Google-Update Android Wear 2.0: Mini-Tastatur oder Kritzel-Modus - DER SPIEGEL
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Google-Update für Smartwatches Mini-Tastatur oder Kritzel-Modus

Google hat eine neue Version seines Smartwatch-Betriebssystems Android Wear angekündigt. Die Software bringt viele neue Funktionen. Ein paar davon kennt man allerdings schon von anderen Firmen.
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Übermäßig beeilt hat Google sich bei der Entwicklung von Android Wear nicht. Mehr als zwei Jahre ist es her, dass die Software auf Smartwatches zum ersten Mal präsentiert wurde. Erst jetzt hat der Konzern das erste große Update angekündigt, Android Wear 2.0.

Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in Kalifornien erklärte Google-Manager David Singleton, welche neuen Funktionen die Software auf Smartwatches bringen soll.

Bei der Entwicklung des Updates konzentriere man sich auf drei Bereiche, sagt der aus Belfast stammende Singleton mit einem unverkennbaren irischen Akzent: Fitness, Benachrichtigungen und Ziffernblätter. Android-Smartwatches zu bedienen soll mit den Neuerungen angenehmer und intuitiver werden.

Einiges von dem, woran Google arbeitet, scheint allerdings von Produkten anderer Hersteller zumindest inspiriert worden zu sein. Das fängt bei den neuen Möglichkeiten an, durch Apps und Menüs zu navigieren. Um das auf Smartwatches mit runden Displays leichter zu machen, wird die App-Übersicht auf solchen Geräten mit Version 2.0 in Form eines Teilkreises angezeigt, den man am Displayrand entlang drehen kann. Samsung hat etwas ganz Ähnliches vergangenes Jahr bei der Gear S2 eingeführt.

Mehr Komplikationen

Außerdem wird die Krone der Uhr jetzt benutzt, um in Apps zurück zu navigieren - ähnlich dem Prinzip, das man von der Apple Watch kennt. Genau wie Apple es mit watchOS auf der Apple Watch vorgemacht hat, wird es außerdem künftig auch die sogenannten Komplikationen auf Android-Uhren geben. Komplikationen ermöglichen es, Daten aus bestimmten Apps in Ziffernblätter einzublenden. So kann man etwa aktuelle Fluginformationen, Wetterdaten oder Mondphasen auf einen Blick sehen.

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Google will es zudem leichter machen, zwischen verschiedenen Ziffernblatt-Designs zu wechseln. Man soll zum Beispiel ein Auswahl von Designs, die man häufig benutzt, für einen schnellen Zugriff auswählen können. Ohnehin soll das Design von Android-Wear-Apps verändert und mehr an das neue Materialdesign von Android 6 angepasst werden.

Vom Handy abgekoppelte Apps

Mit dem Update auf Version 2.0 werden Nutzer auch neue Möglichkeiten bekommen, Texte einzugeben und Nachrichten zu beantworten. So führt Google eine neue Mini-Tastatur auf dem Display ein und erlaubt es Drittanbietern, eigene Tastaturen für Smartwatches anzubieten. Wie gut man auf der kleinen Tastatur tippen kann, bleibt abzuwarten. Außerdem wird es möglich sein, Texte Buchstabe für Buchstabe handschriftlich auf den Bildschirm zu kritzeln. Das sieht nett aus, scheint aber keine sonderlich schnelle Eingabemethode zu sein.

Ganz anders sieht das bei den automatisch vorgeschlagenen Antworten aus, die das System künftig anbieten soll, wenn man auf eine Nachricht reagieren will. Diese sollen nicht aus einem Satz fertiger Antworten gewählt, sondern von Googles künstlicher Intelligenz, passend zum Inhalt der jeweiligen Nachricht, maßgeschneidert werden.

Auch Fitness-Apps sollen durch das Update intelligenter arbeiten können. Sofern man es ihnen erlaubt, können Apps künftig selbstständig erkennen, wann und welchen Sport man gerade treibt. Und sie sollen unabhängig vom Smartphone funktionieren. Aber das gilt künftig sowieso für alle Smartwatch-Apps für Google-Uhren. Sie sollen generell vom Handy abgekoppelt werden, sodass man sie auch nutzen kann, wenn das Smartphone nicht in der Nähe oder abgeschaltet ist. Damit das klappt, müssen die Apps freilich erst von deren Entwicklern angepasst werden.

Erst mal anpassen

Und genau das ist auch der Grund, weshalb Google jetzt eine erste Entwicklerversion von Android Wear 2.0 anbietet. Mit ihr sollen Programmierer ausprobieren, ob und wie ihre Apps mit dem neuen System zusammenarbeiten. Laut David Singleton werden der heute veröffentlichten Vorabversion im Sommer noch einige mehr folgen, bevor das große Update später im Jahr veröffentlicht wird.

Ein passender Termin dafür könnte Ende August oder Anfang September sein. So könnten Hardware-Hersteller neue Smartwatch-Modelle mit Android Wear 2.0 auf der Ifa in Berlin vorstellen, die Anfang September stattfinden wird.

Auf welchen aktuellen Smartwatches man das Update installieren können wird, ist derzeit unklar. Hier seien noch Gespräche mit den Herstellern notwendig, sagt Singleton. Wer schon eine Android-Smartwatch hat, sollte sich also lieber nicht darauf verlassen, dass Version 2.0 auch auf seinem Armbandcomputer laufen wird.