Farbtechnik: Die bunten E-Books können kommen - DER SPIEGEL
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Farbtechnik Die bunten E-Books können kommen

Das Unternehmen E Ink hat das Rennen gewonnen. Während andere noch an Farbdisplays für E-Reader forschen und entwickeln, können die Elektropapier-Pioniere bereits Vollzug melden: Das erste farbfähige E-Book-Lesegerät ist marktreif.
E-Ink-Farbdisplay: Digitaler Lesestoff kann künftig auch bunt genossen werden
E-Ink-Farbdisplay: Digitaler Lesestoff kann künftig auch bunt genossen werden

E-Ink-Farbdisplay: Digitaler Lesestoff kann künftig auch bunt genossen werden

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Na endlich, die letzte Hürde ist genommen: E-Books können jetzt auch bunte Bilder darstellen. Mit einer Ankündigung Herstellers E Ink aus Taiwan endet für die elektronischen Lesegeräte die Schwarzweiß-Ära. Wie das Unternehmen auf einer Branchenmesse in Tokio mitteilte, hat es seine Technik der elektronischen Tinte so weiterentwickelt, dass man damit nun auch Farbdisplays bauen kann. Ein erstes Gerät mit der neuen Technik hatte der Konzern bereits im Handgepäck.

Damit hat E Ink die Konkurrenz abgehängt. Denn auch andere Display-Hersteller arbeiten längst an farbfähigen E-Reader-Displays. Allerdings ist keines davon bisher lieferbar. Dabei hatte vor allem Qualcomm immer wieder laut für seine Mirasol-Display-Technik geworben, die bunten Bildschirme auf Messen gezeigt. Zu einem realen Produkt sind sie noch nicht geworden.

Das von E Ink Triton genannte Display soll dem Hersteller zufolge dagegen schon lieferbar sein. In Tokio zeigte der Aufsichtsratsvorsitzende des E-Reader-Herstellers Hanvon bereits ein Gerät mit dem neuen Bildschirm. Nach seinen Worten hat Hanvon damit "den ersten Farb-E-Book-Reader der Welt " vorgestellt. Auf der Hanvon-Webseite ist davon freilich bis zum Mittwochnachmittag nichts zu sehen. Dort werden weiterhin die bekannten Modelle mit Monochrom-Bildschirm präsentiert. Die aber liefern immerhin einen Eindruck davon, was bald kommen wird. Denn genau passend zu Hanvons bisheriger Produktpalette will E Ink Triton Displays in den Größen fünf, sieben und zehn Zoll anbieten.

Am besten in praller Sonne

An der Akkulaufzeit der E-Reader soll sich durch deren künftige Farbfähigkeit nicht viel ändern. Genau wie die Schwarzweiß-Bildschirme von E Ink basieren auch die Farbdisplays auf winzigen Pigment-Kapseln, die je nach angelegter Spannung entweder ihre schwarz gefärbte oder ihre weiße Seite zum Leser hin orientieren und so die Pixel bilden, aus denen Buchstaben und Bilder geformt werden - und die stabil stehen bleiben, auch wenn man die Stromzufuhr kappt. In der Farb-Variante wird darüber quasi eine Folie gelegt, auf der transparente Farbfelder in den Grundfarben Rot, Grün und Blau durch additive Mischung Farben erzeugen. Für die Beleuchtung sorgt das Umgebungslicht, weshalb die Bildschirme auch bei praller Sonne lesbar bleiben. Zudem brauchen sie bedeutend weniger Strom als LCD-Displays, die von hinten beleuchtet werden müssen.

So gut sich das anhört: Unklar ist, wie gut das Triton-Display wirklich ist. Kritiker warnen, die Lesbarkeit von Schrift könnte darunter leiden, dass der Farbfilter Schärfe und Auflösung negativ beeinflusst. Sicher ist, dass man nicht dieselbe Bildqualität wie etwa auf einem iPad oder einem andern Tablet-Rechner erwarten darf. Dafür taugt die verwendete Technik einfach nicht. Selbst auf dem Pressebild (siehe oben), das E Ink verteilt, wirken die Farben blass. Einen ähnlichen Effekt konnte man schon bei Qualcomms Mirasol erkennen (sehe Video).

Lesen ja, glotzen nein

Während die Mirasol-Technik aber wenigstens eingeschränkt videofähig ist, taugen Triton-Displays auf keinen Fall zum Filmegucken. Zwar gibt der Hersteller an, sie seien 20 Prozent fixer als ihre monochromen Vorgänger, aber das dürfte sich in der Praxis eher darin bemerkbar machen, dass sie schneller zur nächsten Seite umblättern lassen.

Für das was sie tun sollen, dürfte das aber allemal ausreichen. E Ink glaubt, Farbe in E-Books werde vor allem digitalen Zeitschriften und Zeitungen zugute kommen und sieht glänzende Aussichten für Triton-Displays. Die bekannten Schwarzweiß-Bildschirme will das Unternehmen aber auch künftig weiter produzieren. Warum auch nicht? Die Einführung von Farbe wird den Markt für E-Reader in zwei Lager spalten: Auf der einen Seite die neuen, teuren Geräte, die auch bunt können, auf der anderen Monochrom-Reader, die künftig als Einstiegsmodelle werden herhalten müssen.

Sicher ist: Mit Farbe kommt wieder Bewegung in den Markt. Wann die ersten Farb-Reader nach Deutschland kommen, ist noch unklar. Angekündigt hat ein solches Gerät bisher noch kein Hersteller. Das wäre auch verwunderlich, denn bis zum Weihnachtsgeschäft wird es sicher noch keine zu kaufen geben.

mak

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