Mit Foodporn-Kamera: Das ist das Honor 7
Honor 7 im Test Dieses Handy soll Ihre Fotos lecker machen
Für den Fall, dass Sie noch nie von Honor gehört haben: Die Firma ist eine Zweitmarke des chinesischen Huawei-Konzerns. Sie soll vor allem junge Käufer ansprechen, weshalb ihre Produkte vor allem online beworben werden.
Das neueste Modell des Unternehmens ist das Honor 7, ein 5,2-Zoll-Smartphone mit einem modifizierten Android-Betriebssystem, einer 20-Megapixel-Kamera und einem Fingerabdruck-Scanner. Seit Donnerstag gibt es das neue Modell auch in Deutschland zu kaufen. Wir haben es getestet.
Die Kamera
Das Honor 7 protzt mit seiner 20-Megapixel-Kamera. Im Test konnten wir damit meist gute Fotos knipsen. Sogar bei schlechter Beleuchtung funktionierte das recht ordentlich. Allerdings scheint die Kamerasoftware die Aufnahmen immer ein wenig aufzuhellen. Einige bei guter Beleuchtung gemachte Bilder jedenfalls erschienen uns im Vergleich zum realen Motiv zu hell.
Von den Standards abgesehen, garniert Honor die Foto-App mit vielen Extras. So gibt es einen Nachtaufnahmenmodus mit sehr langen Belichtungszeiten und einen "Verschönerungsmodus" für Selfies. Letzterer orientiert sich offenbar sehr an asiatischen Schönheitsidealen: Er versucht, Hautunebenheiten wegzuretuschieren, und vergrößert die Augen auf ein unnatürliches Manga-Niveau.
Außerdem gibt es Modi für Lichtmalereien und einen, der als "Gute Lebensmittel" bezeichnet wird und wohl dafür sorgen soll, dass man besonders appetitliche Bilder machen kann, sogenannte Foodporn-Aufnahmen . Unser Obst-Stilleben wurde dadurch aber kaum verändert.
Der Bildschirm
Mit 5,2-Zoll-Diagonale liegt das Display im Trend zu größeren Bildschirmen. Die Full-HD-Auflösung passt gut dazu, sorgt für knackscharfe Schrift und feine Details in Fotos. Wer mag, kann sogar die Farbtemperatur verändern, doch davon dürften nur die wenigsten Gebrauch machen, die Standardeinstellung passt gut. Helligkeit, Kontrast und Blickwinkelstabilität sind gut, nur die Farben erscheinen etwas zu kräftig.
Die Leistung
Der Prozessor im Honor 7 verfügt über acht Rechnerkerne, von denen vier mit 2,2 GHz und vier mit 1,5 GHz getaktet sind. Im Test war dieser Antrieb unauffällig. Ohne übermäßige Wärmeentwicklung liefen fast alle Apps flüssig und ruckelfrei. Nur beim Rennspiel "Real Racing 3" fielen leichte Ruckler in besonders aufwendigen Szenen auf.
Die Vernetzung
Die Netzwerkfunktionen des Honor können es mit denen der Oberklasse-Konkurrenz aufnehmen. Mit Bluetooth 4.1 und LTE ist es schon gut ausgestattet, die Integration des Gigabit-WLAN-Standards IEEE 802.11ac macht die Ausstattung komplett.
Die Sim-Frage
Ein nur zum Teil nützliches Extra ist die Sim-Karten-Schublade. Sie hat eine dreifache Funktion: Man kann entweder eine oder zwei Sim-Karten einsetzen oder eine Sim-Karte und eine microSD-Speicherkarte. Da der eingebaute Speicher vielen Anwendern mit 16 Gigabyte zu klein sein wird, dürfte der zweite Platz in der Schublade meist durch eine Speicherkarte belegt werden.
Die Ausdauer
Der Akku ist ein klarer Pluspunkt des Honor 7. Zwar macht er das Gerät mit fast 160 Gramm recht schwer, sorgte im Test aber auch dafür, dass das Handy bei durchschnittlicher Nutzung für fast zwei Tage Energie hatte.
Fazit
Mit dem Honor 7 hat die Huawei-Tochter ein mehr als respektables Mittelklasse-Smartphone auf den Markt gebracht. Mit den Oberklassemodellen von Samsung, LG und Apple kann es nicht mithalten, aber in seinem Preisbereich - es kostet 349 Euro - macht es eine gute Figur.
Letztlich ist es eine Geschmacksfrage, ob man das mit Funktionen und optischem Kleinkram vollgestopfte Gerät mag oder lieber zu einem Konkurrenzmodell greift, dessen Android-System nicht so stark modifiziert wurde. Das Motorola Moto X Play beispielsweise wäre eine Alternative.