Apple-Show: Das sind die Neuheiten
Neue Apple-Hardware Röhrenrenner und Marathonläufer
Bei Apples Entwicklerkonferenz WWDC soll sich alles um Software drehen - eigentlich. Programmierer sollen mit den Eigenheiten und Möglichkeiten neuer Betriebssysteme und Dienste vertraut gemacht werden. So auch in diesem Jahr, in dem iOS 7 und OS X Maverick für Apple eine große Rolle spielen. Aber neben all der Software zeigt Apple auf dieser Konferenz stets neue Hardware - und hat mit dieser Tradition auch 2013 nicht gebrochen.
Dass keine komplett neuen Produktreihen gezeigt wurden, ist nicht ungewöhnlich. Auf der WWDC werden bestehende Reihen aktualisiert und nur selten neue Flaggschiff-Produkte enthüllt.
In diesem Jahr gab es allerdings ein Flaggschiff: den Mac Pro. Was da gezeigt wurde, hatte es in sich. Der neue Profi-Mac sieht nicht aus, wie man sich eine Workstation vorstellt: Nur 24,5 Zentimeter ist er hoch und röhrenförmig gebaut. In seinem Zentrum steht ein Kühlschacht, um den herum alle Bauteile angeordnet sind. In diesem Format hat man so etwas noch nicht gesehen. Entfernt erinnert der Computer an den Supercomputer Cray X-MP - nur dass der um ein Vielfaches größer war.
Intel sorgt für viel Leistung auf kleiner Fläche
Zudem hatte die raumfüllende Supermaschine aus den Siebzigern und Achtzigern knapp 9000-mal weniger Leistung, nämlich 800 Megaflops. Dem Apple-Boliden werden bis zu sieben Teraflops Grafikleistung attestiert. Als CPU steuert Intel Xeon-Server-Prozessoren mit bis zu zwölf Kernen bei.
Apple-Event WWDC: Röhrenrechner und Schnellfunker
Die dürften genug Leistung für die Arbeit an Videos, bei Musikproduzenten oder in der Wissenschaft liefern. Das integrierte Grafikkartendoppel scheint ebenfalls jeder Aufrüstung zu widersprechen. Gemeinsam sollen die Grafikprozessoren drei 4K-Displays, Großbildschirme mit vierfacher Full-HD-Auflösung, ansteuern können.
Das Innere nach außen
Bisher galt für Profi-Rechner, dass sie leicht mit Steckkarten zu erweitern und deshalb groß sein müssen. Die alten Mac-Pro-Modelle waren ein gutes Beispiel dafür: Sie waren geräumig und mit wenigen Handgriffen zu öffnen, um neue Grafikkarten oder Festplatten einzubauen.
Beim neuen Mac Pro würde so etwas aus Platzgründen scheitern, denn er ist nur noch ein Achtel so groß wie sein Vorgänger. Sollte man ihn erweitern wollen, muss außen Zusatz-Hardware angeflanscht werden. Apple verweist auf sechs Thunderbolt-2-Schnittstellen, an denen von externen Festplatten bis zu Erweiterungsboxen für Steckkarten allerlei teures Zubehör angestöpselt werden kann.
Ob das von den Profis angenommen wird, muss sich zeigen. Als Verkaufsbeginn gibt Apple bisher vorerst nur ein schwammiges "im Laufe des Jahres" an. Was er kosten soll, ist ebenfalls unklar.
Macb ooks mit Gigabit-W-Lan
Das ist bei den neuen MacBook-Air-Modellen anders. Sie sind laut Apple sofort verfügbar. Von einem Retina-Bildschirm aber keine Spur. Wer ein solches Leichtgewicht nutzen will, muss weiter mit gewöhnlichen HD-Auflösungen leben. Dafür verspricht Apple enorme Akkulaufzeiten. Bis zu neun Stunden soll das 11-Zoll-Modell mit einer Ladung durchhalten, das 13-Zoll-Modell sogar bis zu zwölf Stunden - sollte das stimmen, wären es richtige Marathonläufer. Die Preise beginnen bei 1000 Euro für das 11-Zoll-Modell mit 128 GB SSD und 1100 Euro für das identisch ausgerüstete 13-Zoll-Gerät.
Weil die neuen Macbooks die schnelle W-Lan-Technik 802.11 ac beherrschen, hat Apple auch seine W-Lan-Basistationen aufgerüstet. Sie schaffen jetzt drahtlos bis zu 1300 Megabit pro Sekunde und damit mehr als manches Kabelnetzwerk. Die reine Basisstation Airport Extreme kostet 200 Euro, die mit Festplatten bestückten Time-Capsule-Geräte je nach Kapazität 300 Euro (1 TB Speicher) und 400 Euro (3 TB Speicher).
Bleibt die Frage, was mit den iPhones, iPads und iMacs los ist. Die einfache Antwort: Da ist Abwarten angesagt. Das neue iOS und das neue OS X sollen erst im Herbst frei verfügbar werden. Bis dahin haben die Entwickler Zeit, ihre Apps anzupassen oder neue zu schreiben. Zugleich wird Apple die Software verbessern, Fehler beseitigen und Detailarbeit leisten. Apples Ingenieure und Designer wiederum werden in dieser Zeit neue Hardware für die Software entwickeln. Ein neues iPhone, neue iPads und iMacs wird der Konzern erst veröffentlichen, wenn iOS 7 und OS X Mavericks fertig sind, also im Herbst.