Ophone: Düfte verschicken wie SMS - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ophone Düfte verschicken wie SMS

Wenn das funktioniert, wird es dufte: Studenten der Harvard University haben gemeinsam mit französischen Designern ein Gerät entwickelt, das Düfte per Smartphone verschicken soll.
Entwicklungsprojekt Ophone: Olfaktorische Kurznachrichten von Handy zu Handy
Entwicklungsprojekt Ophone: Olfaktorische Kurznachrichten von Handy zu Handy

Entwicklungsprojekt Ophone: Olfaktorische Kurznachrichten von Handy zu Handy

Foto: Baptiste Viala/ Le Laboratoire
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn Sie schon davon genervt sind, dass Ihre Freunde Fotos von ihrem Mittagessen bei Facebook posten, ist das Ophone nicht das richtige Produkt für Sie. Das kleine Gerät soll Gerüche verschicken, so wie man bisher SMS-Kurznachrichten oder WhatsApp-Mitteilungen verschickt.

Entwickelt worden ist die Technik von Studenten der Harvard University unter Anleitung ihres Professors David Edwards. Letzterer holte zudem den Parfumeur Olivier Pescheux, den Designer Baptiste Viala und einige Mitglieder des von ihm gegründeten Kunst- und Designzentrums Le Laboratoire  in Paris an Bord.

Ganz so flexibel wie eine SMS, der man eine beliebige Nutzlast auftragen kann, sind die Duftnachrichten allerdings nicht. Nur vier "olfaktorische Buchstaben" beherrscht das kleine Gadget: A, B, C und D. Aus diesen Düften sollen, zeitlich und räumlich gesteuert, verschiedene Gerüche zusammengesetzt werden können. Alles, was man dazu braucht, sind ein Android-Smartphone, mit dem das Ophone verbunden wird, sowie die Duft-App oTracks.

Man habe mit dem Projekt nicht nur bestehende Kommunikationsformen reproduzieren wollen, sondern habe das Ziel gehabt, "eine neue Sprache zu schaffen", zitiert das "IT Pro Portal " Edwards. Deshalb könne das gerät "nicht nur akkurate Gerüche senden und empfangen", sondern diese auch noch mit Bildern verknüpfen, die auf dem Bildschirm des Smartphones angezeigt werden. Eine Idee, die an Projekte wie das Geruchsfernsehen, die duftende E-Mail und Gerüche verströmende PC erinnert - die allesamt wieder eingestellt wurden.

Und so könnte man fürchten, dass das Ophone nicht über den Status eines ambitionierten Projekts von Wissenschaftlern, Designern und Künstlern hinauskommt. Doch zunächst will Edwards beweisen, dass die Technik funktioniert.

In einer Projektbeschreibung (PDF)  erklärt er, wie das gehen soll: Mit den ersten Prototypen des Geräts sollen Besucher des Le Laboratoire in Paris mit ihrer Nase einen virtuellen Kaffee genießen können, der daraufhin per Duft-E-Mail nach Australien gesendet werden soll: "Riech mal, wie gut der Kaffee riecht, den ich gerade rieche."

Reine Kunst- und Forschungsprojekte sind die Entwicklungen, die der Biomedizin-Ingenieur Edwards am Le Laboratoire entwickelt, in der Regel aber nicht. Frühere Projekte werden bereits in einem eigens dafür eingerichteten Onlineshop angeboten. Große kommerzielle Erfolge sind Produkte wie der Geschmackzerstäuber Aerolife und der biologische Luftverbesserer Andrea Air bisher aber nicht geworden.

mak