Markteintritt: Nokia veröffentlicht erstes Netbook - DER SPIEGEL
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Markteintritt Nokia veröffentlicht erstes Netbook

Die nächste Woche wird mit der Ifa und mehreren spezialisierten Tech-Messen Nachrichten in Fülle bringen. Nokia preschte am Montag vor: Früher als erwartet soll nun das erste Netbook aus der Handyschmiede erscheinen. Chic ist es, wie erste Bilder zeigen - und Kraft scheint es auch zu haben.
Sowas von blau: Eine Woche vor dem Launch hat Nokia den Schleier über seinem ersten Netbook ein wenig gelüftet - wohl auch, damit es in der nächsten Woche nicht im Ifa-Meldungsgewitter untergeht.
Sowas von blau: Eine Woche vor dem Launch hat Nokia den Schleier über seinem ersten Netbook ein wenig gelüftet - wohl auch, damit es in der nächsten Woche nicht im Ifa-Meldungsgewitter untergeht.

Sowas von blau: Eine Woche vor dem Launch hat Nokia den Schleier über seinem ersten Netbook ein wenig gelüftet - wohl auch, damit es in der nächsten Woche nicht im Ifa-Meldungsgewitter untergeht.

Foto: BOB STRONG/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Spatzen pfiffen es seit längerem von den Dächern, jetzt ist es offiziell: Nokia, immer noch weltgrößter Handy-Hersteller, steigt in den PC-Markt ein. Zumindest ein bisschen - mit sehr handlichen, natürlich mobilen Produkten. Und was könnte dabei anderes herauskommen als ein Netbook?

Booklet 3G soll das heißen, und natürlich ist der Name Programm: Wie heute alle besseren Netbooks ist auch bei Nokia der Mobilfunkchip bereits verbaut. Ins Web soll das mit 1,25 kg nicht ungewöhnlich leichte Netbook per HSPA oder W-Lan gehen. Ein wenig schwerer ist es wohl ausgefallen, weil es reichlich Saft mitbringt: Der Akku - Hauptunterscheidungsmerkmal aller Netbooks - soll stolze 12 Stunden durchhalten, behauptet Nokia.

Auch sonst hat das Unternehmen im Rahmen der Marktsegment-typischen Parameter in die Vollen gegriffen: GPS ist ebenfalls an Bord, Bluetooth, Kamera und was sonst dazu gehört. Noch immer ungewöhnlich sind dagegen zwei vielversprechende Features: Das Booklet 3G verfügt über ein HD-Display und über einen HDMI-Ausgang. Wozu, kann man da fragen - wo doch faktisch allen Netbooks die Puste ausgeht, wenn sie HD-Bilder zeigen sollen?

Die Grafik-Frage: Wofür braucht das Ding HDMI?

Das können allenfalls die Geräte der neuen Generation, die man beispielsweise auf der Ifa wird sehen können: Zu erwarten sind erste Modelle mit der schnellen Ion-Plattform. Was in Nokias Mini-Laptop werkelt, wird man dagegen erst Anfang September erfahren: Im Rahmen der hauseigenen Nokia-World-Messe soll die Geheimniskrämerei aufgegeben werden. Engadget glaubt, es sei ein Atom-Chip, was möglich wäre, wenn entweder Nvidias schnelle Ion-Grafik zum Einsatz käme, oder aber ein Dual-Core wie der Atom 330.

Möglicherweise ist es auch ein Mobilchip: Darauf warten Experten seit längerem. Die Chips mancher Smartphones können mit der Rechenleistung der Atom-Netbook-Chips hier und da durchaus mithalten, und sie sind noch sparsamer - eine Erklärung für die 12 Stunden Akku-Laufzeit? Dazu müsste dann allerdings entweder ein fitter Grafikchip kommen, wenn sich die HDMI-Schnittstelle lohnen soll. Oder aber auf ein System zurückgegriffen werden, das weniger Ressourcenhungrig arbeitet als das bisher bei Netbooks übliche Windows XP - Windows 7 wäre ein Kandidat, Windows mobile ebenfalls.

Bald wissen wir mehr: Auch, was der Spaß kosten soll. Keine Überraschung wäre es dagegen, das Netbook schon bald als subventioniertes Lockmittel für Mobilverträge in Anzeigen zu entdecken. Inklusive Anbindung an Nokias Music Store, versteht sich, denn der hat einen Festlink auf dem Mini-Desktop. Apple würde all das wohl kaum anders machen, wurde hier aber vom Alt-Konkurrenten geschlagen.

pat