PC-Betriebssystem: Microsoft kündigt Betaversion von Windows 8 an - DER SPIEGEL
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PC-Betriebssystem Microsoft kündigt Betaversion von Windows 8 an

In ein paar Monaten will Microsoft eine Jedermann-Vorabversion von Windows 8 veröffentlichen. Im Sommer könnte das fertige Windows folgen. Doch Marktforscher warnen schon jetzt, die Software könne ein Flop werden - auch weil sie mehr kann, als Anwender nutzen können.
Microsoft-Betriebssystem Windows 8 (Simulation): Weitgehend irrelevant?
Microsoft-Betriebssystem Windows 8 (Simulation): Weitgehend irrelevant?

Microsoft-Betriebssystem Windows 8 (Simulation): Weitgehend irrelevant?

Foto: Simon Chavez/ dpa
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Der Plan war klar: Eigentlich wollte Microsoft nur Software-Entwickler für den Windows-Store, der in die nächste Windows-Version integriert werden soll, begeistern. Bei einer Veranstaltung am Dienstag in San Francisco rührte das Unternehmen kräftig die Werbetrommel für ihr Gegenstück zu Apples Mac App Store. Fast nebenbei kündigte der Konzern dabei allerdings auch etwas an, das viele PC-Besitzer mehr interessieren dürfte: Eine öffentliche Betaversion von Windows 8 soll Ende Februar erscheinen, für jedermann verfügbar sein. Die Entwickler will Microsoft damit locken, dass man bei erfolgreichen Windows-Apps weniger Provision abführen muss als bei den Konkurrenten.

Doch schon die im September veröffentlichte Vorabversion für Entwickler (Windows 8 Developer Preview ) fand erheblich mehr Freunde, als es Windows-Software-Entwickler geben dürfte. Mehr als drei Millionen Mal soll das mehrere Gigabyte schwere Paket heruntergeladen worden sein. Dabei bietet es nur einen groben Eindruck davon, wie das nächste Windows einmal aussehen und funktionieren wird. Richtig gut lässt es sich nur mit einem Touchscreen-Rechner oder Tablet-PC nutzen, wie er von Microsoft an Entwickler verteilt wurde.

Die für Februar angekündigte Version dürfte da schon einige Schritte weiter und damit recht nah am Endprodukt sein. Wenn Microsoft sich an das Prozedere hält, das Windows-Entwicklungschef Steve Sinofsky mit Windows 7 eingeführt hat, wird es nach der Betaversion im Februar im Sommer noch einen sogenannten Release Candidate geben, bevor im Herbst das fertige Produkt eingeführt wird.

"Weitgehend irrelevant"

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Windows 8: So sieht die Entwicklerversion aus

Ein großer Erfolg werde die neue Software dennoch nicht werden, orakeln die Marktforscher von IDC. In ihrem Jahresausblick "Worldwide System Infrastructure Software 2012 Top 10 Predictions" erklären sie zwar ihre Zuversicht, Microsoft werde die Software noch im Sommer fertig stellen, glauben aber, es werde "effektiv keine Upgrade-Aktivitäten von Windows 7 zu Windows 8" bei Nutzern traditioneller PC geben. Für diese gigantische Gruppe sei das neue Windows "weitgehend irrelevant ".

Auch bei Tablet-Rechnern, für die die neue Benutzeroberfläche von Windows 8 optimiert wurde, sehen die Marktforscher kein leichtes Spiel für Microsoft. Es sei "eine große Herausforderung" für das Unternehmen, sich mit Windows 8 gegen Apples iPad zu positionieren. In 2012 jedenfalls werde das Tablet-Geschäft für den Konzern noch "enttäuschend" verlaufen.

Microsoft will Entwickler locken

Microsoft allerdings hat erkannt, womit man Tablet-Käufer ködert: Apps. Eben deshalb hat der Konzern in San Francisco so viel Wind um seinen Windows Store gemacht und versucht, Software-Entwickler für das Konzept zu begeistern . Wie Apple genehmigt sich auch Microsoft einen 30-prozentigen Anteil an den Umsätzen, die über seine Plattform mit Softwareverkäufen gemacht werden. Belohnt wird, wer erfolgreich ist: Ab einem Umsatz von 25.000 Dollar begnügt sich das Unternehmen mit 20 Prozent.

Wer dabei mitmachen will, kommt vom Start weg günstiger weg als bei Apple: Ein Entwickler-Account kostet 49 Dollar, bei Apple sind es 99. Dafür legt Microsoft einen höheren Mindestpreis für Software im Windows Store fest. Mindestens 1,49 Dollar müssen Programme dort kosten, maximal 999 Dollar. Gratis-Programme sind natürlich auch erlaubt.

Ist Microsoft seiner Zeit voraus?

Ob Microsoft mit seiner Eigenwerbung Erfolg hat und sich Entwickler tatsächlich in Scharen für den neuen Windows Store begeistern lassen, hängt am Ende aber maßgeblich vom Erfolg von Windows 8 ab. Um das, entgegen den IDC-Prognosen, doch zu einem Renner zu machen, muss Microsoft noch an etlichen Stellschrauben drehen.

Die aktuelle Entwicklerversion jedenfalls macht auf einem normalen PC oder Notebook nur Spaß, wenn man das Touchscreen-Interface ausblendet. Dann aber findet man sich in einer Oberfläche wieder, die kaum von Windows 7 zu unterscheiden ist. Bei vielen, die das ausprobiert haben, dürfte sich nach dieser Erfahrung das Gefühl breitmachen, etwas installiert zu haben, das man nicht wirklich ausprobieren kann. Weil man dafür nicht die richtige Hardware hat, einen Touchscreen nämlich.

Und das ist ungewöhnlich: Mit Windows 8 scheint Microsoft einmal so mutig vorangeschritten zu sein, dass die Software floppen könnte, weil sie ihrer Zeit zu weit voraus ist. Ein Erfolg wird das neue Windows erst werden, wenn es dafür die passende Hardware gibt - und die Kunden sie auch kaufen wollen.