Cebit 2010 Transformer-Notebooks und Fernseh-Drücker
AVM-Fritzboxen: Mit 100 Mbit durchs Kabel und Handys als Heimtelefone.
Die Telekom versorgt ihre Kunden ja bevorzugt mit Endgeräten aus eigenem Haus. Künftig könnte das zum Beispiel der W-Lan-Router Speedport W 504V sein. Der hat eine integrierte schnurlose DECT-Telefonanlage und taugt für DSL bis 16 Mbit/s. Vor allem aber bietet das Gerät Anschlüsse, an die sich zwei Media-Receiver für das IPTV-Angebot T-Entertain anstöpseln lassen. Für T-Kunden ist das nett, für alle anderen irrelevant.
Innovativer sind da ein paar neue Geräte, die die berliner AVM auf der Cebit zeigen will. Speziell für Netznutzer, die sich per TV-Kabel ans Internet anbinden, könnte die Fritzbox! Fon WLAN 6360 interessant sein. Die soll nicht nur für die in Kabelnetzen üblichen hohen Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s taugen, sondern hat auch eine DECT-Basisstation und eine VoIP-Telefonanlage eingebaut. W-Lan, USB und Gigabit-Netzwerkanschlüsse verstehen sich da fast von selbst.
Eine echte Neuerung, die das Hantieren mit unterschiedlichen Telefonen zu Hause und unterwegs beenden könnte, will AVM mit Apps für das iPhone und Android-Handys herausbringen. Sind diese Zusatzprogramme auf den Handys installiert, verbinden sich die Mobiltelefone per W-Lan mit der Fritzbox, können dadurch wie schnurlose Festnetztelefone benutzt werden.
Fernsehen ohne Kabel, Notebooks ohne Turboloch und ein Mauszeiger ohne Maus: Lesen sie auf den folgenden Seiten den zweiten Teil unserer Cebit-Vorschau:
Transformer-Notebooks
Asus Notebook - N71JV: Mal Dauerläufer, mal Sprinter
Bei Notebooks hatte man früher stets die Wahl: Entweder der Akku hielt, und man musste sich mit Micker-Grafik begnügen, oder das Laptop war spieletauglich, durfte aber nicht mehr als zwei Meter von einer Steckdose entfernt werden. Grafikchip-Hersteller nVidia hatte bereits versucht, dieses Problem zu lösen. Statt einem steckte man einfach zwei Grafik-Prozessoren in ein Notebook: Einen schnellen Stromfresser und einen gemächlichen Dauerläufer. Die Idee war gut, die Umsetzung mangelhaft. Denn zum Umschalten musste man derartige Notebooks neu starten. Damit soll jetzt Schluss sein.
Eine neue Technologie, die nVidia Optimus getauft hat, soll den Zwitterbetrieb vereinfachen. Obwohl der Name eher an "Optimus Prime" aus der TV-Serie "Transformers" erinnert, vergleicht der Hersteller seine Technik mit der von Hybrid-Autos. So wie dort zwischen Verbrennungs- und Elektromotor umgeschaltet wird, schaltet Optimus zwischen sparsamer Intel-Chipsatzgrafik und dem schnellen nVidia-Chip um. Allerdings soll das bei Optimus auch ohne Neustart gehen. Mit einem Hybrid-PKW muss man ja auch nicht rechts ran fahren, den Motor abschalten, einen Knopf drücken und das Triebwerk wieder einschalten, um zwischen Benzin- und Strombetrieb zu wechseln.
USB 3.0: Daten mit Superspeed
Auf der Cebit dürfte man einige Notebooks mit dieser neuen Technik sehen. Eines davon wird das N71JV-TY012v von Asus sein. Der Hersteller brüstet sich, damit das erste Notebook auf dem Markt zu haben, das die Optimus-Grafiktechnik nutzt. Und damit nicht genug: Auch USB 3.0 ist in dem 17-Zoll-Brummer bereits eingebaut. Ob man damit etwas anfangen kann, ist allerdings vorerst gar nicht sicher, denn passende Peripheriegeräte sind noch rar.
Nach Wifi kommt WiDi
Netgear PTV1000: Fängt Bilder auf, die ihm drahtlos von Notebooks zugeworfen werden
Foto:Viele Notebooks sind problemlos in der Lage, im Wohnzimmer als Mulitmedia-Zuspieler für den Fernseher zu dienen. Nervig ist dabei nur, dass man immer noch ein Kabel braucht, um den ansonsten ach so drahtlos vernetzten Mobilrechner mit dem Fernseher zu verbinden. Das macht die Sache unnötig aufwendig und sorgt für ein Kabel mehr, das im Wohnzimmer herumzappelt.
Chiphersteller Intel hat jetzt eine Lösung parat, die Notebook und Glotze drahtlos zusammenbringt. In Anlehnung an die W-Lan-Bezeichnung WiFi wird die neue Technik als WiDi, Wireless Display, bezeichnet. WiDi ist eine Funktion, die in Intels aktuellen Notebookchips, beispielsweise dem Core i5, bereits integriert ist. Allein damit ist es aber nicht getan. Zusätzlich braucht man einen WiDi-tauglichen Empfänger - und den liefert Netzwerkausrüster Netgear unter der Bezeichnung PTV1000 Push2TV, also "schieb' es auf den Fernseher".
Dieser Fernseh-Werfer übernimmt das Signal des Computers und leitet es per HDMI-Kabel an den Bildschirm weiter. Am Rechners selbst soll ein Knopfdruck reichen, um eine solche Verbindung herzustellen. Mal eben am großen Display ein Video angucken oder eine Webseite lesen, sollte damit also keine Problem mehr sein. Nur, was der Spaß kosten wird und wann man ihn kaufen kann, hat Netgear noch nicht verraten.
iPoint, Dein Finger ist dein Mauszeiger
Befehle per Fingerzeig: Fraunhofer-Forscher machen die Hand zum Mausersatz
Foto: FraunhoferManchmal ist es einfach ungünstig, wenn man zur Maus greifen soll, um in einer Powerpoint-Präsentation eine Seite weiter zu blättern oder ein Video zu starten. In Lehrküchen beispielsweise wäre man dann ständig damit beschäftigt, den Elektro-Nager von schmierigen Schmutzstreifen zu reinigen. Das hat auch Fernsehkoch Johann Lafer erkannt, und sich von den Forschern des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik (HHI), einen Mausersatz bauen lassen, bei dem der Finger zum Mauszeiger wird.
Möglich machen das zwei Kameras, die Lafers Handbewegungen verfolgen, in Mausbefehle umsetzen. Und weil der dabei die Hand in der Luft behält, nichts hat, worauf er einen Doppelklick ausführen kann, wird ein kurzes Innehalten als solcher interpretiert und zum Auswählen von Objekten genutzt. Wie das funktioniert werden die Forscher selbst auf der Cebit zeigen. dass man diese Technik auch für viel spaßigere Anwendungen nutzen kann, zeigt das folgenden Video:
Drück' den roten Knopf - HDTV wird interaktiv
Videoweb: Per HbbTV das Internet ins Fernsehen bringen
Videotext war gestern, HbbTV gehört die Zukunft. So sehen das jedenfalls die Vertreter einer neuen Technik, die auf den Namen Hybrid Broadcast Broadband TV getauft wurde. HbbTV soll die Möglichkeiten herkömmlicher TV-Technik mit denen schneller Internetanschlüsse kombinieren. Eines der ersten Unternehmen, dass HbbTV bereits nutzt , ist die Karlsruher Firma Videoweb.
Was die neue Technik möglich macht, konnten Besitzer eines Satelliten-Receivers vom Typ VideoWeb 600S zu den Olympischen Spielen in Vancouver ausprobieren. Ein Druck auf den sogenannten Red Button, den roten Knopf auf der Fernbedienung, zauberte beispielsweise Zusatzinformationen wie einen Medaillenspiegel, hervor.
Dass der Receiver nebenbei auch als Rekorder fungieren, twittern und einige IPTV-Programme anzeigen kann, ist da zwar auch schön, gehört aber mittlerweile bei vielen Geräten zur Ausstattung. Wer sich anschauen will, wie sich Videoweb die TV-Zukunft ausmalt, kann das in der "BITKOM Broadband World" in Halle 13 auf Stand C39 tun.