Neues Modell vorgestellt Der iPod lebt noch
Viele hatten Apples iPods schon als Auslaufmodelle gesehen. Der letzte vollkommen neue iPod touch war 2012 vorgestellt worden, zusammen mit dem iPhone 5. Danach war es still geworden um dem Player, der Apple nach der Jahrtausendwende ins Musikbusiness brachte. Damals wurden nur kosmetische Änderungen durchgeführt. Doch jetzt hat das kalifornische Unternehmen seine iPods noch einmal auf den neuesten Stand gebracht.
Für den iPod nano und den iPod shuffle gilt das allerdings nur, was die Farben angeht. Beide sind technisch unverändert, werden mit 16 beziehungsweise 32 Gigabyte Speicher angeboten und sind nun unter anderem in denselben drei Farben wie die aktuellen iPhones und iPads zu bekommen.
Diese Farben werden nun auch beim iPod touch angeboten, der allerdings technisch komplett überarbeitet wurde. Als Antrieb dient ihm der A8-Prozessor, den Apple auch im iPhone 6 verwendet. Dass er einen Hauch langsamer getaktet ist als im Smartphone, dürfte kaum ins Gewicht fallen.
iPod touch, fünfte Generation: Das Armband, mit dem der iPod touch in den vergangenen Jahren geliefert wurde, gibt es beim neuen Modell nicht mehr
Foto: SPIEGEL ONLINEWichtiger ist, dass dem Prozessor ein M8-Motion-Ko-Prozessor zur Seite steht, der beispielsweise für Fitness-Apps gebraucht wird. Die Kamera wurde von fünf auf acht Megapixel aufgewertet.
Außerdem gibt es den neuen iPod jetzt mit bis zu 128 Gigabyte Speicher, also ebenso viel wie bei den aktuellen iPhones und iPads möglich ist. Mit der Kapazität steigt allerdings auch der Preis. Während die 16-GB-Variante 229 Euro kostet, werden für das Modell mit 128 GB 449 Euro fällig.
Warum gerade jetzt?
Dass Apple ausgerechnet jetzt neue iPods veröffentlicht, dürfte kein Zufall sein. Zwar weist der Konzern in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die höhere Grafikleistung dafür sorgt, dass der neue iPod touch sich auch für Spiele besser eignet. Aber den eigentlichen Grund für das Hardware-Upgrade liefert ein anderes Zitat.
"iPod touch gibt Kunden auf der ganzen Welt Zugang zu Apple Music", sagt dort nämlich Apple-Manager Greg Joswiak. Genau darum dürfte es gehen: So wie der iPod einst das Gerät war, mit dem Apple Kunde in seinen iTunes Store lockte, ermöglicht der neue iPod touch jetzt einen vergleichsweise günstigen Einstieg in Apple Music. Immerhin ist das 16-GB-Modell 470 Euro billiger als das kleinste iPhone 6.
Was Sie über Apple Music wissen müssen
Das könnte vor allem für Eltern ein Argument sein. Mit dem iPod touch könnten Kinder zudem mit Apps spielen, im Web surfen, E-Mails schreiben, Videos ansehen und Musik hören, ohne gleichzeitig durch einen Mobilfunkvertrag laufende Kosten zu erzeugen.
Damit nicht genug, bietet Apple sein Musikabo für fünf Euro Aufpreis pro Monat als Familienabo an. Bis zu sechs Personen können dann auf das gesamte Musikangebot zugreifen, sich Musik auf ihre i-Geräte herunterladen. Vergleichbares hat die Konkurrenz derzeit nicht zu bieten.
Trotzdem bleibt abzuwarten, wie es mit den iPod weitergehen wird. Dass Apple sie bald aus dem Angebot nehmen wird, ist nicht wahrscheinlich. Zumindest bis Weihnachten wird das nicht passieren. Im kommenden Jahr könnte es dann aber iPod shuffle und iPod nano erwischen, die auch in neuen Farben irgendwie veraltet wirken, fast wie die alten MP3-Player, die wir zum 20. Geburtstag des Musikformats wieder aus den Schubladen geholt haben.
Den iPod touch aber wird es noch einige Jahre geben. Als Einstiegsmodell für künftige Apple-Music-Kunden, wäre er für den Konzern sogar dann noch attraktiv, wenn er nur mit geringer Gewinnmarge zu produzieren wäre. Doch die Produktionskosten dürften mittlerweile so niedrig liegen, dass auch vergleichsweise geringe Stückzahlen für Apple noch lohnenswert sind.
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