Tragbarer PC: So sieht der Ohrclip-Rechner aus
Rechner für den Kopf Japanische Wissenschaftler testen Ohrclip-PC
Es ist ein unauffälliges Gerät, auf den ersten Blick sieht es aus wie ein großes Hörgerät oder ein Headset fürs Handy. Doch es ist ein kleiner PC, den Kazuhiro Taniguchi von der Hiroshima City University mit seinem Team entwickelt hat. Derzeit wird er getestet.
Das 17 Gramm schwere Gerät soll mit Bluetooth ausgestattet sein, unter anderem über GPS und Datenspeicher, Lautsprecher und Mikrofon verfügen. Er soll sich mit einem Mobilgerät verbinden können, die Bedienung soll über Mimik oder Mund erfolgen, zum Beispiel über Bewegungen der Zunge oder das Hochziehen einer Augenbraue. Entsprechende Sensoren sollen offenbar die Muskelbewegungen erfassen.
Die Hände sollen die Nutzer zum Navigieren jedenfalls nicht benötigen - so dass sich das Gerät zum Beispiel auch beim Klettern oder auf dem Motorrad nutzen ließe und sich auch für behinderte Menschen eignen soll, bewerben die Macher ihre Prototypen.
Wie Google Glass ist der kleine Computer ein Versuch, Rechner so nah wie möglich an den menschlichen Körper zu bringen und zu tragbaren Accessoires zu machen. Der Ohrclip-Rechner soll auch die Gesundheit seines Träger im Blick haben: Er soll auch als Hörgerät taugen und die Körperfunktionen des Nutzers überwachen können, etwa den Puls oder die Körpertemperatur messen und aufzeichnen, wie oft der Träger etwas isst oder niesen muss. Auch wenn der Träger stürzt, soll das Gerät das feststellen können und womöglich gleich einen Krankenwagen rufen oder Verwandte benachrichtigen können, versprechen die Macher.
Der sperrige Arbeitstitel für das Gerät lautet derzeit "Earclip-type Wearable PC", ein tragbarer PC wie ein Ohrclip also. Taniguchi und sein Team hoffen, das Gerät bis Weihnachten 2015 fertig zu entwickeln und im April 2016 auf den Markt zu bringen.