folgt im Fotobuch die "moderne" Variante - ebenfalls mit einem beide Seiten ausfüllenden Hintergrundbild, jedoch mit deutlich dynamischerem Layout mit verschiedenen Bildgrößen und spannender Anordnung der einzelnen Fotos. Das Textfeld rechts oben muss aufgrund des unruhigen Hintergrunds weiß gefüllt werden - dazu verwenden Sie die Funktion "Hintergrundfarbe des Textfelds festlegen" in der Werkzeugleiste rechts neben Schriftart und -farbe.

Ein in Zeitschriften und Büchern gerne genutzter Layout-Kniff ist die "Bild-im-Bild"-Variante. Dabei werden zwei ähnlich geartete Fotos gemeinsam präsentiert - ein Bild im Großformat, und das zweite Bild rechts oder links unten "eingeklinkt" mit kleineren Abmessungen. So gelingen sehr schöne Gegenüberstellungen wie der Wandel der Mode und der Lebenseinstellung im Laufe der Zeit - besonders gut zu sehen auf der linken Seite, die den fröhlichen Zeitgeist der späten 1950er Jahre mit dem steifen Kaiserzeit-Ambiente Ende des vorvergangenen Jahrhunderts vergleicht.

Einheitliche Bildrahmen in einem zarten Gelbton verleihen der Doppelseite ein homogenes Erscheinungsbild.

Der bebilderte Zeitstrahl

Foto: Docma

Timelines sind ein optischer Leckerbissen und ohne große Mühe auch im Fotoeditor realisierbar. Als Grundlage für die visuelle Zeitreise dient wieder ein Hintergrundbild, das über die gesamte Doppelseite läuft. Als Layoutvorlage für die Timeline dient die im Register "Seitenlayout > 4 Bilder pro Seite" ziemlich weit unten zu findende Vorlage mit den drei kleinen Bildern samt Bild-unterschrift am unteren Rand. Ziehen Sie die Bilder in ihrer chronologischen Reihenfolge in die Rahmen und versehen Sie sie darunter mit der entsprechenden Jahreszahl.

Sonderzeichen einbauen

Foto: Docma

Da es in der Clipart-Bibliothek von CEWE keine Pfeile gibt, behelfen Sie sich mit einem entsprechenden Symbol etwa aus der Schriftart "Zapf Dingbats" oder "Wingdings". (Der Zeichencode für Zapf Dingbats ist Alttaste + 0225: die Zahlen auf dem Ziffernblock der Tastatur eingeben). Windows-Anwender können auch das Programm "Charmap" starten und sich in der Zeichentabelle auf die Suche nach dem passenden Pfeil machen. Sobald der Pfeil in der korrekten Größe (96 bis 120 Punkt) eingebaut wurde, klicken Sie in der Werkzeugleiste auf das Icon mit dem "T" und dem Lineal ("Weitere Texteinstellungen") und verleihen dem Pfeil im Fenster "Eigenschaften des Textfelds" mit "Farbige Buchstabenränder aktivieren" einen 10 Pixel breiten, schwarzen Rand.

Timeline-Doppelseite fertigstellen

Sobald Sie die linke Seite fertig gebastelt haben, können Sie das Layout mit einem Klick auf das "Layout speichern"-Icon zu Ihrer Vorlagendatenbank hinzufügen. Es erscheint dann als neue Miniatur mit einem grünen Stern im linken Vorlagenbereich und kann per Drag & Drop auf der rechten Seite angewendet werden. Leider bringt der Fotoeditor hier und da Zeichenformatierungen und Positionen durcheinander, so dass manuelle Nacharbeit nötig ist.

TIPP Wenn die schwarze Schrift vor dunklen Passagen des Hintergrundbilds "absäuft", versehen Sie den Text wie zuvor den Zeitlinienpfeil mit einer dünnen, circa zwei Pixel breiten, weißen Umrandung.

Texte aus dem Internet

Foto: Docma

Zu nahezu jeder deutschen Gemeinde finden Sie reichhaltige Informationen im Internet. Googeln Sie einfach nach dem Namen der Stadt, um entweder auf der offiziellen Homepage des Ortes oder bei Wikipedia nach verwertbaren Informationen zu suchen. Markieren und kopieren Sie die gewünschten Textpassagen vom Webbrowser in einen Textrahmen des Fotoeditors, geben Sie die Quelle an. Für den reinen Privatgebraucht ist das zulässig, sollten Sie das Buch jedoch verkaufen oder außerhalb des privaten Umfelds präsentieren, ist das Kopieren von Text- und Bildmaterial nicht erlaubt.

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