Voll auf Touch: Acers ungewöhnliche Neuvorstellungen
Acer-Tablets und Notebooks Doppel-Touch statt Tastatur
Warum soll man sich mit einem zufriedengeben, wenn man auch zwei haben kann? Das dürfte zumindest einer der Gründe sein, die Acer zur Entwicklung des Iconia getrieben haben, eines Netbooks, das zwei Touchscreens besitzt. Der zweite ist da angebracht, wo normalerweise die Tastatur ist. Will man tatsächlich einmal tippen, wird die Tastatur auf dem unteren Touchscreen eingeblendet. So könnte man zunächst annehmen, vor einer aufgepumpten Nintendo-DS-Spielkonsole zu stehen - nur ist das Acer-Gerät viel schicker.
Und viel leistungsstärker: Das 14-Zoll-Notebook wird einen Intel-Core-i5-Prozessor in seinem Bauch tragen, mit bis zu 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und Festplatten mit bis zu 750 Gigabyte ausgerüstet sein. Neben der PC-üblichen Ausstattung glänzt das Iconia mit einem HDMI-Anschluss, Bluetooth 3.0 und USB 3.0. Beide Touchscreens werden von sogenanntem Gorilla-Glas geschützt, einem nahezu unzerstörbaren Spezialglas.
Anlass für die Präsentation des ungewöhnlichen Mobilrechners war Acers jährliche Pressekonferenz in New York, deren Fokus eigentlich auf Geräte mit nur einem Touchscreen gelegt war: Tablet-PC. Von denen stellte der PC-Hersteller gleich drei vor. Angesichts der Bildschirmgrößen der drei Geräte - 10,1 Zoll, 7 Zoll und 4,8 Zoll - könnte man meinen, Acer wolle einfach alle Nischen besetzen, die bisher von der Konkurrenz belegt sind (9,7 Zoll vom Apple iPad, 7 Zoll von Samsungs Galaxy Tab und 5 Zoll vom Dell Streak).
Die große Chip-Verwirrung
Das 4,8-Zoll-Modell ist dabei naturgemäß eher als Smartphone denn als Tablet-PC zu bezeichnen. Sein Display ist mir 1024 x 480 Pixeln nicht außergewöhnlich hochauflösend, sondern hat mit einem Seitenverhältnis von 21:9 genau die richtigen Proportionen zur Wiedergabe von Kinofilmen - etwa so wie die bisher einmaligen Cinema-21:9-Fernseher von Philips. Seiner Acht-Megapixel-Kamera hilft bei Dunkelheit ein LED-Blitz beim Ausleuchten, als Betriebssystem setzt Acer auf Android.
Und das nicht nur beim kleinsten, auch bei den größeren Tablets. Ansonsten aber hält sich Acer mit Details zur Ausstattung der Geräte ausgesprochen vornehm zurück. Nur zum 7-Zoll-Modell wird verraten, dass es von einem Dual-Core-Prozessor angetrieben wird. Ansonsten schwirren verschiedene Deutungen und Angaben durchs Netz. Laut Mashable.com etwa steckt im 4,8-Zoll-Smartphone ein 1 Gigahertz schneller Snapdragon-Chip, wie er auch in vielen anderen Handys zu finden ist. Engadget wiederum schreibt, in den größeren Modellen würden AMD-Chips verbaut, während Gizmodo nVidias Tegra-2-Chip erspäht haben will.
Wann und vor allem wie viel?
Immerhin verrät Acer, dass es das 10,1-Zoll-Tablet auch in einer Variante mit Windows 7 geben soll. Darauf darf man gespannt sein. Das Windows-Tablet will der Konzern zudem als erstes auf den Markt bringen, hat den Verkaufsbeginn für Februar 2011 angekündigt. Die beiden großen Android-Modelle sollen dagegen erst im April in den Handel kommen. Für das 4,8-Zoll-Smartphone-Tablet ist überhaupt kein Verkaufsdatum angegeben.
Dasselbe gilt auch für das Iconia, allerdings in verschärfter Form. Acer bezeichnet das Iconia, so fertig es aussehen mag, noch als Konzept. Und wie es sich für ein ordentliches Konzept gehört, gibt es dafür weder eine Preisvorstellung noch ein Veröffentlichungsdatum. Nächstes Jahr könnte es kommen - vielleicht.