Bastel-Computer "C.H.I.P." Mini-PC wird Maxi-Erfolg
Ausschnitt aus Werbevideo: Ein Computer für unter zehn Dollar
Foto: Next Thing Co.Das amerikanische Start-up Next Thing hat einen Computer im EC-Kartenformat vorgestellt. Die günstigste Variante des C.H.I.P. genannten Rechners soll nur neun Dollar kosten. Damit ist er deutlich billiger als der Raspberry Pi und dessen viele Kopien.
Laut Ankündigung ist der C.H.I.P. auch leistungsfähiger als die Konkurrenz: 1 Gigahertz Taktfrequenz, 512 Megabyte Arbeitsspeicher, 4 Gigabyte Massenspeicher. Dazu WLAN- und Bluetooth-Anschlüsse sowie ein Composite- oder VGA-/HDMI-Videoausgang per Adapter. Stark genug für das Betriebssystem Linux, für Computerspiele, Tonerzeugung, Web-Anwendungen.
Kein Wunder: Das Herz des Mini-PCs ist ein R8-Prozessor, die Abwandlung eines Tablet-Prozessors des chinesischen Halbleiter-Herstellers Allwinner. Das Unternehmen unterstützte die Entwicklung des C.H.I.P. mit Vorabversionen seines neuen All-in-one-Chips (System-on-Chip).
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Der C.H.I.P. dürfte zunächst vor allem für Bastler und Hacker interessant sein, die Steuer-, Kontroll-, Sensorgeräte, Mini-Server, digitale Musikinstrumente und andere Spielereien im Sinn haben.
Eine interessante Anwendung nimmt Next Thing schon vorweg: Für 40 Dollar Aufpreis gibt es das Pocketchip-Gehäuse dazu, ein Kasten mit Akku, Tastatur und Bildschirm, in den man den C.H.I.P. einbauen kann. So soll der Kleinstrechner Smartphone oder Gameboy, Hightech-Fernsteuerung oder Messgerät werden können.
600.000 Dollar in einer Woche
Voraussichtlich ab Januar 2016 soll es den C.H.I.P. in verschiedenen Ausbaustufen geben: als einfachen Computer im Kartenformat für neun Dollar oder zusammen mit einem Akkupack oder Video-Adapter gegen 10 bis 15 Dollar Aufpreis. Das Gehäusemodul soll ein Vierteljahr später erhältlich sein. Vorabversionen sollen Vorbestellern ab September zugeschickt werden.
Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Finanzierungsphase. Eine Crowdsourcing-Kampagne auf Kickstarter hat das Finanzierungsziel von 50.000 Dollar bereits weit übertroffen. Binnen einer Wochen kamen mehr als 600.000 Dollar zusammen.
Deutsche Bastler sollten sich aber nicht zu früh freuen. Der Versand des günstigen Computers nach Deutschland wird voraussichtlich 20 Dollar kosten - man arbeite aber an Alternativen, beteuert Next Thing .
Übrigens macht Next Thing mit dem C.H.I.P. nicht nur dem Open-Source-Computer Raspberry Pi Konkurrenz. Neben unzähligen No-Names setzt zum Beispiel auch Chip-Hersteller Intel auf die Zukunft von Computern im USB-Stick-Format .