Kroll Ontrack: Top Ten der Datendesaster 2013 - DER SPIEGEL
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Bemerkenswerte Datenpannen Ein Handy ist nicht kugelsicher

Jahr für Jahr sammelt die Firma Kroll Ontrack die skurrilsten Fälle von Datenverlust und -rettung des Jahres. Dieses Mal gehört neben Naturkatastrophen auch eine Schießübung zu den Gründen für kleine Daten-Desaster.
Glatter Durchschuss: Deshalb sollte man sein Handy nicht für Zielübungen verwenden
Glatter Durchschuss: Deshalb sollte man sein Handy nicht für Zielübungen verwenden

Glatter Durchschuss: Deshalb sollte man sein Handy nicht für Zielübungen verwenden

Foto: Kroll Ontrack
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Über den wohl spektakulärsten Fall von Datenverlust, den Kroll Ontrack in diesem Jahr zu melden hat, verrät das Unternehmen wenig. Zu dem Foto sei ja wohl nicht mehr viel zu sagen, als dass ein Handy eben nicht kugelsicher sei. Auf dem Bild ist deutlich ein Loch im zersplitterten Bildschirm eines Samsung-Smartphones zu sehen. Wer den Schuss abgegeben hat und warum überhaupt auf das Telefon geschossen wurde, erfährt man nicht. Wohl aber, dass die Experten der Firma trotz des für das Handy vernichtenden Einschlags zehn Gigabyte Daten aus dem Elektronikkadaver bergen konnten.

Genau darum geht es nämlich bei der Top-Ten-Liste der Datendesaster, die das Unternehmen jetzt zum elften Mal veröffentlicht hat: Man möchte Aufmerksamkeit erzeugen. Nicht für die Schicksale jener Menschen, die durch kleine oder größere Katastrophen Daten - beinahe - verloren haben, sondern für die Arbeit des Unternehmens. Das nämlich ist auf Datenrettung spezialisiert und stellt seinen Kunden je nach Art der notwendigen Arbeiten zum Teil beträchtliche Summen in Rechnung.

Aber die sind viele zu zahlen bereit, wenn es darum geht, ihre Existenz zu retten oder doch zumindest die Arbeit vieler Monate. So wie das Filmteam, dessen Arbeit von 18 Monaten scheinbar verlorenging. Ein Mitarbeiter wollte gerade eine Sicherungskopie des Laptops anfertigen, auf dem das gesamte Videomaterial gespeichert war. Da stieß ein Kollege den Tisch, auf dem sich Laptop und externe Festplatte befanden, aus Versehen um. Doch wie die Firma stolz berichtet, gelang es den Experten, 80 Prozent der Daten wiederherzustellen. Genug, um daraus den geplanten Film zu schneiden und das Unternehmen im Nachspann zu erwähnen.

Dass solche Geschichten gut beim Publikum ankommen, hat die Firma längst erkannt und setzt jetzt auf die Macht der sozialen Netzwerke, um seine Werbung zu verbreiten. Dazu hat die Firma eine Website eingerichtet , auf der das Publikum über seine liebsten Datendesaster der letzten zehn Jahre abstimmen soll.

mak