Dual-Sim-Handys: Sparen mit dem Doppelpack - DER SPIEGEL
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Dual-Sim-Handys Sparen mit dem Doppelpack

Sie sind zwei Handys in einem: Per Dual-Sim-Technik lassen sich manche Mobiltelefone über zwei Mobilfunkanbieter gleichzeitig nutzen, der jeweils günstigere Tarif auswählen. Was verlockend einfach klingt entpuppt sich in der Praxis als umständlich, ist nur mit meist spartanisch ausgestatteten Modellen möglich. Für manche Anwender lohnt sich der Aufwand trotzdem.
Samsung C5212: Eines der wenigen Dual-Sim-Handys eines Markenherstellers
Samsung C5212: Eines der wenigen Dual-Sim-Handys eines Markenherstellers

Samsung C5212: Eines der wenigen Dual-Sim-Handys eines Markenherstellers

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Preisverfall beim Mobilfunk macht vielen Handynutzern zu schaffen. Während die Handytarife der Discounter immer günstiger werden, sind viele Verbraucher noch per Vertrag an ihren alten Provider gebunden, müssen höhere Minutenpreise zahlen und womöglich einen monatlichen Mindestumsatz abtelefonieren. Moderne Technik soll einen günstigen Weg aus diesem Dilemma weisen: Dual-Sim-Handys.

Diese Geräte ermöglichen es Telefongespräche, SMS und MMS und Surftouren im Web dank zweier integrierter Sende- und Empfangseinheiten über Sim-Karten von zwei unterschiedlichen Mobilfunkanbietern abzuwickeln. So kann der Verbraucher den jeweils günstigsten Tarif wählen oder etwa in einem Gerät je eine Sim-Karte für private und eine für geschäftliche Gespräche nutzen.

Magere Ausstattung

Das klingt eigentlich gut, aber Experten stehen der Technik zurückhaltend gegenüber. "Das Problem ist eindeutig noch die Hardware", sagt Markus Eckstein von der Zeitschrift "Connect". Zum einen gebe es wenige Geräte, die überhaupt die Dual-Sim-Technologie beherrschen. Zum anderen seien die wenigen entsprechenden Geräte in punkto Ausstattung weit schlechter bestückt als aktuelle Topgeräte.

So fehlen auf der Ausstattungsliste von Dual-Sim-Handys meist GPS-Empfänger und Digitalkamera, die mittlerweile bei vielen Standard-Handys zur Grundausstattung gehören. Die Synchronisation mit dem heimischen PC sei zudem schwierig - und schließlich mache der Akku deutlich schneller schlapp als bei anderen Geräten.

Automatisch geht da nichts

"Von den großen Herstellern traut sich momentan nur Samsung, ein Dual-SIM-Handy herauszubringen", sagt Eckstein. Entsprechend aufwendiger sei es, die notwendige Hardware via Internet oder im Fachhandel zu bekommen. Was sicher auch daran liegen dürfte, dass die großen Mobilfunkanbieter wenig Interesse haben, in ihren Shops Geräte zu verkaufen, die für Telefonate mit der Billigkonkurrenz geeignet sind.

Um auszuwählen, mit welcher Sim-Karte man jeweils telefonieren will, haben die meisten Geräte zwei grüne Empfangstasten eingebaut, für jede Sim-Karte eine. "Ich muss dann bei jeder Aktion eine Entscheidung treffen, welche Karte ich nutze", sagt Eckstein. Bei SMS und MMS wird die Auswahl oft über eine Dialogbox auf dem Bildschirm erledigt. Es ist jedoch nicht möglich, etwa nach dem Abtelefonieren des Mindestumsatzes eines Mobilfunkvertrags automatisch auf die günstigere Sim-Karte und damit den günstigeren Anbieter umzuschalten.

In Spezialfällen durchaus sinnvoll

Dementsprechend hält der Experte die Technik für kaum massentauglich: "Da muss man ein Sparfuchs sein und schon sehr genau kalkulieren, dass sich das lohnt." Ausnahmen sieht er etwa bei Menschen, die sich häufig im Ausland aufhalten und entsprechend eine Sim-Karte des dortigen Anbieters nutzen wollen. Hier sein ein Dual-Sim-Handy durchaus sinnvoll, konstatiert er.

Er rät Interessenten der relativ neuen Technik zum Samsung C5212. Mit seinen laut Hersteller bis zu 200 Stunden Standbyzeit und vier Stunden Sprechzeit kommt es an normale Topgeräte heran, bietet zudem eine 1,3 Megapixel Kamera mit Videofunktion. Verglichen mit anderen Handys sei es mit dem regulären Preis von 250 Euro ohne Vertrag allerdings alles andere als günstig. Und das gilt nach Aussage von Markus Eckstein - abgesehen von ganz einfach ausgestatteten Modellen ab 100 Euro - für alle seine Artkollegen: "Von der Dual-Sim-Funktion mal abgesehen, bekommt man relativ wenig Handy für sein Geld." Preisgleiche normale Geräte böten vielfach umfangreichere und bessere Funktionen.

Ralph Bauer/ddp

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