Best of Engadget: Der volle Durchblick - DER SPIEGEL
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Best of Engadget Der volle Durchblick

Windschutzscheiben mit Nachtsichtfunktion, Kino-Digitalkameras, die Film vom Markt fegen dürften, Hubschrauber mit Gasraketenantrieb statt Motor - unsere Highlights aus dem Tech-Blog Engadget.de helfen, den Durch- und Überblick zu halten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Neuer Industrie-Standard: Arri Alexa und RED geben dem Zelluloid den Rest

Neuer Industrie-Standard: Arri Alexa und RED geben dem Zelluloid den Rest

Foto: Engadget

Im Jahre 1936 stellte die Münchner Firma Arnold & Richter mit der Arriflex die erste Spiegelreflex-Filmkamera der Welt vor - und setzte damit einen Standard, der den kleinen, aber feinen Markt der qualitativ hochwertigen Kinofilmkameras über Jahrzehnte dominieren sollte. Auch heute setzt man noch auf Arri-Kameras des inzwischen als Arnold & Richter Cine Technik GmbH & Co. Betriebs KG - oder kurz Arri - firmierenden Unternehmens.

Und nach wie vor sind die Münchner nicht von gestern. Dass digitale Aufzeichnungen die filmchemischen Verfahren langsam verdrängen, scheint ausgemacht. Den Prozess könnte nun ausgerechnet Arri mit gleich drei Digitalkameras beschleunigen, die am 6. April vorgestellt werden sollen. Schlappe 50.000 Dollar soll die kleinste Version der "Alexa", der neuen Top-Kamera des noch immer weltgrößten Filmkamerahersteller, kosten. Für das Spitzenmodell muss man schon rund 130.000 Dollar hinlegen. Alle Alexas setzen nicht mehr auf Film, sondern auf Chips.

Höchste Zeit, denn mit der neuen Technik drängten auch neue Herausforderer auf den Markt: Die Alexa ist Arris Antwort auf die RED ONE digital. Die erstmals 2006 angekündigte Digitalkamera setzt zurzeit die Standards für bezahlbare Kino-Kameras der digitalen Sorte - mit Setpreisen ab 30.000 bis 40.000 Euro. Spätestens mit ihrem Verkaufsbeginn 2008 war klar, dass Arri etwas unternehmen musste.

Gleich drei verschiedene Alexas sollen im Laufe dieses Jahres erscheinen, alle bieten "3,5 K"-Pixel und ISO 800 Lichtempfindlichkeit, 1 bis 60 fps Aufnahmegeschwindigkeit, einen elektronischen Sucher und eingebautes HD-Recording. Beeindruckend, aber im Rahmen des Üblichen: Die RED bringt es auf 4K, wobei das vielleicht den Kohl auch nicht mehr fett macht. Die Bilder dieser Kameras muss man schon herunterrechnen, um daraus ein normgerechtes HD-Bild zu generieren.

Qualitativ scheint die neue Arri jedenfalls punkten zu können. Ein erster Vergleichstest eines Vorserienmodells mit einer RED ONE inspirierte die Tester von "Animation World Network" zu folgendem Fazit: "2010 ist das Jahr, in dem Zelluloid starb."

Die Chancen dafür stehen allerdings gut: Der extrem leicht entflammbare Zelluloidfilm wird seit 1951 nicht mehr hergestellt und seit rund 60 Jahren nicht mehr benutzt. Aber wir wissen ja, wie das eigentlich gemeint war.

Best of Engadget  bei SPIEGEL ONLINE: Wir präsentieren eine wöchentliche Auswahl von coolen, neuen Gadgets und Kuriositäten. Heute im Angebot:

Windschutzscheibe als Nachtsichtgerät

General Motors: Windschutzscheibe als Lasernachtsichtgerät

General Motors: Windschutzscheibe als Lasernachtsichtgerät

Foto: Engadget

Eine Scheibe? So etwas sollte man nicht länger Scheibe nennen: General Motors hat eine Windschutzscheibe vorgestellt, die mit Hilfe eines Lasers eine Phosphorbeschichtung auf der Innenseite des Glases zum Leuchten bringt - um beispielsweise Straßenränder oder Verkehrsschilder bei schlechten Sichtverhältnissen klarer hervorzuheben. Sieht toll aus, hat aber in Deutschland wahrscheinlich wieder auf absehbare Zeit keine Chance: Hierzulande tun sich die Behörden schwer mit der Zulassung solcher Assistenzsysteme.

Helikopter DF1 wird durch Wasserstoffperoxid-Raketen in den Rotorspitzen angetrieben

Helikopter DF1: Antrieb durch Wasserstoff-Peroxid-Raketen in den Rotorspitzen

Helikopter DF1: Antrieb durch Wasserstoff-Peroxid-Raketen in den Rotorspitzen

Foto: Engadget

Das Rad neu zu erfinden dürfte so einfach nicht sein, aber den Hubschrauber-Antrieb? Den kann man völlig neu konzipieren: Das Schweizer Unternehmen Swisscopter  kam auf die Idee, den sonst üblichen Motor, der den Rotor antreibt, komplett zu ersetzen. An seine Stelle treten kleine Raketendüsen an den Enden der Rotorblätter, die diese dann in Rotation versetzen.

Das sieht kriminell aus, wenn man das Abgasvolumen im Video sieht, aber da liegt bei dieser Art des Antriebs wohl nicht das Problem: Zum Einsatz kommt Wasserstoffperoxid, und das ist sowohl stark ätzend als auch schwer explosiv. Die Verbrennungsrückstände sind dagegen nicht wirklich problematisch, was da dampft, ist vor allem Wasser und Sauerstoff.

Der im Film zu sehende Versuchshubschrauber DF1 hat eine Spitzengeschwindigkeit von 185 km/h, seine maximale Flughöhe beträgt 4000 Meter. Derzeit arbeitet Swisscopter am Nachfolger DF2 (im Bild oben), der dann auch regulär in den Handel kommen soll.

21-Zoll-HD-Touchscreen für 220 Euro

21 Zoll HD: Touchscreen für 220 Euro

21 Zoll HD: Touchscreen für 220 Euro

Foto: Engadget

Wirklich billig. Der resistive 21,5-Zoll-Touchscreen von IDTI soll für 300 Dollar auf den Markt kommen und wird über einen eigenen Stift bedient. Wer auf der Suche nach einem wirklich massiven Grafiktablett ist, der sollte sich das, falls es das Gerät vom chinesischen auf den europäischen Markt schaffen sollte, einmal ansehen.

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pat/Engadget.de

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