Gerüchte um Apple-Pläne Reicht bald ein Blick zum iPhone-Entsperren?
Anwender mit iPhone 6s und 6s Plus
Foto: Damir Sagolj/ REUTERSApples nächstes iPhone lässt sich laut einem Medienbericht womöglich auch per Gesichtserkennung entsperren. Die Funktion werde gerade getestet, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am späten Montag .
Mit einem neuen 3D-Sensor solle es nur wenige hundert Millisekunden dauern, den Nutzer zu erkennen und ihm den Zugriff auf das Gerät zu ermöglichen, heißt es unter Berufung auf informierte Personen. Der Sensor soll auch beim Verifizieren von Zahlungen und beim Starten geschützter Apps helfen. Apples Ziel sei es, mit der Technologie den aktuellen Fingerabdruck-Scanner abzulösen.
Der Bloomberg-Bericht befeuert die Diskussion, wo beim nächsten iPhone der Fingerabdruck-Scanner untergebracht sein wird. Seit dem iPhone 5s im Jahr 2013 wurde er in den runden Home-Button am unteren Rand des Bildschirms eingebaut.
Entwicklung von 2007 bis 2017: So haben sich iPhones verändert
Der Trend jedoch geht in die Richtung, dass Smartphone-Bildschirme möglichst die ganze Oberfläche der Frontseite lückenlos ausfüllen. Es wird daher erwartet, dass nun auch Apple die Ränder um das Display drastisch schmaler machen wird. Damit wäre kein Platz mehr für den gewohnten physischen Knopf.
Apple hat den "Touch ID"-Fingerabdruck-Scan zu einem zentralen Element seines Sicherheitskonzepts gemacht. Mit ihm können nicht nur iPhones, iPads und inzwischen auch einige Modelle der MacBook-Pro-Laptops entsperrt werden - auch Zahlungen über den Bezahldienst Apple Pay lassen sich damit freigeben.
Diskutiert werden derzeit vor allem zwei Möglichkeiten, wie Apple das Problem mit dem fehlenden Platz auf der Vorderseite des iPhones lösen könnte. Zum einen könnte der Konzern den Herstellern einiger Android-Smartphones folgen und den Fingerabdrucksensor auf die Rückseite des Geräts verlagern, wo er immer noch recht bequem mit dem Zeigefinger erreichbar ist. Samsung ging diesen Weg bei seinem aktuellen Top-Modell Galaxy S8, wobei die Platzierung direkt neben der Kamera für Kritik sorgte. Besser hat das Google bei seinen Pixel-Smartphones gelöst.
Mit Android 7.1: Das sind Googles Pixel-Smartphones
Immer wieder berichtet wurde aber auch, Apple versuche, den Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite zu belassen und zusammen mit einem virtuellen Home-Button direkt in das Display zu integrieren. Das wäre die technisch anspruchsvollere Variante, die aber von langjährigen Nutzern kein Umlernen erfordern würde.
Seit Monaten gibt es widersprüchliche Berichte, ob Apple dies umsetzen kann oder ob die technologische Herausforderung zu groß ist. Mal kursierten angebliche Pläne und Gehäuse-Rohlinge mit einem runden Sensor auf der Rückseite, mal ohne - was als Hinweis darauf interpretiert wurde, dass Apple die Probleme gelöst habe.
Doch zuletzt kühlte ein bekannter Analyst die Euphorie der Apple-Fans spürbar ab: Der virtuelle Home-Button im Display werde keine Fingerabdruck-Erkennung haben, weil die Technik nicht gut genug funktioniere, schrieb Ming-Chi Kuo von KGI Securities. Stattdessen erwartet er, dass "Touch ID" durch Gesichtserkennung ersetzt wird.
Auch Samsungs Galaxy S8 bietet Gesichtserkennung als eine der Entsperrmöglichkeiten an. Doch das Samsung-System hat Schwächen: Jan Krissler vom Chaos Computer Club stellte relativ schnell fest , dass sich das Telefon auch entsperrte, wenn man ein Foto des Besitzers vor die Kamera hielt. Ein 3D-Sensor könnte zumindest das verhindern.
Der Bloomberg-Bericht, der jetzt die Runde macht, stammt von Mark Gurman, einem jungen Reporter, der schon als Teenager beim Blog "9to5Mac" aufsehenerregend genau vorab über diverse iPhone-Modelle und andere Apple-Neuheiten berichten konnte. Gurmans Artikel sollen den notorisch geheimniskrämerischen Konzern zu noch schärferen Maßnahmen gegen Leaks getrieben haben, heißt es.
Tipps aus der Netzwelt: Diese Apps für iOS und Android empfehlen wir