MWC 2016: Huawei Matebook - das 2-in-1-Notebook - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Matebook: 2-in-1-Notebook von Huawei

Foto: SPIEGEL ONLINE

Matebook von Apple-Rivale Huawei Doppelpack für die Businessklasse

Auf dem Mobile World Congress hat der chinesische Elektro-Konzern Huawei sein erstes Notebook vorgestellt - das auch ein Tablet ist. Das 2-in-1-Gerät setzt auf zahlungskräftige Kunden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Matebook war wohl eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse des Mobile World Congress. Lange vor der offiziellen Präsentation wurde im Netz über das Gerät spekuliert. Immerhin ist es das erste Mal, dass Huawei sich von seinem Kerngeschäft, den Smartphones, in den Notebookbereich wagt.

Der Grund für dieses Wagnis ist schnell gefunden. Zum einen kennt sich das chinesische Unternehmen mit Smartphones und Tablets aus. Ein neues Modell zu entwickeln, auf dem Windows 10 läuft und das sich mit einem Stift bedienen lässt, dürfte für die Entwickler keine allzu große Herausforderung gewesen sein.

Dazu kommt, dass Microsofts Windows 10 von vielen Anwendern positiv bewertet wird. Wer mit dem Umstieg auf das ungewohnte Windows 8 gehadert hat, lässt sich leicht zum Wechsel auf das aktuelle Windows bewegen. Microsoft hat es in Windows 10 geschafft, Extras, die in Windows 8 für Tablets eingebaut wurden, mit vielen Eigenschaften und Funktionen zu verbinden, die man von Windows 7 gewöhnt war.

Zweistellige Zuwachsraten

Vor allem aber haben 2-in-1-Geräte gerade Rückenwind. Während der Tablet-Markt stagniert und der PC-Markt schrumpft, interessieren sich immer mehr Käufer für die neuartigen Geräte, die man sowohl als Tablet als auch als Notebook verwenden kann. Zweistellige Zuwachsraten versprechen gute Gewinnaussichten.

Das haben längst auch die Großen gemerkt und sich ihre Nischen im Markt gesucht. Microsoft vermarktet so seit Jahren seine Surface-Tablets und nun auch das Surface Book.

Fotostrecke

Surface Book im Test: Microsofts Notebook-Einstand

Foto: Matthias Kremp

Apple hat dafür sein iPad Pro entwickelt. Eigentlich ist es ein Tablet, aber mit anklickbaren Tastaturen wird es schnell zum 2-in1.

Im Gegensatz zu Notebooks: Schön leicht

Genau das will Huawei mit seinem Matebook jetzt auch und setzt - wie Apple und Microsoft - auf zahlungskräftige Business-Kunden. Denen könnte durchaus gefallen, was Huawei da zusammengestellt hat: Mit seinem 12-Zoll-Bildschirm und 2160 x 1440 Pixeln Auflösung hat es ein 4:3-Format, das auch bei Notebooks im beruflichen Bereich populär ist.

Im Gegensatz zu Notebooks ist es allerdings sehr leicht. 640 Gramm bringt das Tablet allein auf die Waage, zusammen mit der 149 Euro teuren Tastaturhülle ist es etwas schwerer. Beim Ausprobieren auf dem Mobile World Congress machte aber auch diese Kombination noch einen sehr gut tragbaren und stabilen Eindruck. Ohnehin scheint sich die Tastatur auch für Vielschreiber gut zu eignen, hat einen relativ weichen, klar definierten Anschlag. Und sie ist wasserabweisend. Sie geht also nicht gleich kaputt, wenn man seinen Kaffee darüber verschüttet.

300 Euro Aufpreis für das Komplettpaket

Ebenso macht der Bildschirm einen guten Eindruck, ist sehr hell und kontrastreich. Die hohe Auflösung sorgt dafür, dass auch feine Details gut dargestellt werden. Einen Stift, wie ihn Microsoft mit seinen Geräten liefert, gibt es nur als Zubehör. Dasselbe gilt für die Dockingstation, die neben HDMI und VGA auch mehrere USB-Anschlüsse und eine Netzwerkbuchse bereitstellt.

Im Bundle mit dem Stift kostet sie 149 Euro. Das Tastaturcover schlägt mit weiteren 149 Euro zu Buche. Für das Komplettpaket mit Tastatur, Dockingstation und Stift muss man also immer knapp 300 Euro Aufschlag kalkulieren. Das Matebook selbst kostet in der günstigsten Version mit 128 GB Speicher und Intel M3-Prozessor 799 Euro. Die Luxusversion mit M7-Prozessor und 512 GB Speicher wird 1799 Euro kosten, soll aber erst später auf den deutschen Markt kommen.

Ein richtiges Sonderangebot ist das Matebook von Huawei damit nicht. Für Windows-Anwender könnte es aber eine Alternative zum sehr teuren Surface Book sein.