Fernverfolgung: Webcam klärt Laptop-Klau auf - DER SPIEGEL
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Laptop-Diebstahl: Die Webcam sieht alles

Foto: Joshua Kaufman/ AP

Fernverfolgung Webcam klärt Laptop-Klau auf

Gestohlene Notebooks werden in den seltensten Fällen wieder aufgespürt. Doch ein Amerikaner hatte jetzt Glück: Er konnte den Dieb mit einer Verfolgungs-Software fotografieren. Eine Geschichte mit Happy End - für den Laptop-Besitzer und den Hersteller der Software.
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Hamburg - Joshua Kaufman passierte, was jedes Jahr Tausende Male passiert: Ihm wurde das Notebook gestohlen. Als er den Diebstahl der Polizei meldete, machte man ihm keine Hoffnung, dass er seinen Mobilrechner je wiedersehen würde: keine Chance, kein Personal. Doch davon ließ sich Kaufman nicht entmutigen. Mit Hilfe einer Software, die er vorsorglich installiert hatte, spürte er nicht nur den neuen Benutzer seines Rechners auf, sondern machte auch noch etliche Beweisfotos, die den mutmaßlichen Dieb in Flagranti zeigen.

Möglich wurde der Coup, weil Kaufman eine Software auf seinem MacBook installiert hatte, mit der er auch aus der Ferne noch unbemerkt auf seinen Computer zugreifen konnte. So aktivierte er von einem anderen PC aus die Webcam und konnte munter zusehen, wer der Fremde war. Er konnte Screenshots machen, als der mutmaßliche Dieb seine Daten löschte und versuchte, jeden Hinweis auf den rechtmäßigen Besitzer des Laptops zu tilgen. Er konnte dokumentieren, wie der neue Benutzer seinen Google-Account samt Passwort einrichtete. Und er konnte die ungefähre Position des Diebesguts bestimmen.

Der Mann, der seinen Laptop nun benutzte, ein Taxifahrer aus Oakland bei San Francisco, bemerkte von all dem nichts: Die Spionage-Software tarnte sich, wurde versteckt und somit unbemerkt im Hintergrund aktiviert.

Stolz über seine Detektivarbeit, ging Kaufmann wieder zu Polizei, lieferte Fotos des vermutlichen Täters und Informationen über dessen Aufenthaltsort ab. Eine Reaktion auf seine Hilfe bekam er nicht. Mehrere E-Mails, in denen er sich über den Fortgang des Falles erkundigte, blieben unbeantwortet. Und so trat der Beklaute nun in die Öffentlichkeit. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website This Guy Has My MacBook  schilderte er noch einmal seinen Fall und veröffentlichte verschiedene Fotos des Fremden (siehe Bilderstrecke).

Rettung per Twitter

Als er dann auch noch per Twitter Werbung für seine Seite machte , brach ein Internetsturm über ihn herein. Sein Tweet wurde tausendfach weitergereicht, Medien entdeckten die Geschichte. Genau das war es, was schließlich den Ausschlag gab. Auf einen Anruf der Redaktion der TV-Sendung "Good Morning America" hin meldete sich das Oakland Police Department endlich bei ihm, erklärte, man werde seinem Fall nun nachgehen.

Viel Arbeit blieb den Beamten dann nicht mehr zu tun. Undercover bestellten die Polizisten den Taxifahrer zu einer Fahrt durch die Stadt - und nahmen ihn fest. Noch am selben Abend wurde Kaufman Vollzug gemeldet, am nächsten Morgen konnte er seinen Laptop in Empfang nehmen.

Eine Geschichte mit glücklichem Ende und eine, die an jene von gestohlenen iPhones erinnert, die mit Hilfe der Funktion "Mein iPhone suchen" wiederbeschafft werden konnten (die man bei anderen Handys nachrüsten kann) . Aber auch eine Geschichte, die einen Beigeschmack hat. Denn in seinen Schilderungen weist Joshua Kaufman auffällig oft auf die Software hin, die ihm beim Aufspüren des Laptops geholfen hat. Dem enormen Echo in den Medien sei Dank, dürften die Umsätze aus dem Verkauf dieses Hilfsprogramms in den letzten Tagen dramatisch in die Höhe geschossen sein.

Dass es sich aber tatsächlich, wie manche vermuten, um eine perfide Art der Guerilla-PR handelt, ist bisher unbewiesen. Die Firma selbst weist solche Vorwürfe per Twitter weit von sich: "Auch für uns ist das eine totale Überraschung und kein zwielichtiges Marketing." 

mak

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