DVB-T2 HD: Privatsender verlangen 69 Euro pro Jahr - DER SPIEGEL
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Fußball live per App und Stick: EM 2016 auf Smartphone und Tablet

Foto: Geniatech

Tipps für Smartphone und Tablet So können Sie die EM unterwegs schauen

Sie wollen die EM-Spiele live verfolgen, können aber nicht rechtzeitig zu Hause sein? Kein Problem: Auch mit Smartphone und Tablet können Sie zuschauen. So gehts.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es soll ja Menschen geben, die müssen arbeiten, wenn andere Fußball schauen. Oder sie sind gerade auf dem Weg, in den Urlaub zum Beispiel, oder sie fahren von einem Termin nach Hause, während in Frankreich gerade eine EM-Partie läuft. Wenn Sie zu diesen Leuten gehören, aber trotzdem kein Spiel verpassen wollen, können sie die Begegnungen auch auf Ihrem Handy oder Tablet anschauen.

Grundsätzlich gibt es dazu zwei Möglichkeiten: Entweder man besorgt sich einen DVB-T-Empfänger, den man mit seinem Mobilgerät verbindet oder man installiert die App eines Anbieters, der die Spiele als Online-Stream zeigt. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

Beim Streaming per App gilt vor allem, dass man sich über die dabei anfallenden Datenmengen im Klaren sein muss. Das Preisvergleichsportal Verivox  hat ausgerechnet, dass beim Streaming von YouTube-Videos je nach Auflösung 2 bis 8 Megabyte (MB) pro Minute übertragen werden. Das dürfte auch für viele TV-Streams gelten.

Bei zwei Stunden Fußball gucken kämen so bis zu 960 MB zusammen. Beim Streaming von HD-Inhalten wären es laut Verivox sogar rund 2 Gigabyte pro Stunde. Je nach dem, was für einen Datentarif man gebucht hat, wäre das monatliche Inklusivvolumen also ratzfatz verbraucht. Wer Streaming-Apps nur im WLAN benutzt, muss mit keinem Engpass beim monatlichen Datenvolumen rechnen - aber WLAN steht unterwegs oft nicht zur Verfügung.

Systemgrenzen beim TV-Streaming

Auch wenn das Datenvolumen Geld kostet: Die Apps, mit denen sich die EM-Spiele live anschauen lassen, gibt es immerhin kostenlos. Statt mit Geld bezahlt man in der Regel für die App, indem man sich vor Beginn der Liveübertragung einen oder zwei Werbespots anschaut. Wer sich davon gestört fühlt kann meist für wenige Euro werbefreie Varianten solcher Apps kaufen. Oder die Apps der öffentlich-rechtlichen Sender nutzen, die per Definition werbefrei sind. Eine Auswahl der besten und populärsten Streaming-Apps stellen wir in unserer Bilderstrecke vor.

Die Alternative zum Fußballgucken per Stream ist das digitale Antennenfernsehen DVB-T. Auch dafür gibt es verschiedene Lösungen. So gibt es DVB-T-Empfänger mit Lightning-Stecker für iPhones und iPads.

Wer ein Android-Gerät besitzt, kann dagegen aus verschiedenen Empfangsgeräten mit Micro-USB-Anschluss auswählen. Manche TV-Empfänger arbeiten sogar mit mehreren Betriebssystemen zusammen, übertragen das empfangene TV-Signal per WLAN an Tablet, Smartphone oder Computer. Einige besonders interessante Beispiele zeigen wir in unserer Fotostrecke.

DVB-T braucht kein Datenvolumen

Anders als die Streaming-Apps verbraucht DVB-T kein Datenvolumen, ist in Deutschland flächendeckend zu empfangen. Im abgelegenen Gegenden wird der Empfang mit den kleinen Antennen, die mobilen Empfangsgeräten beiliegen, aber schwierig . Außerdem ist DVB-T ein Auslaufmodell. Der Nachfolgestandard DVB-T2 HD läuft seit dem 31. Mai bereits im Testbetrieb.

Wenn am 29. März 2017 in den Ballungsräumen der Regelbetrieb beginnt, wird damit auch das Ende von DVB-T eingeläutet. In Norddeutschland wird man dann noch für neun Monate ein Basisangebot aus Das Erste, ZDF und NDR Fernsehen per DVB-T empfangen können, bevor auch damit Schluss ist. In ländlichen Gebieten wird dieser Umstieg etwas länger dauern, soll aber bis Mitte 2019 abgeschlossen sein.

Ab 2019 nur noch Elektroschrott

Die Investition in einen DVB-T-Empfänger will also gut überlegt sein, denn spätestens 2019 ist er nur noch Elektroschrott. Um DVB-T2 HD sehen zu können, braucht man ein neues Empfangsgerät und muss mit weiteren Kosten rechnen. Die dann in HD ausgestrahlten Programme der Privatsender sind dann nur noch gegen eine Gebühr von 69 Euro pro Jahr empfangbar, nur die öffentlich-rechtlichen HD-Programme bleiben von solchen Zusatzgebühren ausgeschlossen.

Entsprechende Empfänger für Mobilgeräte sind derzeit ohnehin kaum zu finden. Zwar werden einige DVB-T2-Empfänger angeboten, aber die sind nicht zum in Deutschland verwendeten DVB-T2 HD kompatibel. Der NDR empfiehlt, "beim Kauf darauf zu achten, dass das Empfangsgerät den HEVC/H.265 Codec unterstützt. Geräte mit dem grünen 'DVB-T2 HD Logo' sind für den Empfang geeignet."

Wer sich von solchen Zukunftsaussichten nicht abschrecken lässt, kann zumindest sicher sein, dass es kein Problem werden dürfte, die Spiele der EM 2016 live zu verfolgen, auch wenn gerade kein Fernseher in der Nähe ist. Eine Auswahl geeigneter Streaming-Apps und DVB-T-Receiver zeigen wir in unserer Bilderstrecke.

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Fußball live per App und Stick: EM 2016 auf Smartphone und Tablet

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