Schluss mit lustig Android Q bekommt nichts Süßes mehr
Vielleicht war die Aufgabe am Ende doch unlösbar: Mit Android Q, der neuen Version seines Smartphone-Betriebssystems, beendet Google eine langjährige, von Fans und Presse gleichermaßen geliebte Tradition. Statt die Software mit dem Namen einer Süßigkeit zu betiteln, will Google das Update schlicht Android 10 nennen.
In einem Blogeintrag begründet das Unternehmen die Entscheidung unter anderem damit, dass die bisher verwendeten Namen nicht überall auf der Welt verstanden worden seien.
Als Beispiel wird in dem Blogpost erklärt, dass die Buchstaben L und R in einigen Sprachen nicht unterscheidbar seien. "Als einige Leute uns also laut Android Lollipop sagen hörten, war es nicht intuitiv klar, dass es sich auf die Version nach KitKat bezog."
Smartphone-Update: Das ist neu in Android Q
Auch sei das bisherige System für neue Nutzer schwer durchschaubar. Sie könnten anhand des Namens der jeweiligen Android-Version nicht erkennen, ob es sich dabei um die jeweils neue Variante handelt. "Wir wissen auch, dass Kuchen an manchen Orten kein Dessert ist und dass Marshmallows, obwohl sie köstlich sind, in vielen Teilen der Welt nicht beliebt sind", erklärt das Unternehmen weiter.
Das Argument, dass es einfach zu schwierig gewesen sei, eine Leckerei zu finden, deren Name mit Q beginnt, will der Konzern nicht gelten lassen und verweist dabei auf einen Artikel von "The Verge ", der zu dem Thema einige Vorschläge gemacht hatte. Der listet freilich eine Reihe eher exotischer Köstlichkeiten auf, die außerhalb der jeweiligen Ursprungsländer kaum bekannt sein dürften.
Keine Quarkbällchen
Während die neue Namenskonvention es Google in Zukunft leicht machen wird, große Updates zu betiteln - auf Android 10 folgt Android 11 - verschwindet damit auch ein Stück Android-Historie und ein großer Spaß, mit dem sich Fans bislang in jedem Jahr monatelang beschäftigt hatten.
Angefangen hatte alles, als Google das dritte große Update der Software, Android 1.5, 2009 als Cupcake bezeichnet hatte. Seither wurden alle neuen Versionen zunächst nur mit dem jeweils folgenden Buchstaben im Alphabet betitelt. Der Konzern forderte die Community dann auf, Vorschläge für mögliche Namen von Süßwaren einzureichen, die mit dem fraglichen Buchstaben begannen. Über die Jahre folgten auf Cupcake daher:
- Donut
- Éclair
- Froyo (Kurzform von Frozen Yogurt)
- Gingerbread
- Honeycomb
- Ice Cream Sandwich
- Jelly Bean
- KitKat
- Lollipop
- Marshmallow
- Nougat
- Oreo
- Pie
Die Hoffnung einiger Deutscher, Android Q könnte von Google auf den Namen "Quarkbällchen" getauft werden, hat sich mit der offiziellen Ankündigung von Android 10 nun endgültig zerschlagen.
Googles Statement macht aber auch klar: Es kann nicht mehr lange dauern, bis das Update für jedermann freigegeben wird. Betaversionen der Software werden schon seit Monaten an Tester und Softwareentwickler verteilt, große Macken sind in der aktuellen Betaversion nicht mehr zu finden.
Und: Es wird auch nicht mehr lange dauern, bis Google neue Smartphones, vermutlich Pixel 4 genannt, vorstellen wird. Die Freigabe einer neuen Android-Version geht regelmäßig auch mit der Veröffentlichung der neuen Google-Handys einher.