Angriff auf Google Nokia verschenkt Welt-Navi
Nokias Ovi Maps: Ab sofort kostenlos
Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERSEspoo - Der weltgrößte -Hersteller Nokia setzt im harten Wettbewerb mit Google und auf Navigationssoftware. Künftig bieten die Finnen ihre Wegweiser-Programme auf ihren Smartphones kostenlos ohne Zusatzgebühren an. Bislang war die sogenannte Turn-by-Turn-Navigation mit Nokia-Geräten kostenpflichtig, Nutzer konnten Abonnements für bestimmte Zeiträume erwerben. Nokia wolle auf diese Weise zum größten Anbieter mobiler Navigationshilfen werden, sagte der zuständige Nokia-Vorstand Anssi Vanjoki. Nokia erwartet, dass sich die Zahl der Nutzer tragbarer Navigationslösungen damit verdoppeln wird.
Das Unternehmen folgt mit dem Angebot dem US-Internetkonzern Google, der einen solchen Dienst seit Ende 2009 auf dem nordamerikanischen Markt auf einem -Smartphone anbietet. Für das iPhone von Apple gibt es kostenpflichtige Navigationsanwendungen, die billigsten Wegweiser für Deutschland kosten weniger als zehn Euro.
Nokia hatte vor gut zwei Jahren den Herstellern von digitalen Karten Navteq übernommen und sich damit den Zugriff auf umfangreiches Kartenmaterial gesichert. Bislang brachte Navteq zwar Quartal für Quartal nur millionenschwere Verluste, Handy-Hersteller und Netzbetreiber hoffen aber auf ortsbasierte Dienstleistungen rund um das mobile Internet als Umsatztreiber.
Von dem kostenlosen Navi-Angebot verspricht sich Nokia nun neue Geschäftsmöglichkeiten mit Partnern wie Netzbetreibern oder Software-Entwicklern, die ihre Programme mit mobiler Navigation verknüpfen könnten. Derzeit verfügt der Handy-Hersteller eigenen Angaben zufolge über Karten für 180 Länder und kann Navigationshilfen für Autofahrer und Fußgänger in 74 Ländern und 46 Sprachen anbieten. Anders als bei der Google-Lösung können die Karten bei Nokia auch offline auf den Geräten selbst gespeichert werden.
Nokia will Umsatzverluste durch sein geplantes kostenloses Navigationsangebot über Werbeeinnahmen teilweise auffangen. Dies sagte Michael Halbherr, Vizepräsident für standortbezogene Dienste bei . Der Aktienkurs von Herstellern von Navigationsgeräten wie des niederländischen TomTom gab daraufhin kräftig nach. TomTom-Aktien wurden am Donnerstag in Amsterdam mit einem Abschlag von mehr als zehn Prozent gehandelt.