Computex-News: Superflache Netbooks, 3-D-PC und Riesen-Reader
Computermesse Computex Taiwan im Hightech-Schlankheitswahn
Netbooks müssen abnehmen. Dieser Meinung ist man zumindest bei Chip-Hersteller Intel. Auf der Computex in Taiwans Hauptstadt Taipeh, einer der größten Computermessen der Welt (1. bis 5. Juni), zeigte der amerikanische Konzern daher seine Netbook-Plattform "Canoe Lake". Die ist ein Sammelsurium verschiedener Techniken, die PC-Hersteller künftig benutzen sollen, um schlankere Mini-Laptops zu bauen. Wie das Ergebnis aussehen kann, wenn man ein Netbook mit der neuen Technik bastelt, demonstrierte Intel in Taiwan mit einem Prototypen, der nur 14 Millimeter dick ist.
Als Grundlage für die neuen Leichtgewichte wünscht Intel sich, man solle die neuen Atom-Prozessoren der Baureihe "Pine Trail N" verwenden, deren Produktion in der kommenden Woche anläuft. Mit denen sollen erstmals Dual-Core-Chips in Netbooks einziehen und den Usern solcher Geräte mehr Leistung, vor allem beim Multitasking, bescheren. Die Akkulaufzeit soll davon ebenso unberührt bleiben wie die bescheidene Leistung bei 3-D-Spielen und HD-Videos.
In dieselbe Richtung zielen auch Qualcomms Bemühungen. Deren Snapdragon-Chips, die unter anderem Sony Ericssons Smartphone Xperia X10 und Dells Tablet-PC Streak antreiben, werden künftig auch als Dual-Core-Chips mit moderat angehobener Taktfrequenz erhältlich sein. Welche Unternehmen damit zuerst beliefert werden, ist noch ein großes Geheimnis. Man kann aber davon ausgehen, dass ein asiatischer Hersteller daraus demnächst das erste Dual-Core-Handy bauen wird. Die zunehmende Leistungsfähigkeit von Smartphones lässt nun also offenbar auch PC-Maßstäbe wie Taktfrequenz und Zahl der Prozessorkerne zu Handy-relevanten Daten werden.
Anfass-PC mit Raumeffekt
Umgekehrt nähert sich die PC-Branche den Smartphones an, indem sie deren Touch-Technologie in immer mehr Rechner einbaut. Als Trend der asiatischen Messe sind daher All-in-One-PC nach Art von Apples iMac anzusehen, die mit Multitouch-Displays zu Anfass-Computern aufgewertet werden. Unternehmen wie Asus, Acer und MSI zeigen erstaunlich ähnliche Antworten auf die Frage, wie ein moderner Schreibtischcomputer mit integriertem Bildschirm aussehen sollte.
Ihnen allen gemein ist dabei, dass der Bildschirm eine Diagonale von rund 24 Zoll aufweist. Immer öfter wird der dann auch mit Touch-Technologie garniert, damit man mit seinen Fingern darauf herumwurschteln kann, statt die Maus zu bemühen. Ob das der richtige Weg ist, muss sich allerdings erst noch erweisen. Ein Schritt in eine von der TV-Industrie längst eingeschlagene Richtung ist dagegen die Integration von 3-D-Funktionen, so dass man Spiele, Fotos und Filme auf Wunsch auch räumlich am PC anschauen kann.
Konkurrenz für das iPad: Das Asus-EeePad und andere Tablet-PC
Neben großen PC und kleinen Netbooks sind auf der Computex noch bis zum 5. Juni natürlich auch etliche mehr oder minder innovative Kleinigkeiten zu sehen. Dazu gehören etwa der leichteste E-Book-Reader, die dünnste Festplatte und der universellste Blu-ray-Player. Einen Überblick über die wichtigsten Neuheiten von der Messe, gibt die Bilderstrecke ganz oben über diesem Artikel.