Kyocera Echo: Das Handy mit dem Doppel-Touch - DER SPIEGEL
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Doppelschlag: Kyoceras Dual-Display-Handy

Foto: Craig Ruttle/ AP

Kyocera Echo Das Handy mit dem Doppel-Touch

Ist doppelt so viel auch doppelt so gut? Diese Frage will der Elektronikkonzern Kyocera geklärt haben: Am Montagabend stellte das Unternehmen in New York das erste Smartphone vor, das mit zwei Touchscreen-Displays ausgestattet ist.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Wir fordern Sie zu einem Dual heraus", tönt der US-Mobilfunkanbieter Sprint auf seiner Website. Der Sprachwitz soll auf das herausragende Merkmal des neuen Handys hinweisen, das der Konzern ab sofort exklusiv anbietet: Es hat zwei Bildschirme. Damit habe das Kyocera Echo, wie das ungewöhnliche Handy heißt, den bisher größten Bildschirm in seiner Klasse. Auf insgesamt 4,7 Zoll bemessen die Werbetexter die Grundfläche des Doppel-Displays. Im Gegensatz zu bereits erhältlichen, klobigen Geräten mit 4-Zoll-Display soll das Echo sogar noch handlich zu verstauen sein.

Möglich macht dies das Doppel-Display. Einer der beiden Touchscreen-Bildschirme kann hinter den anderen geschoben werden, wenn man das Echo wegstecken oder einfach nur damit telefonieren will. Mittels eines Spezialscharniers lässt sich der Zweit-Bildschirm leicht wieder hervorholen, und die ganze Fläche steht wieder zur Verfügung.

Auf diese Weise würden sich vier verschiedene Anwendungsszenarien vorstellen lassen, so Kyocera:

  1. Der Ein-Bildschirm-Modus: Das Handy wird zum Telefonieren benutzt, nur ein Bildschirm ist aktiv, der andere verschwindet dahinter
  2. Der Tablet-Modus: Beide Bildschirme arbeiten, als wären sie nur ein Bildschirm. Fotos, Filme und Websites werden über die gesamte Fläche aufgespannt.
  3. Der Simul-Task-Modus: Das von Kyocera erfundene Kunstwort soll andeuten, dass in dieser Betriebsart zwei Apps nebeneinander, je eine pro Bildschirm, laufen. Man kann also oben Fotos anschauen und unten chatten - wenn man das schafft.
  4. Der optimierte Modus: Die Bedienfenster einer App werden auf die beiden Bildschirme verteilt. So kann man beispielsweise oben ein Video anschauen, während man darunter schon das nächste heraussucht.

Ganz ohne Einschränkungen funktioniert das allerdings nicht. Im Simul-Task-Modus funktionieren beispielsweise nur sieben, vom Hersteller mitgelieferte Apps. Ebenso lässt sich der optimierte Modus nur dann ausreizen, wenn die jeweilige App für eine solche Nutzung ausgelegt ist.

Ansonsten aber dürfte sich das Echo problemlos mit Zusatzsoftware bestücken lassen, denn als Betriebssystem dient ihm Googles Android 2.2. Ob es ein Update dieser Software auf Android 3.0, Honyeycomb, oder auf das bald zu erwartende Android 2.4 geben wird, lässt Kyocera bislang offen.

Über die technischen Daten gibt es dagegen keine Zweifel. Abgesehen vom Doppel-Display gibt es keine Überraschungen: Als Antrieb dient Qualcomms 1 Gigahertz schneller Snapdragon-Prozessor, ein Gigabyte Speicher ist eingebaut, eine 8 Gigabyte-SD-Karte liegt dem Gerät bei, die Kamera schießt Bilder mit fünf Megapixel Auflösung und jedes der beiden Displays hat eine Diagonale von 3,5 Zoll, wie das iPhone.

Ein kleines Goodie gibt es dann aber doch noch, und das ist voll auf den US-Markt zugeschnitten: Audio- und Textmitteilungen, über die das Gerät mit seinem Nutzer kommuniziert, können wahlweise auf englisch oder spanisch wiedergegeben werden. Sprint bietet das Echo US-Kunden ab sofort zum Vorbestellen an, der Preis bei Anschluss eines Mobilfunkvertrags wird mit 199 Dollar angegeben. Ob das Echo auch in einer Variante für den europäischen Markt erscheinen wird ist unklar. Vielleicht wartet der Hersteller mit einer solchen Ankündigung auch bis zur Handymesse Mobile World Congress nächste Woche in Barcelona.