Start-up Blocks: Die modulare Smartwatch
Projekt Blocks Bausatz-Smartwatch ist Kickstarter-Sensation
"Unsere Smartwatch kann mehr als die Konkurrenz." Mit dieser Behauptung bewirbt das britische Start-up Blocks seine modulare Smartwatch Blocks. Eine gewagte Ansage, denn noch ist die Blocks nicht viel mehr als ein Versprechen. Allerdings eines, das ganz offensichtlich einen Nerv trifft.
Am Abend des 13. Oktober startete die junge Firma auf Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne , um das Projekt zu finanzieren. Das Ziel: Innerhalb von 36 Tagen 250.000 Dollar zu sammeln, um mit der Produktion beginnen zu können. Eine Nacht später die Sensation: Nach rund 14 Stunden sind bereits Bestellungen im Wert von mehr als 450.000 Dollar eingegangen. Tendenz steigend.
Der Grund für den schnellen Erfolg dürfte die einzigartige Konstruktion der Blocks-Smartwatch sein. Nur die Grundfunktionen sind im Gehäuse der Uhr untergebracht. Dazu gehören der Bildschirm, ein Prozessor, vier Gigabyte Speicher, WLAN, Bluetooth, der Akku und ein paar Sensoren. Das Besondere: Alle weiteren Funktionen sollen die Anwender selbst nachrüsten können, indem sie sie wie die Kettenglieder zu einem Armband zusammenstecken.
GPS- und das Abenteuermodul
Zur Einführung hat Blocks fünf solcher Module angekündigt. Dazu gehören ein Zusatzakku, ein GPS-Empfänger, ein NFC-Modul, ein Pulsmesser und ein sogenanntes Abenteuer-Modul. Letzteres soll Außentemperatur, Höhe und Luftdruck anzeigen. Zwei weitere Module sind laut Blocks bereits geplant, weitere sollen von Drittanbietern entwickelt werden können.
Modulare Handys: Lego-Telefone von Google
In Werbevideos der Firma ist zu sehen, wie die Smartwatch-Module im laufenden Betrieb ausgetauscht werden. Ein Vorgang, der offenbar ohne Werkzeug und binnen weniger Sekunden durchführbar ist. Je nach Umfang des Handgelenks lassen sich vier bis fünf Zusatzmodule an das Grundmodul koppeln.
Das Betriebssystem der Uhr basiert auf Android. Da dieses allerdings modifiziert wurde, kann man Apps nicht aus den üblichen App Stores beziehen, sondern muss diese über eine Smartphone-App laden, die für iOS und Android bereitgestellt werden soll.
Auf Kickstarter bietet Blocks die neue Smartwatch zu durchaus konkurrenzfähigen Preisen an. Das Grundmodul samt Armband kostet 195 Dollar (ca. 170 Euro), bestellt man gleich vier Zusatzmodule nach Wahl mit, werden 250 Dollar (220 Euro) fällig. Wie bei Kickstarter üblich gibt es Mengenrabatte und Sonderausführungen. Einige Varianten sind allerdings bereits ausverkauft. Die Auslieferung soll im Mai 2016 beginnen.
Warten auf die Bausatz-Smartphones
Da bleibt zu hoffen, dass die Entwickler von Blocks diesen Termin halten können. Versuche modulare Mobiltelefone auf den Markt zu bringen, sind bisher gescheitert.
Das prominenteste Beispiel ist Googles Project Ara. Im April 2014 sagte Projektchef Paul Eremenko, man wolle im Januar 2015 das fertige Produkt vorstellen. Bis heute ist daraus nichts geworden. Nun lautet der Plan, das Gerät Anfang 2016 einzuführen, zunächst aber nur in einem lokal begrenzten Testmarkt.
Ende 2014 schließlich stellte das finnische Start-up Circular Devices mit dem Puzzlephone seinen eigenen Entwurf eines modularen Smartphones vor. Damals hieß es, das Gerät werde Ende 2015 auf den Markt kommen. Seither hat man davon nicht mehr viel gehört. Immerhin: Eine neue Webseite ist in Arbeit - aber noch nicht live. Aber wer weiß, vielleicht überraschen die Finnen zum Weihnachtsgeschäft doch noch damit, dass ihr Bausatz-Handy fertig ist.