Cat B15Q im Test Hartschalen-Smartphone für Baggerfahrer
Seine Herkunft kann das B15Q nicht verleugnen. Beim ersten Anschauen fällt mein Blick auf das CAT-Logo, das sich groß über die Rückseite des Smartphones zieht. Nur der Zusammenhang ist ungewohnt, denn normalerweise sehe ich dieses Logo auf Baumaschinen des amerikanischen Herstellers Caterpillar. Doch der bietet seit einigen Jahren nicht nur Schuhe, Kleidung und Accessoires, sondern auch Mobiltelefone an. Cat Phone B15Q heißt das neue Modell.
Das Besondere an dem Gerät sei, dass es als weltweit erstes "robustes Smartphone" mit dem aktuellen Google-Betriebssystem Android 4.4, Kitkat, bestückt sei, wirbt der Hersteller. Als reines Android-Smartphone ist es allerdings eher eine mittelprächtige Partie: Testprogramme attestieren seinem Quadcore-Prozessor eher mäßige Leistungswerte, der Bildschirm ist mit vier Zoll vergleichsweise klein und die eingebauten knapp zwei Gigabyte Massenspeicher reichen kaum für das Nötigste.
Cat B15Q im Test: Ein Handy für die Baustelle
Aber dieses Telefon will ja auch keine Leistungsschau gewinnen und schon gar nicht gegen Hightech-Handys wie Samsungs Galaxy S5 oder das LG G3 antreten. Es soll seinen Job als modernes Kommunikationsgerät erledigen, auch wenn es mal etwas ruppig zugeht.
Android-Schluckauf nach dem freien Fall
Genau das gelingt dem Cat Phone meist auch problemlos. Gelegenheiten, das auszuprobieren, gibt es in der Hamburger HafenCity, die zu großen Teilen aus Baustellen besteht, zuhauf. Ich habe dass Outdoor-Handy auf Brachflächen und in matschige Pfützen fallen lassen, durch Sand- und Erdberge gezogen und aus weit mehr als der vom Hersteller versprochenen Maximalhöhe von 1,8 Metern zu Boden fallen lassen.
Nur einmal bekam es dabei einen Schluckauf, verlor nach einem heftigen Aufprall die Ruhe und fraß sich in einer Schleife endloser Neustarts fest. Offensichtlich war die per Adapter eingelegte Sim-Karte verrutscht. Ein Problem, das sich mit ein wenig Fingerspitzengefühl schnell lösen ließ.
Schnorcheln ja, tauchen lieber nicht
Es offenbarte aber auch eine Schwäche des Telefons, denn die beiden Sim-Karten-Steckplätze akzeptieren nur die großen Mini-Sims. Nano- und Micro-Sims passen nur per Adapter. Dafür kann man zwei solcher Karten gleichzeitig einstecken. Etwa eine für Inlands- und eine für Auslandsgespräche, mit unterschiedlichen Tarifen. Oder eine mit einer günstigen Datenflatrate und eine andere mit einer Telefonflatrate.
Ausflüge in schlammige Pfützen und staubige Sandhügel nahm das Cat Phone stoisch hin, als sei eine derart ruppige Behandlung das normalste der Welt. Laut Hersteller erfüllt es die Schutzklasse IP67, die Staubdichtigkeit und Wasserdichtigkeit garantiert. Letzteres allerdings nur für 30 Minuten in maximal einem Meter Tiefe. Zum kurzen Schnorchelausflug kann man es also mitnehmen, zum Tauchen lieber nicht.
Der Bildschirm mag die Sonne nicht
Das Versprechen, man könne den Touchscreen auch im Wasser und mit nassen Händen bedienen, erfüllte unser Testgerät allerdings nicht ganz. Zumindest die Android-Tasten am unteren Bildschirmrand, darunter die Home-Taste, funktionierten im Wasser nicht. Dafür löste das Eintauchen regelmäßig ungewollte Aktionen aus, beendete beispielsweise die gerade aktive App oder öffnete eine andere.
Abgesehen von seiner Robustheit hat das Bagger-Handy technisch nichts zu bieten, was nicht Standard wäre. Im Gegenteil: Die Rückenkamera bietet mit fünf Megapixeln nur eine mäßige Auflösung und die damit geknipsten Bilder taugen bestenfalls als Gedankenstütze, nicht fürs Fotoalbum. Ein größeres Manko ist aber der Bildschirm. Wegen seines dicken Deckglases neigt er zu starken Reflektionen, zeigt wenig brillante Farben und mäßige Kontraste an. Im Sonnenlicht ist er kaum ablesbar.
Fazit
Das Cat Phone B15Q hat alles mitgemacht, das ich ihm zugemutet habe: harte Stürze, Würfe ins Wasserbad, Tauchgänge in modrigen Pfützen. Davon abgesehen, dass es hinterher nicht mehr so neu und sauber aussah, hat es keinen Schaden genommen.
Ein Handy für jemanden, der gerne viele Dinge mit seinem Smartphone erledigt, ist das Cat Phone B15Q trotzdem nicht. Dafür ist seine Ausstattung zu mager, sein Bildschirm zu flau und seine Leistung zu gering. Dieses Mobiltelefon ist kein Spaß-, sondern ein Arbeitsgerät. Allerdings kann man sich neugieriger Blicke und Fragen sicher sein, wenn man es abends im Restaurant oder in der Kneipe auf den Tisch legt. So gesehen, lässt es sich sogar als Statussymbol verstehen.