Android: Google Nexus 5 und Motorola Moto G im Test - DER SPIEGEL
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Android-Smartphones von Google und Motorola: Nexus 5 und Moto G im Test

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Nexus 5 und Moto G im Test Das sind Googles Vorzeige-Androiden

Mit dem Nexus 5 und dem Moto G nimmt Google den Smartphone-Markt von zwei Seiten in die Zange: Das Nexus soll Highend-User locken, das Motorola-Handy preisbewusste Kunden. Der Vergleichstest zeigt die Taktik des Konzerns.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Googles Nexus 5 und Motorolas Moto G sind ungleiche Brüder. Das Nexus besetzt die Nische, die Googles Smartphones schon immer besetzt haben: Es ist vollgestopft mit neuester Handytechnik und dient als Vorführgerät für die aktuelle Android-Version 4.4 - zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Das Moto G der Google-Tochter Motorola hingegen soll mit einer guten Mittelklasseausstattung Einsteiger und Umsteiger locken.

Ein Blick auf die Datenblätter (siehe Tabelle unten) vermittelt den Eindruck, dass bei der Ausstattung fast alles halbiert wurde: Anstelle des 2,26 GHz schnellen Snapdragon-800-Prozessors des Nexus 5 arbeitet im Moto G eine 1,2 GHz schneller Snapdragon 400. Der Arbeitsspeicher des Motorola-Handys ist nur halb so groß wie der des Google-Smartphones, und auch der Massenspeicher ist mit acht beziehungsweise 16 GB nur halb so üppig bestückt wie der des größeren Google-Handys.

Aber was für die Technik gilt, gilt auch für den Preis: Das Nexus 5 kostet je nach Speicherausstattung (16 oder 32 GB) 350 oder 400 Euro, das Moto G (mit 8 oder 16 GB) 170 oder 200 Euro - also halb so viel.

Die Bildschirme

Die Halbierungstaktik kann man auch auf die Bildschirme beziehen. Ihre Größe unterscheidet sich kaum, die Diagonale beträgt 4,5 beziehungsweise 4,95 Zoll. Dafür zeigt das größere Nexus 5 mit seiner Full-HD-Auflösung gut doppelt so viele Pixel an wie das Moto G. Ein Unterschied, den man vor allem beim Lesen bemerkt. Beide Bildschirme sind kontrastreich und zeigen kräftige Farben. Das Display des Nexus leuchtet etwas heller, beim Motorola greift die automatische Helligkeitssteuerung etwas beherzter ein und regelt die Beleuchtung schneller herunter, wenn die Umgebung schummrig wird.

Die Kameras

Die unterschiedlich hoch auflösenden Bildsensoren der beiden Handys liefern ordentliche, aber nicht überragende Bildqualität. Die Ergebnisse sind brauchbar, unterscheiden sich nicht nur in der Auflösung - 8 Megapixel beim Nexus 5 und 5 Megapixel beim Moto G. Die Schnappschüsse des Motorola sind etwas weniger scharf, zeigen an kontrastreichen Übergängen deutliche Kompressionsartefakte. Die Kamera des Nexus verfügt über einen optischen Bildstabilisator, der zum Beispiel bei wenig Licht längere Belichtungszeiten und damit bessere Bilder ermöglicht. Wer viel und gern mit dem Handy fotografiert, ist mit dem Nexus 5 besser bedient.

Die Vernetzung

Auch die Ausstattung der Funkmodule unterscheidet sich deutlich: Während das Nexus 5 mobil mit LTE-Netzen Kontakt aufnimmt, ist beim Moto G trotz HSPA+ bei 21 Mbit/s Schluss. Ähnliches gilt für W-Lan-Verbindungen: Das Google-Handy nimmt auch mit den neuen Gigabit-Netzwerken nach dem 802.11ac-Standard Verbindung auf, beim Motorola reicht die Technik nur für deutlich langsamere 802.11n-Netze. Immerhin haben beide Geräte den Strom sparenden Bluetooth-Standard 4.0 eingebaut, der vor allem für Sportzubehör nützlich ist.

Die Software

Im Alltag sind diese Unterschiede selten zu bemerken. Der schnellere Prozessor des Nexus 5 ist bei normaler Nutzung nur selten spürbar. Manches läuft mit dem Nexus ein wenig flinker, große Apps werden schneller geladen. Diese Leistungsunterschiede dürfte man aber auf lange Sicht deutlich zu spüren bekommen, wenn das Nexus 5 auch in einigen Jahren noch schnell genug für das dann aktuelle Android-System ist, während das Moto G deutlich früher aus der Update-Liste gestrichen werden muss.

Beide Smartphones werden ohne irgendwelche Modifizierungen der Google-Software ausgeliefert. Nur ein paar Apps, die der jeweilige Hersteller hinzupackt, machen den Unterschied. Außerdem hat Googles Nexus schon jetzt die Android-Version 4.4 vorinstalliert, während ein entsprechendes Update Motorola-Kunden bisher nur versprochen wurde.

Die Verarbeitung ist bei beiden Handys sehr gut. Sie fühlen sich hochwertig an, nichts wackelt und klappert. Beide haben matt aufgeraute Rückseiten, die sich angenehm anfühlen und Rutschen auf glatten Oberflächen verhindern. Allerdings sind Fingerspuren auf diesen Oberflächen schnell sichtbar.

Fazit

Das Nexus 5 bedient die anspruchsvolle Zielgruppe jener Android-Fans, die immer die neueste Technik und das neueste Google-Betriebssystem haben wollen. Dabei leistet es sich kaum Schwächen, sieht man einmal von der nur mittelmäßigen Kamera ab.

Das Moto G bietet mehr Leistung und Qualität, als man es in seiner Preisklasse erwarten würde. Der Bildschirm ist überdurchschnittlich gut, sein großes Manko ist die begrenzte und nicht erweiterbare Speicherkapazität. Wer es sich leisten kann, sollte zu der 16-GB-Variante greifen. Das Grundmodell mit acht Gigabyte Speicher ist nur 30 Euro günstiger, man hat nach dem Einschalten aber nur magere 5,5 GB freien Speicher.

Technische Daten

Hersteller Google Motorola
Modell Nexus 5 Moto G
Maße (Millimeter) 138 x 69 x 9 130 x 66 x 12
Gewicht (Gramm) 130 143
Sprechzeit bis zu 17 Std. Keine Angabe
Standby bis zu 300 Std. Keine Angabe
Display-Diagonale 4,95 Zoll 4,5 Zoll
Display-Auflösung 1920 x 1080 1280 x 720
Prozessor 2,26 GHz Quadcore 1,2 GHz Quadcore
Arbeitsspeicher 2 GB 1 GB
Massenspeicher 16/32 GB 8/16 GB
Speichererweiterung Nein Nein
Kamera 8 Mpx 5 Mpx
Mobilfunktechnik HSPA+/LTE HSPA+
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac 802.11 b/g/n
Bluetooth 4.0 4.0
Betriebssystem Android 4.4 Android 4.3
Besonderheiten Drahtlos-Ladefunktion Keine
Preis 349/399 Euro 169/199 Euro
Alle Daten sind Herstellerangaben