Neue Gadgets In diesem Würfel steckt jede Menge Technik
Dice+-Würfel: Farbige LEDs auf jeder Seite
Foto: Sven WernickeDer gute, alte Spielwürfel hat ausgedient, zumindest, wenn es nach dem polnischen Unternehmen Game Technologies geht. Dieses hat das Original mit moderner Technik versehen, um das klassische Brettspiel mit dem Dice+ zu revolutionieren. Für knapp 40 Euro erhalten Käufer einen Würfel ohne fest vorgegebene Zahlenwerte, dafür mit einem Micro-USB-Anschluss, der zum Aktualisieren der Firmware dient. Außerdem lässt sich der integrierte Akku aufladen, der 20 Stunden halten soll.
Dice+ ist nicht für Klassiker wie "Mensch ärgere Dich nicht" gedacht, sondern für moderne Brettspiele auf dem Tablet. Für den Start empfiehlt es sich, die kostenfreie "Powered Board Games!"-App für iOS oder Android herunterzuladen. Die Einrichtung geht flott: Programm starten, Würfel um 180 Grad auf den Kopf drehen, ein paar Sekunden warten, fertig. Schon kann's losgehen.
Bis zu vier Dice+-Würfel können gleichzeitig erkannt und als schnurloser Controller in einem Spiel verwendet werden. Witzig ist, dass man mit dem Dice+ fortlaufend virtuelle Belohnungen sammelt, die im Grunde Statistiken entsprechen: Wie häufig wurde der Würfel geworfen? Wie viele Spiele wurden bereits gestartet?
Im Dice+ steckt moderne Hardware. Auf jeder Seite befinden sich farbige LEDs zum Darstellen gewünschter Zahlenwerte (1 bis 6). Die Leuchten können blinken, wenn dies erforderlich ist. Hinzu gesellen sich Magnetfeldsensor, Beschleunigungssensor, ein Näherungssensor und ein Mikrocontroller, der die Informationen auswertet. Die Seiten können auch als Buttons verwendet werden.
An Spielen serviert die App, abgesehen von einer Backgammon-Ausgabe, eigenständige Spielideen, die teils interessant, teils billig, teils doof sind. Hersteller Game Technologies verspricht auf der Verpackung jeden Monat ein neues Spiel. (Sven Wernicke)
Dimple-Werbebild: Aufklebbare Funktionsknöpfe
Foto: DimpleDie Knopfreihe Dimple ist ein wirklich praktischer Ansatz zur Nutzung der Near Field Communication (NFC). Die Technik wird in diesem Fall genutzt, um das Smartphone mit Zusatzfunktionen auszustatten, die sich individuell konfigurieren lassen.
Ein Knopf, um die Taschenlampe ein- oder auszuschalten? Ein eigener Button für Bluetooth, eine bestimmte Telefonnummer oder die Lieblings-App? Mit Dimple kein Problem.
Das alles klappt jedoch nicht bei jedem Gerät. Mit dem HTC One (M7 und M8) funktioniert Dimple wegen des Metallgehäusese und der ungünstigen Position der NFC-Antenne gar nicht. Bei einigen Geräten lässt sich die komplette Rückseite nutzen, bei anderen nur ein bestimmter Bereich. Dimple benötigt keine eigene Batterie, die Knöpfe beziehen die benötigte Energie direkt vom Smartphone.
Am 6. Mai 2014 soll eine Crowdfunding-Kampagne für Dimple auf Indiegogo starten. Unterstützer sollen die praktischen Klebeknöpfe zu einem Preis zwischen umgerechnet rund 11 Euro und 19,50 Euro erstehen können. Später soll Dimple umgerechnet circa 21 Euro kosten. (Frank Müller)
PiPhone: Bezahlbares Smartphone mit Raspberry-Pi-Herz
PiPhone: Projekt für Bastler
Foto: David HuntDavid Hunt ist Fotograf und Programmierer. Der Ire versucht sich aber auch an ungewöhnlichen Bastelprojekten. Herausgekommen ist zuletzt das PiPhone. Dies ist ein an sich vollwertiges Mobiltelefon, das insgesamt rund 160 Dollar, umgerechnet 115 Euro kostet. Das Herz besteht aus einem Raspberry Pi B, der allein 40 Dollar verschlingt.
Für sein Mobiltelefon verbaute David Hunt außerdem ein Adafruit-PiTFT-Display (35 Dollar), einen 2500 mAh Akku (35 Dollar) und diverse Kleinteile (10 Dollar), die er teils bei Ebay erwarb. Nötig war beispielsweise ein Gleichspannungswandler, der die 3,7 Volt vom Li-Po-Akku auf 5 Volt für den Rechner transformiert.
Verhältnismäßig teuer war das Quadband-GSM-Modul für 48 Dollar, das allerdings auf LTE und UMTS verzichtet. Was dem PiPhone fehlt, ist wohl ein attraktives Gehäuse. Dafür ist das Mobiltelefon immerhin mit einem Touchscreen ausgestattet, auch wenn der Bildschirm mit 320 mal 240 Pixeln recht niedrig auflöst.
David Hunt meint selbst, dass es für den normalen Nutzer sinnvoller sei, sich ein Telefon zu diesem Preis regulär im Handel zu kaufen. Aus Bastlersicht wird aber einmal mehr deutlich, was im Raspberry Pi steckt. (Sven Wernicke)