iPad Pro von Apple zerlegt: iFixit entdeckt erstaunliche Neuerungen - DER SPIEGEL
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iFixit zerlegt das iPad Pro: Das Innenleben des XL-iPads

Foto: iFixit

Apple-Tablet zerlegt Im iPad Pro wäre noch Platz für Akkus

Die Bastler von iFixit haben das neue iPad Pro zerlegt und dabei erstaunliche Neuerungen entdeckt. Für einen guten Klang hat Apple Akkulaufzeit geopfert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn Apple ein neues Produkt einführt, gehört das längst zu den Ritualen: Die Reparaturexperten von iFixit besorgen sich das neue Gerät, schauen es sich gründlich an und zerlegen es in seine Einzelteile.

Aus Spaß am Zerstören tun sie das freilich nicht. Vielmehr legen sie bei ihren Aktionen viel Wert darauf, die Geräte in ihre Baugruppen zu zerlegen, ohne sie dabei zu beschädigen. Alles soll hinterher wieder zusammenpassen und funktionieren.

Der Sinn der Aktionen besteht darin zu ergründen, wie gut oder schlecht die neuen Gadgets zu reparieren sind. Und natürlich will iFixit damit für sich Werbung machen. Die Haupteinnahmequelle der Firma ist der Verkauf der Werkzeuge, die man braucht, um moderne Computer, Handys und eben auch Tablets auseinanderzunehmen und wieder zusammenzuschrauben.

Viel zu schrauben gibt es bei dem neuen iPad Pro zunächst allerdings nicht . Der Bildschirm sei mal wieder mit "viel zu viel Klebstoff" auf das Metallgehäuse geklebt, klagen die Bastelprofis. Um da ranzukommen, müsse man Gehäuse und Klebstoff erst langsam, aber bestimmt aufwärmen und dann mit Kunststoffwerkzeugen und einem kräftigen Saugnapf auseinanderziehen.

Die Platine steht im Zentrum

Als sie das geschafft hatten und einen Blick ins Innere des XL-iPads werfen konnten, bemerkten die Experten, dass das neue iPad zwar von außen aussieht wie seine Vorgänger, innen aber ganz anders aufgebaut ist.

Statt an der Seite ist die Hauptplatine nun in der Mitte montiert, zwischen den beiden großen Akkus, die dem Gerät zu gut zehn Stunden Laufzeit verhelfen. Das mache es nicht gerade leichter, den Bildschirm auszubauen, weil dessen Anschlusskabel jetzt in der Mitte des Geräts steckt, man das Display festhalten muss, während man gleichzeitig die Stecker zieht.

Während der wichtigste Chip auf der Hauptplatine der neue A9X-Prozessor ist, der in unseren Tests deutlich schneller agierte als der A9, ist ein anderer Chip sehr bemerkenswert, der Parade Technologies DP665 LCD Timing Controller. Er passt die Bildwiederholfrequenz des Bildschirms an die jeweilige Aktivität an, was kräftig Strom sparen soll.

Mehr Klang statt mehr Laufzeit

Das ist umso wichtiger, als iFixit beim weiteren Zerlegen des neuen iPads entdeckt hat, dass im Gehäuse eigentlich Platz für noch größere Akkus gewesen wäre. Doch stattdessen haben die Designer viel Platz für die vier Lautsprecher gelassen, die bei unseren Tests einen erstaunlich kräftigen und klaren Sound erzeugen.

Potenziell wäre für 50 Prozent mehr Akku Platz gewesen. Apple hat also Laufzeit gegen Klang getauscht. Und gegen Gewicht, denn größere Akkus hätten das Gerät schwerer gemacht und es ist schon in seiner jetzigen Form nicht gerade ein leichtes Tablet.

Am Ende kommen die Experten zu einem harten Urteil und geben dem iPad Pro nur drei von zehn möglichen Punkten auf ihrer Skala für die Reparaturfähigkeit eines Geräts. Das größte Problem seien wieder einmal große Mengen an Klebstoff, mit denen Bildschirm und Bauteile zusammengehalten werden.

Ein Lichtblick seien dagegen die beiden Akkus, die sehr leicht aus dem Gehäuse genommen und ausgetauscht werden können - wenn man das Gehäuse denn aufbekommt.

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iPad Pro im Test: Das kann Apples XL-Tablet

Foto: Matthias Kremp
mak