Apple-Patent: Infrarot-System mit Kamera-Ausschalten - DER SPIEGEL
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Apple-Patent Und plötzlich knipst kein iPhone mehr?

Apple hat eine Technologie erarbeitet, mit der man Kameras per Infrarotsignal ausschalten können soll. So könnte vielleicht eines Tages ein Fotoverbot bei Konzerten durchgesetzt werden.
Musikfans bei den Videodays in Köln (Archivbild)
Musikfans bei den Videodays in Köln (Archivbild)

Musikfans bei den Videodays in Köln (Archivbild)

Foto: Thilo Schmülgen/ picture alliance / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

So mancher Superstar ist genervt von seinen Fans. Praktisch jeder Moment einer Musikkonzerts wird mittlerweile von irgendjemand auf dem Smartphone festgehalten. Mancher Besucher starrt mehr auf seinen Handybildschirm als direkt auf die Bühne - das machte zuletzt unter anderem Adele wütend .

Alicia Keys und Guns N'Roses hielten es sogar für eine gute Idee, die Smartphones ihrer Besucher für die Konzertdauer in verschließbare Handytäschchen zu stecken . "Be here now", sei wirklich anwesend, wirbt der Täschchen-Hersteller Yondr für solch eine Lösung .

Skizze aus dem Patentantrag

Skizze aus dem Patentantrag

Mitten in die Diskussion um die vermeintliche Smartphone-Pest platzt nun die Meldung, dass Apple ein neues Patent veröffentlicht hat, auf das die Website "PatentlyApple" hinweist . "Apple will Konzertaufnahmen verhindern ", schreibt das deutsche Tech-Magazin "Golem" dazu. Noch lässt sich aber nicht ernsthaft absehen, ob die Apple-Technik tatsächlich einmal bei Konzerten zum Einsatz kommt.

Konkret hat sich der Konzern ein Infrarot-System patentieren lassen , bei dem Daten per Kamera empfangen werden können, etwa von einem Smartphone. Beantragt wurde das Patent für das System erstmals vor fünf Jahren , also zu Zeiten des iPhone 4.

Fotostrecke

Patent-Zeichnungen: Blick in den Kopf der Erfinder

Foto: D. C. Engelbart

Zeitweise keine Aufnahmen mehr möglich

In einer Passage des Antrags, die Konzerte als mögliche Anwendungsbereiche erwähnt, heißt es, ein Gerät könnte Infrarot-Daten empfangen und infolgedessen etwa eine Funktion deaktivieren. An Orten, an denen das Aufnehmen von Fotos und Videos untersagt ist, könne ein Sender per Infrarot-Signal einen Steuerbefehl verschicken, der Aufnahme-Funktion eines Geräts zeitweise deaktiviert.

"Geräte in der Nähe des Senders könnten in der Lage sein, Bilder zu erkennen und so die Infrarot-Signale samt der Steuerbefehle zu empfangen", heißt es. "Aber diese Geräte könnten wegen der Befehle nicht in der Lage sein, Fotos oder Videos zu machen."

Wie bei jedem Patent wird sich wohl erst in den kommenden Jahren zeigen, ob Apple die Technik tatsächlich irgendwann mit seinen Produkten verknüpft. Kritik an der Idee gibt es bereits: So heißt es etwa, dass auch Polizisten die Technik nutzen könnten, um zu verhindern, dass Bürger ihre Einsätze filmen.

"Die Technologie wird niemals in einem echten Apple-Produkt landen", kommentiert das Magazin "Fast Company" die Berichterstattung rund um das Patent . "Das Letzte, was Tim Cook und die Firma wollen, ist, Telefon-Funktionen hinzuzufügen, die die Benutzung einschränken." Der Artikel endet schließlich mit den Sätzen "Wird nicht passieren. Also kein Grund zur Sorge."

mbö