Galaxy Tab 2: Samsung greift Apple mit Low-Cost-Tablet an - DER SPIEGEL
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Tablet mit Android 4.0: Samsung Galaxy Tab 2 (7.0)

Foto: Samsung

Galaxy Tab 2 Samsung greift Apple mit Low-Cost-Tablet an

Hardware von gestern und Software von heute: Mit einem neuen Tätschel-Rechner will Samsung den Wettstreit mit Apple in eine neue Runde bringen. Statt mit beeindruckender Technik könnte das neue Modell mit seinem Preis punkten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Samsung fängt gerne klein an - zumindest bei Tablet-Rechnern. Das war schon beim ersten Galaxy Tab so. Das stellte der Konzern im September 2010 auf der Ifa in Berlin vor und besetzte damit gleich eine Lücke: Mit einer Bilddiagonale von sieben Zoll fügte es sich genau zwischen Apples iPad (9,7 Zoll) und Dells Streak (5 Zoll). Diese Zwischengröße soll auch das neue Galaxy Tab 2 (7.0) haben - und Samsung wieder die Möglichkeit geben, vorne mit dabei zu sein.

Denn das Galaxy Tab 2 (7.0) ist eines der ersten Tablets, die Android 4.0, Codename Ice Cream Sandwich, als Betriebssystem nutzen. Schon mit dem Galaxy Nexus konnte der koreanische Konzern das erste Smartphone vorstellen, auf dem das neue System läuft. Genau so hat es sich Google gewünscht. Mit dem großen Update sollen die Smartphone- und Tablet-Varianten des Google-Betriebssystems zusammengeführt werden.

Für Anwender soll sich die Vereinheitlichung beispielsweise in einem größeren Angebot von Apps bemerkbar machen, die auf dem Handy und dem Flachrechner gleichermaßen laufen, Samsung spricht von 400.000 verfügbaren Apps. Außerdem hat Google bei Ice Cream Sandwich das Interface verändert, die Bildschirmtastatur verbessert und einige neue Funktionen eingeführt.

Im Multitasking lässt sich komfortabler als bisher zwischen den aktiven Apps hin- und herschalten. Zudem können Widgets sogenannte Mini-Apps, die beispielsweise das aktuelle Wetter oder neue E-Mails auf dem Startbildschirm anzeigen, in ihrer Größe verändert werden, um den zur Verfügung stehenden Platz besser auszunutzen.

Wo passt das rein?

Während die Software also so aktuell ist, wie sie nur sein kann, ist die Hardware, auf der sie läuft, Massenware von der Stange. Sie erinnert in mancher Hinsicht an das noch aktuelle Galaxy Tab 7.0 Plus N. Das Display zeigt auf 7 Zoll Diagonale 1024 x 600 Pixel an, der Arbeitsspeicher ist 1 GB groß und als Antrieb dient ein Dualcore-Prozessor mit 1 GHz Taktfrequenz. Das Tablet soll in Versionen mit W-Lan- und solchen mit W-Lan und 3G-Technik angeboten werden, deren Massenspeicher 8, 16 oder 32 GB groß ist und per Speicherkarte erweitert werden kann. Das sind in etwa die technischen Daten eines Smartphones - High-End-Handys weisen schon jetzt schnellere Prozessoren auf als das Galaxy Tab 2. Folgerichtig: Mit dem Tablet kann man auch telefonieren - mit Headset.

Eine kleine Besonderheit: Neben einem GPS-Empfänger ist auch ein Empfänger für das russische Glonass-Navigationssystem eingebaut. Die integrierten Kameras sind mit 3 und 0,3 Megapixel alles andere als beeindruckend.

Beeindruckend ist dagegen, wie breit sich Samsung mit der Vorstellung des neuen Galaxy Tab im Tablet-Markt aufstellt. Allein in Deutschland bietet das Unternehmen derzeit sechs verschiedene Modelle an, davon vier mit 7-Zoll-Display. Wie das Galaxy Tab 2 (7.0) da rein passen soll? Zum einen wird die neue Software ein Lockmittel sein, allerdings nur für Enthusiasten. Allen anderen könnte der Konzern sein neues Gadget über den Preis schmackhaft machen. Samsung selbst hat dazu noch nichts gesagt, aber verschiedenen Berichten zufolge will das Unternehmen sein neues Tablet für 270 Euro anbieten.

Das wäre nicht nur deutlich billiger als das aktuelle Galaxy Tab 7.0 Plus, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung. Denn spätestens seit dem Erfolg von Amazons Kindle Fire dürfte als bestätigt gelten, dass Apples iPad nicht mit Technik oder Ausstattung zu schlagen ist, sondern nur über den Preis.

Die Einführung ist für März geplant. Zuerst soll das neue Modell in Großbritannien auf den Markt kommen, dann nach und nach weltweit eingeführt werden.

mak