CES-Highlights Die E-Book-, Tablet, 3-D-, Lifestyle-Messe
Highlights: Gadget-Flut auf der CES
Las Vegas/Hamburg - Eine Gruppe junger, attraktiver Leute in für die Straße unzureichender Bekleidung bummelt an einem Strand entlang. Eine junge Frau hält mit gestrecktem Arm ein türkisfarbenes Kästchen von Handy-Größe, das offenbar ihr und der Gruppe zugewandt ist. Alle lächeln, wie man das so tut, wenn gleich das Vögelchen kommt - "Cheese!", denn natürlich ist das kleine Ding eine Kamera, das Bild macht Werbung für eine neue Baureihe von Sony.
Eine der üblichen, dümmlichen Werbungen fern aller Realität? Nicht ganz, denn es ist auch ein Stück Alltag: Gruppen junger Menschen an Stränden tragen heute mitunter HD-Filmkameras mit sich herum, iPhone-Ohrhörer, einen E-Book-Reader in der Strandtasche. Oder eine in eine Taucherbrille verbaute Unterwasser-HD-Kamera, ein Tablet, sicher ein Smartphone, vielleicht auch einen Pixo-Beamer, um am Nachmittag die frischen Handyfotos und Strandfilme direkt auf der schattigen Kneipenwand präsentieren zu können?
Alles möglich und durchaus denkbar, denn Technik 2010 ist vor allem Lifestyle: Das Gros der Gadgets, für das sich die Besucher der CES begeistern, sind Geräte, die uns entweder mediale Inhalte erschließen oder produzieren und publizieren lassen. Kein Wunder auch, dass das vielleicht meistfotografierte Motiv der CES Menschenmassen mit doofen Brillen auf der Nase sind, die sich so staunend 3-D-Präsentationen ansehen, als sei es wieder 1955 oder 1972, als das 3-D-Kino mit seinen damals rot-grünen Brillen die letzten kurzzeitigen Booms erlebte. Der erste echte 3-D-Spielfilm in dieser Technik kam übrigens 1927 in die Kinos.
Jetzt aber soll die Technik im Gegensatz zu diesen frühen Experimenten wirklich reif sein. Den größten Innovationsschub erlebt 2010 folglich das gute alte Fernsehen, das in diesem Frühjahr um eine Dimension zulegen soll - 3D ist das meistgehörte Schlagwort zur CES. Die weiteren Großtrends der Messe: Lesegeräte und dann mobile Medien-Schnittstellengeräte, die irgendwie zwischen Glotze und Buch verortet sind - Netbooks und vor allem Tablets, die zugleich Surfbrett, kleines Arbeitsgerät, vor allem aber Multimedia-Präsentationsgerät und Lesegerät sein wollen.
So steigt nun auch Samsung zusammen mit Google in den Markt der elektronischen Bücher (E-Books) ein. Der koreanische Konzern präsentierte auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas gleich zwei E-Books mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen. Mit den Samsung-Geräten kann man auf die so gigantische wie umstrittene digitale Bibliothek von Google Books zugreifen, für die der Suchmaschinengigant bisher über eine Million Titel eingescannt hat. Vor allem aber signalisiert der Einstieg des Unterhaltungselektronikriesen Samsung - seit einem halben Jahrzehnt weltweit die Nummer eins in seinem Marktsegment und dort etwa so groß wie Siemens und Sony zusammen -, dass E-Book-Reader dabei sind, zu Mainstream-Artikeln zu werden.