WLAN-Lautsprecher von Raumfeld im Test Endlich wieder Stereo
Raumfeld Stereo L: Streaming-Technik im Look traditioneller Hifi-Boxen
Foto: Matthias KrempWie sehr sich Raumfelds Stereo L von den meisten anderen WLAN-Lautsprechern unterscheiden, die ich bisher getestet habe, merke ich schon bei der Lieferung. Zwei fast mannshohe Kartons wuchtet der Lieferant aus seinem Transporter. Das ist fast wie damals in den Achtzigern, als man Autos und Lautsprecherboxen noch nach Hubraum kaufte.
Nach dem Auspacken verschwindet der anfängliche Schrecken glücklicherweise. Das schlichte Design und die weiße Lackierung lassen die Stereo L weniger wuchtig wirken als befürchtet. Trotz ihrer beachtlichen Größe - 1,15 Meter hoch mit der Grundfläche eines Blattes A4-Papier - kann man sie glatt als Raumschmuck ansehen.
Zudem hat das große Volumen klangliche Vorteile, gibt den beiden pro Box eingebauten Basslautsprechern reichlich Luft zum Atmen. Das Ergebnis sind recht weit nach unten reichende Bässe, die präzise, aber nicht hart klingen, auch bei geringer Lautstärke angenehm.
Den Rest des Frequenzspektrums decken Mittel- und Hochtöner fein ab und schaffen es dabei vor allem im oberen Frequenzbereich warm und weich zu klingen. Die Mitten könnten einen Hauch mehr Präsenz vertragen, aber das ist vielleicht nur mein persönlicher Geschmack.
Stereo per Kabel
Vollkommen drahtlos sind die Raumfeld L aber nicht. Außer dem Stromkabel muss man noch Lautsprecherkabel verlegen. Denn WLAN-Empfänger und Verstärker sind nur in einer von beiden vorhanden. Die zweite muss per Kabel daran angeschlossen werden. Ein deutlicher Unterschied beispielsweise zu den Sonos-Boxen, die man zwar als Stereopaar betreiben kann, die aber auch für sich funktionieren.
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Dafür bekommt man bei den Stereo L eben auch immer Stereosound. Und so eine Stereoaufstellung ist jeder noch so ausgefeilten Monobox klanglich überlegen. Nur so bekommt man bei entsprechend abgemischter Musik ein wirklich räumliches Klangbild mit klar ortbaren Instrumenten. Bei den Raumfeld-Boxen funktioniert das ganz hervorragend.
Begrenzte Online-Auswahl
An der Rückseite der aktiven Stereo L kann man per USB einen Speicherstick oder eine Festplatte mit Musik anschießen. Die Elektronik spielt von MP3 über FLAC bis Apple Losless alle gängigen Formate ab. Alternativ oder zusätzlich lassen sich per Cinch analoge Klangquellen anschließen, etwa Kassettendecks oder CD-Player.
Das mag als Back-up oder Übergangslösung nützlich sein, aber grundsätzlich sind die Raumfeld-Boxen dafür gedacht, Musik via WLAN abzuspielen. Im Test funktionierte das sowohl von meiner Netzwerkfestplatte als auch aus dem Internet problemlos. Von den großen Streaming-Diensten werden allerdings nur Spotify, Tidal und Napster unterstützt, die Angebote von Deezer, Amazon, Google und Apple nicht.
Probleme mit dem WLAN
Die Installation ist einfach: Boxen aufstellen, verkabeln, App starten und das System mit dem WLAN verbinden.
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Leider funktionierte die WLAN-Anbindung auf Dauer nicht zuverlässig. Die beiden zum Test verwendeten Raumfeld-Systeme neigten anfangs dazu, über Nacht die Verbindung zu meinem Funknetz zu verlieren. Die Folge war, dass ich die Raumfeld-Boxen am nächsten Tag erneut installieren und ins Netzwerk einbinden musste. Erst nachdem ich zusätzlich die 70 Euro teure WLAN-Box Expand, gewissermaßen einen eigenen Hotspot nur für die Boxen von Raumfeld, installiert hatte, verschwand das Problem.
Die App
Die App, mit der man die Boxen steuert, ist ebenso unaufgeregt gestaltet wie die Boxen selbst. Fast ganz in Schwarz-Weiß gehalten, lässt sie auf dem Hauptbildschirm reichlich Platz für Erweiterungen. Die Bedienung ist schnell erlernt.
Hübsch: Wenn Musik läuft, wird unten links das passende Cover zum aktuellen Song eingeblendet, ein Fingertipp in den unteren Bildschirmbereich ruft ein Menü auf, über das man die Musik in verschiedenen Räumen steuern kann. Leider zeigt mir die App Cover-Art oft grob gepixelt an. Möglicherweise lädt sie sich manchmal nur die Vorschaubilder statt der eigentlichen Bilddateien von meiner Netzwerkfestplatte.
Fazit
Raumfeld ist das Thema Musikstreaming anders angegangen als viele Konkurrenten: Statt bunter Apps und Netzwerktechnik steht hier der Klang im Mittelpunkt. Und der ist bei den Raumfeld Stereo L ausgesprochen gut gelungen. So gut, dass man dafür auch ohne Streaming-Technik bereit sein könnte, den Listenpreis von 1500 Euro zu zahlen.
Die WLAN-Anbindung hat im Test dagegen Probleme bereitet, die erst durch einen Raumfeld-WLAN-Expander behoben werden konnten. Zudem würde ich mir die Integration weiterer Musikdienste wünschen. Mit Spotify und TuneIn sind schon die wichtigsten dabei, Napster, Tidal, Rhapsody und Wimp decken Nischen ab. Wichtige Angebote wie Deezer, Juke, Apple Music und Soundcloud fehlen aber noch. Da liegt die Konkurrenz klar vorn.