Ultrahochauflösendes Display LG will Handys schärfer machen
LG-Prototyp: Ein Handy-Display mit der Auflösung eines Großbildschirms
Foto: LGDie Bildschirmsparte des koreanische LG-Konzerns, LG Display , hat einen Mini-Monitor vorgestellt, der alles bisher dagewesene übertrifft - in mehrfacher Hinsicht: Die Auflösung des 5,5 Zoll in der Diagonale messenden Displays gibt das Unternehmen mit 2560 x 1440 Pixeln an. Weit mehr also, als irgendein aktuelles Smartphone bietet. Bisher kannte man solche Dimensionen nur von Desktop-Monitoren der 27- und 30-Zoll-Klasse.
Durch die große Pixelzahl liegt die Pixeldichte des LG-Bildschirms bei 538 Punkten pro Zoll. Seit der Einführung des iPhone 4 vor drei Jahren wird die Angabe der Pixeldichte als ein Maß für die Qualität eines Bildschirms angesehen. Apple hatte damals 960 x 640 Bildpunkte auf vier Zoll Diagonale zusammengepresst und damit eine Pixeldichte von 326 Punkte pro Zoll erreicht - rund dreimal höher als bis dahin üblich.
Seither bezeichnet das kalifornische Unternehmen seine Bildschirme als Retina-Displays. Seine Begründung für den Titel: Die Punktdichte sei so hoch, dass das menschliche Auge im normalen Leseabstand keine Einzelpunkte mehr erkennen könne, farbige Fläche also vollkommen homogen wirken. Demnach wäre LGs Leistungsdemonstration bloß vergebliche Liebesmüh und brächte keinen sichtbaren Nutzen.
Darüber, ab welcher Punktdichte man Einzelpunkte tatsächlich nicht mehr auseinanderhalten kann, gibt es freilich unterschiedliche Ansichten. Schon kurz nach der Präsentation des iPhone 4 vertrat der Bildschirmexperte Raymond Soneira von DisplayMate Technolgies die Ansicht, Apple unterschätze die Fähigkeiten des menschlichen Sehapparats, der tatsächlich noch bei weit höheren Punktdichten als denen der Retina-Displays Einzelpunkte erkennen könne.
Seiner Argumentation folgt beispielsweise HTC mit dem One, das auf 4,7 Zoll 1920 x 1080 Pixel, also Full HD, anzeigt und damit eine Pixeldichte von 468 Punkten pro Zoll erreicht.
Wie sehr man von so hochauflösenden Bildschirmen tatsächlich profitiert, hängt von verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Sichtentfernung zum Handy, ab: Je näher man das Gerät an seine Augen führt, umso höher muss dessen Auflösung sein, damit man keine Pixel mehr sieht. Entscheidend ist natürlich das persönliche Sehvermögen.
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Unabhängig davon verspricht LG für das neue Display, dass es mit 1,2 Millimetern Dicke und einem ebenso dünnen Rahmen das dünnste Display der Welt sei. Insofern folgt es damit gleich in dreierlei Hinsicht aktuellen Trends: Es eignet sich, um damit große, flache Handys mit hochauflösendem Bildschirm zu bauen. Wie schlank und leicht solche Telefone tatsächlich werden, hängt aber davon ab, wie groß deren Akku sein muss. Der Stromverbrauch des neuen Displays dürfte vergleichsweise hoch sein.
Konkrete Angaben dazu macht LG aber ebenso wenig wie der Konzern verrät, wann der hochauflösende Handy-Bildschirm in großen Stückzahlen lieferbar wird oder welche Handy-Hersteller Interesse an der Technik angemeldet haben. Allzu lange dürfte es aber nicht dauern, bis entsprechende Mobiltelefone auf den Markt kommen. Zwischen LGs Vorstellung eines Full-HD-Handy-Displays 2012 und der Einführung von Full-HD-Smartphones lagen jedenfalls nur einige Monate.