Der iPad-mini-Klon: Nokias Android-Tablet N1
Android-Tablet N1 Nokia stellt iPad-Klon vor
Espoo/Hamburg - Nokia hatte es bis zuletzt spannend gemacht: Seit Tagen amüsierte sich Manager Sebastian Nyström damit, in sozialen Netzwerken für den 18. November die Vorstellung eines neuen Produkts anzukündigen. Gezeigt hatte er bis zuletzt allerdings nur ein dunkles Foto eines dunklen Kastens, dessen Form viele auf eine Settop-Box schließen ließ. Jetzt lüftete Nyström das Geheimnis auf der Technologie-Konferenz Slush in Helsinki: Der schwarze Kasten ist bloß die Verpackung. Das neue Nokia-Produkt ist ein Tablet namens N1.
Der flache Touch-Computer wird nicht etwa mit Windows-Phone-Betriebssystem ausgeliefert - wie die Lumia-Smartphones -, sondern läuft mit der aktuellen Android-Version 5.0, Lollipop.
Auf den ersten Blick werden Käufer des Geräts davon jedoch nichts sehen, weil Nokia seinen sogenannten Z Launcher über das Betriebssystem stülpt. Die Software ersetzt den Android-Homescreen und soll es Anwendern unter anderem leichter machen, bestimmte Apps oder Dateien aufzurufen.
Z Launcher auch als separate App
So genügt es beispielsweise, mit dem Finger einen oder zwei Buchstaben auf den Bildschirm zu schreiben, um Apps angezeigt zu bekommen, die mit dieser Buchstabenkombination beginnen. Mit der Zeit soll das Programm die Vorlieben seines Nutzers lernen und je nach Uhrzeit und Ort passende Apps vorschlagen. Der Z Launcher soll künftig auch als separate App in Googles Play Store erhältlich sein.
Optisch ist das N1 kaum von einem iPad mini zu unterscheiden. Wie das Apple-Tablet steckt es in einem einteiligen Aluminiumgehäuse, genau wie das kleine iPad hat es einen Bildschirm mit 7,9 Zoll Diagonale. Selbst die Auflösung des Bildschirms ist mit 2048 x 1536 Bildpunkten identisch. Auch der Zusammenbau der Bildschirmkomponenten in Klebetechnik erinnert an das aktuelle iPad mini 3. Allerdings ist das N1 mit 6,9 Millimetern noch einen Hauch dünner als das mini.
Reichlich Leistung verspricht der 2,3 GHz schnelle Atom-Prozessor von Intel, dem zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Als Internetanbindung stehen alle aktuellen W-Lan-Standards bereit. Von einer LTE-Version des Tablets ist bei Nokia bisher nicht die Rede. 32 Gigabyte Speicher sind eingebaut, eine Erweiterungsmöglichkeit ist offenbar nicht vorgesehen.
Neuer USB-Anschluss
Eine Besonderheit des Geräts ist sein USB-Anschluss. Nokia verwendet im N1 erstmals eine sogenannte Type-C-Buchse. Anders als bisherige USB-Anschlüsse ist diese Buchse seitenneutral, es ist also egal, wie herum man einen Stecker hineinsteckt, weil es keinen Unterschied zwischen oben und unten gibt. Die Variante dieses Anschlusses, die Nokia verwendet, entspricht in Sachen Übertragungsgeschwindigkeit der von USB 2.0.
Mit dem N1 betritt Nokia aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht Neuland. Statt in einer eigenen Fabrik lässt der Konzern das neue Gerät vom Auftragsfertiger Foxconn in China herstellen. Foxconn sei für die Vermarktung des Android-Tablets sowie für die Abwicklung von Lizenzkosten und Garantiefällen verantwortlich, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens .
Eingeführt werden soll das Nokia N1 im ersten Quartal 2015 zunächst in China. Weitere Länder sollen später folgen. Der Preis wird mit 250 Dollar (200 Euro) angegeben.