Apple Watch zerlegt von iFixit - DER SPIEGEL
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Smartwatch geöffnet: Das Innenleben der Apple Watch

Foto: iFixit

Apple Watch zerlegt Viel ist da nicht drin

Die Apple Watch wurde gerade an die ersten Vorbesteller ausgeliefert, da hat das Team von iFixit die Smartwatch schon auseinandergenommen. Dabei gewannen die Profibastler eine ernüchternde Erkenntnis.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn es um neue Apple-Gadgets geht, ist den Experten von iFixit kein Weg zu weit. Zur Markteinführung der Apple Watch haben sie sich erneut auf den Weg nach Australien gemacht. Aufgrund der Nähe zur Datumsgrenze ließ sich die Smartwatch dort deutlich früher in den Läden abholen, als in Europa oder den USA.

Im Melbourner iFixit-Büro begann das Team nach dem Kauf sofort damit, die nagelneue Smartwatch auseinanderzunehmen - dabei stieß es auf einige Stolperfallen. Sein Vorankommen dokumentierte das Team unter dem Titel Apple Watch Teardown  quasi in Echtzeit.

Dabei zeigten sich zunächst die üblichen Probleme, die viele neue Gadgets mit sich bringen. Um das Gerät überhaupt öffnen zu können, haben die Bastler das Display zunächst mit einer Art Heizkissen angewärmt und dann vorsichtig mit einem Teppichmesser vom Gehäuse gelöst. Schon hier fangen die Schwierigkeiten an, da mehrere winzige Kabel am Bildschirm hängen.

Darunter fällt sofort der Akku ins Blickfeld. Mit einer Kapazität von 205 mAh soll er weit weniger stark ausgelegt sein als etwa der Akku der Motorola Moto 360. Den Kapazitätsunterschied wird Apple mit sparsamerer Elektronik und Software ausgleichen müssen. In unserem Test konnten wir keine Akku-Schwäche feststellen. Die von Apple versprochenen 18 Stunden Laufzeit sind durchaus realistisch.

Nach einiger Bastelei und mehreren extrem winzigen Tri-Wing-Schrauben kommt die sogenannte Taptic-Engine zum Vorschein. Sie ist das elektromechanische Bauteil, das die Vibrationen erzeugt, mit der die Apple Watch beispielsweise über neue Nachrichten, Termine und sogar Navigationsanweisungen informiert. Das Ganze erinnert an ein Anstupsen mit dem Finger.

Auffällig, aber sinnvoll ist, dass die Taptic Engine direkt über dem Lautsprecher angeordnet ist. Der Grund: Die unterschiedlichen Vibrationen werden meist von dazu passenden Tönen begleitet.

Erst etliche winzige Bauteile und noch winzigere Schrauben später haben die Bastler das Herz der Apple Watch erreicht, den S1-Chip. In dem flachen Halbleiter ist fast die gesamte Computertechnik der Smartwatch konzentriert. Anschauen kann man sich das freilich nicht, der S1 ist komplett in Kunstharz eingeschlossen, um gegen Umwelteinflüsse geschützt zu sein.

An seiner Unterseite jedoch hängen wieder etliche Flachbandkabel und Kontakte, von denen manche fest verlötet sind, sich also nicht zerstörungsfrei lösen lassen.

So bleiben am Ende der Prozedur zwei Erkenntnisse: Den Akku einer Apple Watch auszuwechseln, dürfte für einen entsprechend geschulten Techniker eine Arbeit von wenigen Minuten sein. Die Hoffnung, man könne die Apple Watch womöglich eines Tages auf neue Technik aufrüsten, kann man laut iFixit aber begraben. Die neue Apple Watch, die iFixit so fotogen zerlegt hat, ist am Ende nur noch teurer Schrott.

mak