Patentkrieg: Samsung will iPhone 4S ausbremsen - DER SPIEGEL
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Patentkrieg Samsung will iPhone 4S ausbremsen

Nächste Runde im Patentstreit der Hardware-Giganten: Kaum hat Apple sein neues iPhone 4S präsentiert, grätscht Samsung dazwischen. Die Koreaner wollen den Verkauf des Smartphones in Italien und Frankreich verbieten. Dabei steckt das Handy voller Samsung-Technik.
Patentkrieg: Samsung will iPhone 4S ausbremsen
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Patentkrieg: Samsung will iPhone 4S ausbremsen

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Seoul - Neue Antenne, neue Kamera, schnellerer Chip und eine offenbar recht eindrucksvolle Sprachsteuerung - auch Apples jüngster Streich, das iPhone 4S, dürfte seine Käufer finden. Ginge es jedoch nach dem koreanischen Konzern Samsung  , warten iPhone-Fans in Italien, Frankreich und möglicherweise auch in Südkorea vergebens.

Man wolle bei Gerichten in Paris und Mailand eine einstweilige Verfügung beantragen, teilte Samsung am Mittwoch in Seoul mit. In beiden Fällen sollen zwei Patentverletzungen angeführt werden, die der koreanische Konzern dem US-Rivalen vorwirft. Es gehe um Patente für die Mobilfunktechnik.

Apple hatte das iPhone 4S erst am Dienstag vorgestellt. Kurioserweise steckt das neue Gerät vermutlich voller Chips von einem ganz bestimmten Hersteller: Samsung. Die beiden Unternehmen liefern sich einen heftigen, globalen Konflikt um Patente und Schutzrechte bei ihren Smartphones und Tablet-Computern. Die Unternehmen stehen sich laut "Korea Times"  weltweit in mindestens 23 Verfahren gegenüber.

Zuletzt hatte Apple ein Verkaufsverbot des Samsung-Tablets Galaxy Tab 10.1 in Deutschland erwirkt. Apple wirft den Südkoreanern vor, mit ihrem Tablet geschützte Design-Muster des iPad zu verletzen. Auch in Australien konnte Samsung das Gerät bisher nicht auf den Markt bringen. Demnächst steht zudem in Kalifornien ein großer Prozess mit gegenseitigen Ideenklau-Vorwürfen an.

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Schon Ende September hatte Samsung angekündigt, man werde den Verkauf eines mutmaßlich in der Entwicklung befindlichen iPhone 5 in Korea verbieten lassen, weil es eigene Patente verletzen werde. Ein Samsung-Manager wurde damals mit der Aussage zitiert: "Solange Apple nicht auf Mobilfunkfunktionen verzichtet, wäre es für das Unternehmen unmöglich, seine i-Geräte zu verkaufen, ohne unsere Patente zu verletzen. Wir werden während der andauernden gerichtlichen Auseinandersetzungen eine harte Linie gegen Apple beibehalten."

Auf Klage folgt Gegenklage

Kurios wirkt der seit Monaten andauernde Streit der beiden Konzerne, weil Samsung derzeit Apples größter Zulieferer für elektronische Bauteile ist. Unter anderem lässt der US-Konzern wohl den A4-Prozessor des iPhone 4 und den A5-Prozessor des iPad 2 bei Samsung fertigen. Im iPhone 4S ist eine neue Spezialversion des A5 verbaut, die auf die speziellen Anforderungen des Telefons und seiner Kamera ausgerichtet ist, wie SPIEGEL ONLINE bei einem Pressebriefing in London erfuhr. Außerdem gilt Apple als größter Abnehmer für Samsungs Speicherchips, die in iPhones, iPads und iPods verbaut werden.

Samsung-Chef Geesung Choi erklärte Journalisten vor einiger Zeit, dass man deshalb ausgesprochen unglücklich über die aktuellen Verfahren sei. Gerüchte, Apple werde die Produktion einer für das iPhone 4S modifizierten Version des A5-Chips deshalb nun an den Chiphersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) vergeben, halten Industriekenner "Cnet"  zufolge für nicht plausibel. TSMC sei dazu gar nicht in der Lage.

Derzeit sieht es demnach so aus, als versuche Samsung den Verkauf eines Handys zu unterbinden, dessen Herzstück ein Samsung-Chip ist - und in dem noch mehr Samsung-Speicherchips stecken als in den Vorgängermodellen. Denn das 4S wird mit bis zu 64 Gigabyte Speicher ausgeliefert werden. Der Streit der IT-Giganten nimmt immer groteskere Züge an.

cis/mak/dpa