Fritz!Box-Hersteller AVM zahlt Millionenbußgeld - DER SPIEGEL
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Illegale Preisabsprache bei Routern Fritz!Box-Hersteller AVM zahlt Millionenbußgeld

AVM hat die Preise für einzelne Produkte bei sechs Elektrofachhändlern künstlich hoch gehalten. Zu diesem Schluss kommt das Bundeskartellamt. Der Router-Hersteller zahlt nun knapp 16 Millionen Euro Bußgeld.
Fritz!Box von AVM: Freie Preisbildung eingeschränkt
Fritz!Box von AVM: Freie Preisbildung eingeschränkt

Fritz!Box von AVM: Freie Preisbildung eingeschränkt

Foto: Felix Schlikis / Lobeca / IMAGO

Das Bundeskartellamt geht gegen den Fritz!Box-Hersteller AVM vor. Die Bonner Kartellwächter verhängten Bußgelder in einer Höhe von insgesamt knapp 16 Millionen Euro gegen das Berliner Unternehmen und einen Mitarbeiter, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. AVM habe die Preise für einzelne Produkte bei sechs Elektrofachhändlern künstlich hoch gehalten. AVM habe die »freie Preisbildung beim Vertrieb seiner Produkte an Endverbraucherinnen und -verbraucher eingeschränkt«, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Das Kartellamt sende mit den verhängten Bußgeldern »ein klares Signal, dass Verstöße gegen das Verbot der Preisbindung nicht toleriert werden«.

Mitarbeiter des Berliner Unternehmens hätten mit den beteiligten Elektronikfachhändlern Abstimmungen über Endverbraucherpreise für AVM-Produkte getroffen, teilte das Kartellamt weiter mit. Die Preise der Händler seien zudem fortlaufend beobachtet worden. Dazu sei sogar mindestens seit Mitte 2019 eine spezielle Software eingesetzt worden.

In vielen Fällen hatten die Fachhändler nach Interventionen des Unternehmens die Preise für die Verbraucher angehoben. »Die Geschäftsführung von AVM bedauert, wenn das Vorgehen zu Irritationen geführt hat«, erklärte AVM. Die Produkte seien »durchweg zu vorteilhaften Preisen im Handel verfügbar« gewesen. Mit der Zahlung des Bußgelds wolle man »den anstehenden Generationswechsel von Belastungen der Vergangenheit« freihalten.

Anonymer Hinweis als Auslöser

Das Kartellamt sei durch einen anonymen Hinweis auf die Praktiken aufmerksam geworden, dem Durchsuchungen im Februar 2022 folgten, hieß es weiter. Die Bußgeldbescheide seien bereits rechtskräftig, da das Verfahren einvernehmlich beendet wurde. Gegen die beteiligten Händler seien keine Bußgeldbescheide ergangen.

AVM vertreibt vor allem Router und Repeater, aber auch Telefone und Smart-Home-Produkte.

pbe/AFP/Reuters

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