Wohnzimmercomputer Nexus Q Die Google-Kugel kommt später
Nexus Q: Googles Streaming-Box fürs Wohnzimmer ist auf unbestimmte Zeit verschoben
Foto: Google/ dpaNew York - Google braucht für seinen futuristischen Wohnzimmer-Computer Nexus Q mehr Zeit als gedacht. Der Verkaufsstart werde auf unbestimmte Zeit verschoben, um das Gerät besser zu machen, teilte der Internetkonzern in einer E-Mail an Vorbesteller mit. Die Ende Juni präsentierte kugelförmige Streaming-Box soll unter anderem Musik und Videos auf Fernseher oder Stereoanlage bringen. Das Gerät greift dabei auch auf Online-Dienste wie Google Play und YouTube zu.
Das Gerät war auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco für den Herbst angekündigt worden. Kunden, die einen Nexus Q für rund 300 Dollar vorbestellten, sollen den schwarzen Linux-Rechner mit eingebauten Hifi-Verstärker jetzt kostenlos erhalten, wie aus der von mehreren US-Medien am Mittwoch veröffentlichten E-Mail hervorgeht. Die Streaming-Kugel wurde nur in den USA angeboten.
Nexus Q wird auf starke Wettbewerber treffen. So stellt Microsoft seine Spielekonsole Xbox 360 immer mehr als Abspielgerät für Filme und Musik auf. Apple hat seine Streaming-Box Apple TV für einen Drittel des Nexus-Preises im Angebot, außerdem ist in den USA die Online-Videothek Netflix stark.
In ersten Rezensionen wurde kritisiert, die "Google-Kugel" habe weniger Funktionen bei einem höheren Preis als die Konkurrenzprodukte. Google selbst schrieb in der E-Mail, die bisherigen Nutzer wollten, dass Nexus Q "noch mehr kann". Zugleich seien Design und die Hardware begeistert aufgenommen worden.
Google kann sich keinen Fehlschuss bei der Wohnzimmer-Unterhaltung leisten. Der Konzern unternahm bereits einen großangelegten Vorstoß in den Bereich mit dem Angebot Google TV, das traditionelles Fernsehen und Online-Video verschmelzen sollte. Doch die Bedienung wurde als zu kompliziert kritisiert, Geräte für den Dienst floppten.